Unter dem neuen Creative Director Demna wurde die Gucci-Show während der Mailänder Mode-Woche zu einem Treffpunkt für die Underground-Rap-Szene. Hier sind alle Details.
Während der Mailand Fashion Week 2026 hat die Underground-Rap-Szene den High-Fashion-Laufsteg erobert.
Ein Höhepunkt der Modewoche war die Gucci-Modenschau am Freitag, den 26. Februar, die mit großer Spannung erwartet wurde. Es war die erste Show unter der Leitung des neuen Kreativdirektors Demna, eines georgischen Designers, der zuvor bei Balenciaga tätig war und für seine avantgardistischen und zeitgenössischen Modeeinflüsse bekannt ist. Vor der Show gab es einige Kritikpunkte, wie etwa die als billig empfundenen KI-generierten Instagram-Posts und die weniger opulenten Einladungen, die man sonst in der High-Fashion-Welt erwarten würde.
Dennoch gelang es dem neuen Kreativdirektor, eine unkonventionelle und von Kritikern gelobte Show zu präsentieren, nicht zuletzt durch die Einladung ungewöhnlicher Gäste.
Underground-Rap in der ersten Reihe
In der ersten Reihe fanden sich zahlreiche bekannte Gesichter aus der Underground-Rap-Szene. Unter den Gästen waren der Londoner Rapper Fimiguerrero, Feng, Nate Sib, der als Support für Joji auftritt, und Lil Zino, ein aufstrebender Cloud-Rapper.
Ebenfalls anwesend war der geheimnisvolle britische Rapper EsDeeKid, dessen Album „Rebel“ im Jahr 2025 einen großen Durchbruch erzielte. Um ihn rankten sich Gerüchte, er könnte der Schauspieler Timothée Chalamet sein, was sich jedoch als falsch erwies und ihm dennoch große Aufmerksamkeit bescherte. Doch die Underground-Rap-Szene war nicht nur in der ersten Reihe vertreten.
Debüts auf dem Laufsteg
Auf dem Laufsteg gab es ebenfalls einige Premieren. Der amerikanische Rapper Nettspend war zu sehen, und seine Fans hatten gehofft, dass er an diesem Abend sein neues Album „Early Life Crisis“ veröffentlichen würde. Stattdessen hatte er die Veröffentlichung verschoben und es vorgezogen, seine zweite Laufsteg-Show zu absolvieren, nachdem er im letzten Jahr bereits für Miu Miu auf der Paris Fashion Week gelaufen war.
Auch der britische Rapper und Produzent Fakemink, der bereits mit Drake aufgetreten ist, lief zum ersten Mal auf einem Laufsteg. Er wirkte dabei so entspannt, als würde er einfach auf der Straße spazieren gehen, nur eben in Gucci-Outfits. Zwischendurch zog er ein Handy aus seiner Gucci-Gürteltasche und hielt inne, um auf das Display zu schauen.
Gucci als Adjektiv
Die Show zeichnete sich durch eine zugängliche, moderne Atmosphäre aus – genau das hatte sich Demna vorgenommen. Vor der Show äußerte er den Wunsch, Gucci als Adjektiv zu verwenden, damit man sich eher „Gucci“ fühlt, anstatt es als einen großen, unnahbaren Namen zu betrachten.
Dennoch waren auch bekannte Gesichter auf dem Laufsteg zu sehen. Das Supermodel Kate Moss beendete die Show mit verschmiertem Make-up in einem schwarzen Kleid, was das Ambiente der Show unterstrich. Obwohl die Kulisse durch die vielen antiken Statuen einem Museum glich, vermittelte die Mode auf dem Laufsteg eher das Gefühl einer Nacht bzw. eines Underground-Clubs – also genau die Umgebung, in der man die bekannten Rap-Persönlichkeiten erwarten würde.
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.