Das Design prägt unseren Alltag, obwohl es oft im Hintergrund bleibt. Museen hingegen bringen das Design in den Vordergrund, wo es in Form von industriellem und grafischem Design, Produktgestaltungen und modernen angewandten Künsten gewürdigt wird. Oft zeigt sich die Liebe zur Ästhetik bereits in der Architektur der Museumsgebäude selbst.
Museum des Bauhaus: Alte Schätze in neuem Zuhause
Deutschland ist bekannt für seine Exporte, und das Bauhaus, gegründet von Walter Gropius, gilt als besonders erfolgreicher Kulturexport. Diese Design-, Architektur- und Kunstschule ist zweifellos die bedeutendste des 20. Jahrhunderts. Obwohl Dessau-Roßlau oft als Höhepunkt der Bauhaus-Ära angesehen wird, spielt auch Weimar eine wichtige Rolle als Gründungsort. 2019 wurde dort zum hundertjährigen Bestehen ein neues Museum eröffnet. Es dient als Begegnungsstätte, die an die Anfangszeit des Bauhaus erinnert. Die dortige „Diskussionsbasis“ beherbergt die älteste Sammlung von Werkstattarbeiten, die hinter der monumental anmutenden Betonfassade eines Steinbaus verborgen ist, den Gropius 1925 entwarf. Diese Sammlung bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Kunst und Kunstschulen in Weimar zwischen 1900 und 1930, einschließlich Gemälden, Grafiken, Projekten, Produktdesigns, Fotografien und historischen Dokumenten. Beliebt sind auch die Möbelstücke von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe sowie die Werke von Paul Klee, László Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, nicht zu vergessen die architektonischen Projekte von Gropius selbst.
Vitra Design Museum: Ein Campus voller Highlights
Frank O. Gehry, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Architekten, bekannt für Werke wie das Walt Disney Concert Hall in Los Angeles und das Guggenheim-Museum in Bilbao, hat auch in Weil am Rhein einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seine teils geschwungene, teils kantige Struktur aus weißem Gips und einer Titan-Zink-Legierung wurde 1989 als Ausstellungsraum für die Möbelmarke Vitra eingeweiht, deren Produktionsstätten sich in unmittelbarer Nähe befinden. Schnell entschied man, aus diesem spektakulären Bau ein Museum zu machen und es für weitere Designobjekte und Künstler zu öffnen, was durch mehrere temporäre Ausstellungen pro Jahr realisiert wird. Der Vitra Campus wurde zudem durch namhafte Neuzugänge bereichert. Die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid gestaltete die Feuerwache neu, der niederländische Landschaftsarchitekt Piet Oudolf erschuf einen Wildgarten, und das Architektenteam Herzog & de Meuron entwarf zunächst das verschachtelte Vitra Haus mit seinem Flagship-Store und dann 2016 das Schaudepot, in dem eine der weltweit größten Dauerausstellungen modernen Möbeldesigns zu sehen ist. Die Ausstellung umfasst etwa 400 Schlüsselobjekte von 1800 bis heute (die Gesamtsammlung zählt 20.000 Objekte!), darunter frühe Möbel aus gebogenem Holz und klassische modernistische Ikonen von Le Corbusier oder Gerrit Rietveld sowie jüngste Kreationen aus dem 3D-Drucker.
Marta Herford: Ein großes Kunstmuseum in Ostwestfalen
Auch jenseits der großen kulturellen Zentren entfaltet sich die moderne Kunst mit Bravour. Ein glänzendes Beispiel dafür bietet Herford, eine Stadt mit etwa 65.000 Einwohnern in Ostwestfalen, die lange Zeit für ihre Möbel- und Bekleidungsindustrie bekannt war. Hier wurde 2005 das MARTa eröffnet, das 2014 zum „Museum des Jahres“ gekürt wurde. Der Fokus auf zeitgenössische Kunst, mit einem besonderen Augenmerk auf Design und Architektur, spiegelt sich nicht nur im Namen – eine Kombination aus Möbel (M), Kunst (ART) und Atmosphäre (a) –, sondern auch in seiner architektonischen Gestaltung wider. Mit seinen fließenden, schrägen Wänden ist der Komplex der ineinandergreifenden Gebäude eine der ungewöhnlichsten Museumsstrukturen weltweit, entworfen von Frank O. Gehry. Für die fensterlose Straßenfassade wählte der berühmte amerikanische Architekt dunkelrote Ziegel, die mit dem hellen Edelstahldach und dem weiß verputzten Kern des Gebäudes kontrastieren. Neben den Galerien, die immer wieder neue und hochkarätige Ausstellungen beherbergen, umfasst der Komplex auch das „Kupferbar“, eine lichtdurchflutete Bar mit Terrasse am Fluss Aa, den Museumsshop und ein lebhaftes Veranstaltungsforum.
Red Dot Design Museum: Punkte sammeln auf die schönste Art
Besteck, Möbel, Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Küchengeräte und vieles mehr. Im Red Dot Design Museum in Essen werden zahlreiche Gegenstände ausgestellt, die man sich gut in einem Kaufhaus oder im eigenen Heim vorstellen könnte. Doch die rund 2.000 ausgestellten Objekte sind keineswegs das Ergebnis eines Einkaufsbummels oder einer Haushaltsauflösung. Nur Produkte, die mit einem der jährlich vergebenen „Red Dot Design Awards“ ausgezeichnet wurden, finden Eingang in das Museum, das sich in der ehemaligen Kesselhaus der Zeche Zollverein befindet, einem UNESCO-Weltkulturerbe, das 1997 von der Architekturikone Sir Norman Foster umgestaltet wurde. Zunächst werden die Gewinner einen Monat lang in einer Sonderausstellung präsentiert, bevor sie in die reguläre Sammlung des Museums aufgenommen werden, die mit ihren 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die größte ihrer Art weltweit ist. Zu sehen sind beispielsweise die „Spacewalker“-Leuchten von 2009 des Herstellers Dark NV, eine sieben Meter hohe Skulptur aus Papierblättern nach einem Entwurf des international bekannten Designers Yao Yingjia, ein Fiat 500 und die komplett aus Aluminium gefertigte Karosserie eines Audi A8, die beeindruckend unter der Decke hängt.
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.