Deutscher Menschenrechtspreis für den „Stehenden Mann“ der Türkei
Der türkische Performance-Künstler Erdem Gunduz, der durch seine stille Protestaktion weltweit Aufmerksamkeit erregte, wird nächste Woche mit einem bedeutenden deutschen Menschenrechtspreis ausgezeichnet, wie die Jury kürzlich bekannt gab.
Erdem Gunduz, ein 34-jähriger Tänzer und Choreograph, wird für seinen „mutigen Einsatz für die Meinungsfreiheit und Menschenrechte“ mit dem M100 Medienpreis geehrt, der jährlich von einer Gruppe von Journalisten vergeben wird.
Seine Bekanntheit erlangte er, indem er stundenlang regungslos auf dem Taksim-Platz in Istanbul stand und während der Proteste, die sich im Juni und Juli gegen den damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan richteten, in die Ferne starrte.
„Durch seinen stillen Protest wurde er zum Symbol des friedlichen Widerstands und fand weltweit Nachahmer,“ erklärte die Jury, die den Preis am 5. September in Potsdam, nahe Berlin, verleihen wird.
„Seine Waffe ist die Kreativität, seine Markenzeichen sind Mut und Ausdauer. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um die Meinungsfreiheit und Menschenrechte voranzubringen,“ sagte der Oberbürgermeister von Potsdam und Vorsitzender der M100 Jann Jakobs.
Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.
Zu den früheren Preisträgern gehören der dänische Karikaturist Kurt Westergaard, bekannt für seine kontroversen Darstellungen des Propheten Mohammed, und der ehemalige französische Außenminister sowie Gründer von Ärzte ohne Grenzen, Bernard Kouchner.
AFP/jcw
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.