Seltene Tiere, beeindruckend große Gehege und hautnahe Begegnungen: Einige Zoos in Deutschland sind so faszinierend, dass sie allein einen Besuch wert sind. Darüber hinaus bieten sie zahlreiche Extras, sobald man die Tore des Tierparks durchschreitet…
Leipzig: Zwischen Zoo und Völkerschlachtdenkmal
Warum wird der 27 Hektar große „Zoo der Zukunft“ regelmäßig in Top-Rankings gelistet? Zum einen liegt es an seiner starken Präsenz im Fernsehen durch eine beliebte Doku-Soap. Zum anderen werden artgerechte Zucht und einzigartige Besuchererlebnisse geschickt miteinander verknüpft. Dies wird besonders im weltweit einzigartigen Großaffenhaus „Pongoland“ deutlich. „Gondwanaland“, der größte künstliche Regenwald Deutschlands, beherbergt allein 200 exotische Tierarten und 500 Pflanzenarten. Auch die Schneeleoparden und der Elefantentempel mit Unterwassersicht auf badende Dickhäuter sind eine Seltenheit. Ein Tag reicht kaum aus, um all die anderen Sehenswürdigkeiten in „Leibzsch“, wie die lebhafte und entspannte Studentenstadt in Sachsen genannt wird, zu entdecken. Für die Oper, das alte Rathaus, die elegante Mädler-Passage mit Goethes „Auerbachs Keller“ und die Thomaskirche, berühmt durch J.S. Bach und den Thomanerchor, sowie das außerhalb gelegene Völkerschlachtdenkmal braucht man definitiv mehr Zeit…
Stuttgart: Tiere, Pflanzen, Architektur
Die Wilhelma, ursprünglich als Palastanlage von König Wilhelm I. von Württemberg konzipiert, ist einer der meistbesuchten Zoos in Deutschland. Sie ist eine einzigartige Kombination aus Zoo (mit etwa 1.200 Tierarten), botanischem Garten (mit rund 8.500 Pflanzenarten) und historischem Park (mit viel maurischer Architektur). Besonders beeindruckend sind jedoch die Tiere und ihre teils imposanten Gehege, insbesondere das Affenhaus mit einem „Kindergarten“ für handaufgezogene Gorillas, das Bären- und Klettertiergehege sowie das Aquarium. Auch das Amazonashaus, das tropische Pflanzen und Tiere beherbergt, wird Sie nicht kalt lassen. Der lange Schlossgarten führt Sie bis in die Innenstadt zum Nationaltheater, zum Hauptbahnhof und zum Neuen Schloss. Auf dem gegenüberliegenden Platz erinnert die 30 Meter hohe Jubiläumssäule genau an – König Wilhelm I. von Württemberg. Damit schließt sich der Kreis.
Hamburg: Wegbereiter moderner Zoos
Der Tierpark Hagenbeck, der wunderschön gestaltet und im Besitz derselben Familie wie das benachbarte Tropen-Aquarium ist, ist eine Institution in Hamburg. Obwohl er früher gegründet wurde, machte er Schlagzeilen, als er 1907 an seinem jetzigen Standort im Stadtteil Stellingen als erster Zoo der Welt ohne Gitter eröffnet wurde. Carl Hagenbeck war damit ein Wegbereiter der modernen Zoos und seiner Zeit weit voraus. In der Folge wurde der Zoo immer wieder in den Medien präsentiert. Als Kulisse für Fernsehserien trat unter anderem der berühmte Walross Antje (unvergessliches Maskottchen des Norddeutschen Rundfunks) oder der älteste Orang-Utan Sumatras der Welt auf, der 2021 ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wird. Das 2012 eröffnete Eismeer bietet auf einem 750 Meter langen Pfad Einblicke in das Leben von Pelzrobben, Eisbären und Pinguinen in einer modernen, naturnahen Umgebung. Nicht zu vergessen, die Miniaturversion des Zoos im Miniatur Wunderland in der Speicherstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) nahe der Elbphilharmonie. Selbstverständlich wird auch hier der „Hagenbeck“ geehrt…
Hannover: Zambezi oder Leine? Beides, mein Kapitän!
Der 1865 eröffnete Zoo Hannover hat eine reiche Geschichte, hat sich aber keineswegs auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Im Gegenteil, es war eine der ersten Adressen weltweit, wenn es darum ging, attraktive Shows zu präsentieren. Pelikane und Bennett-Kängurus sind in für alle zugänglichen Gehegen aus nächster Nähe zu beobachten. Der perfekte Abschluss eines Zoobesuchs ist die Zambezi-Safari. Besucher können auf Booten Flamingos und Giraffen in aller Ruhe beobachten. Auf dem Gorillaberg sehen Sie die eindrucksvollen Affen im Nebel. Pinguine, Seehunde und Eisbären erwarten Sie in einer weitläufigen Alaska-Landschaft mit einem Wasserlauf, einem Wolfsschlucht und einem Hafen. Am Ufer des Maschsees im Leinemasch, einem beliebten Treffpunkt im Stadtzentrum zum Baden (in der Sonne), Flanieren, Radfahren und Joggen, sind es eher Enten, die das Bild prägen. Ideal für alle, denen das Steinhuder Meer, der größte Binnensee Nordwestdeutschlands mit seinen 30 Quadratmetern, zu weit entfernt ist. Der Besuch der Herrenhäuser Gärten, des niedersächsischen Landesmuseums oder der Staatsoper Hannover bietet weitere abwechslungsreiche Optionen, wenn man auf der Suche nach etwas Neuem ist.
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.