Elton John: welche Alben sich heute lohnen und welche Sie getrost überspringen

September 14, 2026

Elton John: welche Alben sich heute lohnen und welche Sie getrost überspringen

Elton Johns Lebenswerk ist so umfangreich, dass selbst eingefleischte Fans immer wieder neu sortieren müssen: Welche Platten lohnen als Einstieg, welche sind eher für Sammler — und wo steckt bloß das Karaoke-Potenzial? Angesichts aktueller Reissues und Streaming-Hits lohnt sich ein Blick zurück, um zu entscheiden, welche Alben heute noch relevant sind.

Essenzielle Alben

Elton John (1970)

Das Album, das Elton erstmals einem breiteren Publikum vorstellte, enthält mit Your Song einen seiner nachhaltigsten Klassiker. Die Platte zeigt ihn in vielen Rollen: intime Klavierballaden, souliges Organ-Stampfen und theatralische Ausbrüche wechseln sich ab — eine frühe Visitenkarte, die seine spätere Vielseitigkeit vorwegnimmt.

Elfenbeinklavier und Notizen, Symbol für frühe Singer-Songwriter-Aufnahmen
Das Debütkapitel: intime Klavierballaden prägen das frühe Elton-John-Image.

Madman Across the Water (1971)

Aufgenommen in kurzer, intensiver Session: dieses Werk bringt Songtelling und Arrangementkunst zusammen. Tiny Dancer wächst hier von zartem Klavierintro zu einem opulenten Rockstück; der Longplayer dokumentiert Eltons Auseinandersetzung mit dem Amerika-Tourleben und enthält Spuren, die später in unerwarteten Kollaborationen wieder auftauchen sollten.

Honky Château (1972)

Entstanden in einem französischen Landhausstudio, ist dieses Album der Ausgangspunkt für einige von Eltons größten Melodien. Der Sound bleibt klar und luftige Pop-Arrangements treffen auf eingängige Hooks — ideal für Einsteiger, die die melodische Seite seiner Arbeit schätzen.

Goodbye Yellow Brick Road (1973)

Ein Doppelalbum, das Hits und balladeske Tiefpunkte kombiniert: vom energiegeladenen Rock bis zur rührenden Hommage an Marilyn Monroe. Insbesondere die später neu adaptierte Trauerballade erhielt durch eine erneute Aufnahme im Jahr 1997 eine zusätzliche historische Schicht.

Doppelalbum-Vinyls in einer Sammlung, Sinnbild für ein großes Statement-Album
Goodbye Yellow Brick Road bleibt das zentrale Doppelalbum in Eltons Diskografie.

Too Low for Zero (1983)

Ein spürbares Comeback, das Elton wieder in die Pop-Arena setzte. Singles wie „I’m Still Standing“ haben sich als Generationen übergreifende Widerstands- und Mut-Hymnen etabliert; die Platte markiert zudem seinen Übergang in Richtung Adult Contemporary.

  • Beste Einstiegsalben: Elton John (1970), Honky Château, Goodbye Yellow Brick Road
  • Karaoke- und Partyfavoriten: Your Song, Rocket Man, Bennie And The Jets
  • Für Entdecker: Madman Across the Water — viele Details entfalten sich erst beim wiederholten Hören

Auch empfehlenswert

A Single Man (1978)

Vor allem wegen des Instrumentals „Song for Guy“ verdient diese Platte Aufmerksamkeit: ein melancholisches Klavierstück, das in seiner Schlichtheit große Wirkung entfaltet und Eltons kommunikative Bandbreite zwischen Pop und ernster, fast klassischer Melodik zeigt.

Ice on Fire (1985)

Uneinheitlich, aber mit starken Momenten: „Nikita“ ist ein popkulturelles Zeitdokument des Kalten Kriegs, verpackt in eine überraschend smoothing Produktion. Gastmusiker aus Funk- und Popkreisen prägen den Klang, wodurch die Platte stilistisch etwas sprunghaft wirkt.

The Union (2010)

Die Zusammenarbeit mit Leon Russell führt Elton zurück zu rootsorientierten Texturen. Produziert mit Augenmerk auf Songwriting und organischen Arrangements, überzeugt das Album durch harmonische Stimmen und eine spürbare Liebe zum Americana-Sound.

Weniger gelungen

Victim of Love (1979)

Der Versuch, mit dem Disco-Trend zu schwimmen, wirkt hier zunehmend deplatziert. Die Produktion setzt stark auf zeitgenössische Club-Ästhetik, verliert dabei aber oft die charakteristische Melodiesicherheit, die Elton auszeichnet.

Kurioses, Camp und Archivfunde

Duets (1993)

Eine schrill-bunte Sammlung von Kollaborationen: mal charmant, mal over the top. Höhepunkt ist ein Live-Duett, das emotionale Großbühnen-Momente einfängt, während einige Studiopartnerschaften eher das campy Potenzial des Pop vorführen.

Regimental Sgt. Zippo (1968/2021)

Ursprünglich als Debüt gedacht, blieb die Platte lange im Archiv und wurde erst Jahrzehnte später veröffentlicht. Sie zeigt frühe Versuche mit psychedelischen und progressiven Gesten — interessant für Sammler, aber musikalisch uneinheitlich.

The Lockdown Sessions (2021)

Ein Produkt der Pandemieära: das Album kombiniert neue Kollaborationen und Neuinterpretationen älterer Motive. Der Erfolg des Remixes Cold Heart (Pnau Remix) machte die Platte zugleich zum Streaming-Phänomen und zum Beispiel dafür, wie Nostalgie und zeitgenössische Produktion sich vermischen können.

Was bedeutet das für Hörer heute? Wer neu einsteigt, sollte mit den frühen Siebziger-Alben beginnen — dort liegen Melodien und Songwriting, die Elton zu einem globalen Namen machten. Sammler und Musikhistoriker finden in den späteren Reunions und Archivveröffentlichungen reichlich Material, das Kontext für die Entwicklung seines Stils bietet.

Eltons Werk bleibt facettenreich: einige Platten sind zeitlose Klassiker, andere historische Kuriositäten. Zusammen geben sie ein Bild von einem Künstler, der ständig zwischen Glamour und Melancholie, Experiment und eingängigem Pop pendelte — und dessen Lieder bis heute Resonanz haben.

Ähnliche Beiträge:

Bewerten Sie diesen {Typ}
LESEN  Top Alben 2026: Entdecken Sie die neuesten Hits und Geheimtipps!

Neueste Artikel

GTA 6: Justice liefern neuen Song und sorgen für Gesprächsstoff

Dresden verliert Fördergelder durch UNESCO-Konflikt: Millionen fehlen jetzt im Haushalt

Juan Atkins gestorben: Detroit-Techno verliert eine Legende im Alter von 64

Weltkulturerbe Dresden in Gefahr: Was Besucher jetzt wissen müssen

Schreibe einen Kommentar

Share to...