Top Bandnamen aller Zeiten: Jan Müller wählt die Besten von Abwärts bis Pur!

Dezember 20, 2025

Wählten ihren Bandnamen, weil er nicht nach Gitarrenmusik klingt: Tocotronic.

Jan Müller diskutiert in seiner Kolumne „Reflektor“ über herausragende Bandnamen aus verschiedenen Musikgenres.

Haben Sie sich jemals intensiv mit Bandnamen auseinandergesetzt? Ich kann von mir behaupten, dass ich mich eingehend damit beschäftigt habe, zuletzt zusammen mit Rasmus Engler, während wir an unserem Roman „Vorglühen“ arbeiteten. Ein wiederkehrender Witz darin ist die Unfähigkeit der Band des Protagonisten, sich auf einen Namen zu einigen. Jeder, der schon mal in einer Band war, weiß, wie real diese Auseinandersetzungen sind. Zudem bereitete es uns große Freude, die vielen Namensvorschläge im Buch zu entwickeln, wobei Rasmus der perfekte Partner dafür war. Erfinderische Geister kennen ihn als den Schöpfer von Namen wie Kettcar, Adamskostüm und anderen originellen Bandnamen.

Übrigens trete ich mit ihm zusammen in der Band Das Bierbeben auf, ebenfalls eine seiner Ideen. Ich gestehe, etwas beschämt zu sein, Teil einer Band mit solch einem Namen zu sein. Immerhin war ich auch Mitglied von Bands mit Namen wie Meine Eltern oder Punkarsch. Ein guter Bandname muss zur Musik und zum Charakter der Band passen, wobei ein Bruch durchaus seinen Reiz haben kann. Wir wählten den Namen Tocotronic, weil er nicht sofort an Gitarrenmusik denken lässt, aber auch nicht zu gekünstelt wirken sollte – daher die drei Os.

Wortspiele auf Friseursalon-Niveau

Es gibt großartige Bands mit weniger überzeugenden Namen. Ein prominentes Beispiel sind The Beatles, eigentlich ein ziemlich flacher Wortwitz. Zumindest ist der Name kurz, was damals unüblich war, weshalb sie zeitweise als The Silver Beatles auftraten. In den frühen 1960ern war es üblich, drei Wörter im Bandnamen zu haben, wie bei The Rolling Stones, ein Name, der mir schon besser gefällt. Er stammt von einem Muddy-Waters-Titel aus dem Jahr 1950 und weckt Assoziationen von Lärm und Aufruhr, ähnlich wie Einstürzende Neubauten, ein Name, der mich sofort faszinierte und neugierig auf die dahinterstehende Musik machte.

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Der wohl beste lange Bandname ist The Velvet Underground. Oft geht ein fantastischer Name mit einer fantastischen Band einher. Im Bereich Metal und Hardrock gaben Musiker ihren Gruppen manchmal weibliche Namen, ähnlich wie Seeleute ihren Schiffen, zum Beispiel Thin Lizzy oder Iron Maiden. Seltsam. Bis heute grüble ich über die Bedeutung von Led in Led Zeppelin nach (die Antwort im Netz ist unbefriedigend). Heute ziehe ich kurze Bandnamen vor: The Fall, The Cure, Der Plan, The Doors, Pur, Faust, Abwärts. Es ist genial, wie diese prägnanten Namen die Musik dieser Bands widerspiegeln. Auch im Soul gibt es großartige, schnörkellose Namen: The Supremes, The Temptations, Commodores.

Im Punk findet man unbestritten die originellsten Namen

Ich habe nichts gegen humorvolle Bandnamen: Die Ärzte – gut! Die Kassierer – sehr gut! Der Durstige Mann – genial. Im Punkbereich findet man definitiv die originellsten Namen: Dead Boys, X-Ray Spex, The Damned und andere. Ist es Zufall, dass die bekannteste DDR-Punkband Schleim Keim hieß und die berühmteste westdeutsche Punkband Slime? Zudem ist es charmant, dass sich letztere nach einem damals beliebten Kinderspielzeug benannten.

Jens Rachut könnte eine eigene Kolumne für all seine großartigen Bandnamen füllen. Doch schlecht finde ich es, wenn Punkbands ironisch Punk-Klischees in ihren Namen aufnehmen, wie Pisse oder Team Scheiße. Es fällt schwer, Musik ernst zu nehmen, die unter solchen Namen firmiert. Ich wünsche mir mehr Authentizität bei der Namensgebung! Warum fallen kaum noch poetisch-dunkle Namen wie Public Enemy, Bad Brains oder Black Flag ein? Die Mutlosigkeit in der zeitgenössischen Popmusik spiegelt sich oft in belanglosen Bandnamen wider. Doch Namen wie Wet Leg, The Last Dinner Party oder Die Verlierer lassen hoffen.

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Zum Abschluss: Ich liebe angelsächsische Bandnamen mit Umlauten: Blue Öyster Cult, Motörhead, Hüsker Dü. Am besten gefällt mir Würm – hören Sie mal in diese SST-Band rein. Die Musik mag nervig sein, aber der Name ist großartig.

Diese Kolumne erschien erstmals in der Musikexpress-Ausgabe 6/2024.

Jan Müller schreibt für den MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil finden Sie hier.

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