Das Fitnessstudio von Rapper Kollegah in der Solinger Innenstadt ist Ziel einer mutmaßlich politisch motivierten Sachbeschädigung geworden: Unbekannte sprühten Parolen auf die Fassaden, drangen in das Gebäude ein und verteilten nach Angaben der Ermittler eine beißende Substanz. Die Polizei hat den Staatsschutz eingeschaltet — das Verfahren läuft.
Vor Ort wurden auf der Glasfront mehrere Schriftzüge angebracht, darunter die Worte „Nazi Incels“, die das Studio deutlich sichtbar entstellten. Laut einem im Netz veröffentlichten Bekennerschreiben bezeichneten sich die Urheber als linksgerichtet und warfen dem Betreiberpaar Nähe zu extremen Rechten vor.
Die Täter sollen außerdem in das Gebäude eingedrungen sein und dort nach ersten Angaben **Buttersäure** ausgebracht haben, was zu starken Geruchsbelästigungen und materiellen Schäden führte. Die Polizei Wuppertal/Solingen wertet das Schreiben als Hinweis auf einen politischen Hintergrund; deshalb hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Was genau passiert ist
Die Darstellung der Behörden und der in sozialen Medien veröffentlichten Dokumente weicht in Details noch voneinander ab. Gesichert ist: Außenwände wurden besprüht, es gab unbefugtes Eindringen und im Inneren wurden Rückstände einer geruchsintensiven Flüssigkeit festgestellt.

| Fakt | Stand |
|---|---|
| Ort | Alpha Gym, Konrad‑Adenauer‑Straße, Solingen |
| Datum der Eröffnung | 10. Januar 2026 |
| Schäden | Graffiti, Geruchsbelästigung durch Buttersäure, Sachschäden im Innenraum |
| Bekennerschreiben | Im Internet veröffentlicht; macht politische Vorwürfe gegen Betreiber |
| Ermittler | Polizei Wuppertal/Solingen, Staatsschutz |
Hintergrund: Kontroverse um Betreiber
Das Studio wird unter der Firma AlphaGE GmbH geführt. Als Geschäftsführer ist Heidrich Kopelke eingetragen; Rapper Kollegah (Felix Blume) ist als prominenter Gesellschafter und Namensgeber beteiligt. Bei der Eröffnung Anfang Januar war es bereits zu Protesten gekommen — Kritiker verwiesen auf frühere Vorwürfe gegen Kollegah wegen rechtspopulistischer und antisemitischer Textpassagen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Geschäftspartner: Recherchen, unter anderem der Süddeutschen Zeitung, bringen Kopelke laut Berichten mit Akteuren der rechtsextremen Szene in Verbindung. Der Name Thor Steinar fiel im Zusammenhang mit angeblichen Kontakten; die Marke wird in Deutschland als Erkennungszeichen innerhalb der Szene beobachtet.
Kopelke hat gegenüber dem Solinger Tageblatt jede politische Ausrichtung des Unternehmens zurückgewiesen und sich von Extremismus distanziert. Das sind bislang seine Angaben — die Ermittlungen sollen klären, ob Belastbares hinter den Vorwürfen steht.
Folgen und offene Fragen
Unabhängig von der politischen Einordnung hat der Vorfall mehrere unmittelbare Konsequenzen: Personal, Kunden und Anwohner sind durch Geruchs- und Gesundheitsgefahren betroffen, das Studio muss aufwändig gereinigt werden, und der Ruf der Betreiber steht erneut in der öffentlichen Debatte.
- Juristisch: Die Staatsanwaltschaft prüft Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung (durch das Ausbringen einer ätzenden Substanz).
- Öffentlich: Der Fall schürt die Diskussion über Verantwortung von Künstlern für das Verhalten ihrer Geschäftspartner und Grenzen legitimen Protests.
- Sicherheit: Betreiber lokaler Unternehmen sehen sich wachsender Sicherheitsanforderungen gegenüber, wenn politische Konflikte in Sachbeschädigungen münden.
Die Polizei warnt davor, Anschuldigungen außerhalb rechtlicher Wege zu „richten“; sie bittet zugleich um Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Identifizierung der Täter führen können. Wie die Ermittlungen ausgehen, bleibt abzuwarten — sowohl strafrechtlich als auch im Hinblick auf mögliche zivilrechtliche Folgen für das Fitnessstudio.
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.