Gerichtsentscheidung: Birkenstock Sandalen sind keine Kunstwerke
Obwohl sie bei Hollywood-Stars und Popmusikern beliebt sind, hat das oberste deutsche Gericht am Donnerstag entschieden, dass Birkenstock Sandalen keine Kunstwerke darstellen.
Der deutsche Sandalenhersteller hatte darauf abgezielt, eine gerichtliche Entscheidung zu erlangen, die seine Schuhe, bekannt für ihre Kork- und Latexsohlen, als Kunst klassifizieren und dadurch starken Urheberrechtsschutz genießen würden.
Die Firma, deren Sandalen sich im Laufe der Jahre von unscheinbarem Schuhwerk zu begehrten Modeartikeln gewandelt haben, versuchte, drei Wettbewerber davon abzuhalten, ähnliche Produkte zu verkaufen.
Birkenstock wollte erreichen, dass die Produkte der drei Konkurrenten – den deutschen Einzelhändlern Tchibo und shoe.com sowie dem dänischen Einzelhändler Bestseller – vom Markt genommen und vernichtet werden.
Das Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigte jedoch das Urteil eines untergeordneten Gerichts, dass Birkenstocks Sandalen nicht als „urheberrechtlich geschützte Werke der angewandten Kunst“ angesehen werden können.
„Damit ein Urheberrechtsschutz greift, muss ein solches Maß an Gestaltung vorliegen, dass das Produkt eine gewisse Individualität aufweist“, erklärte das Gericht.
„Reine Handwerkskunst unter Verwendung formaler Gestaltungselemente“ reiche hierfür nicht aus, so das Gericht, womit eine rechtliche Auseinandersetzung, die im Mai 2023 begann, ihr Ende fand.
Trotz des Urteils verteidigte Birkenstock die Entscheidung, den Fall vor Gericht zu bringen.
„Wir möchten sicherstellen, dass Nachahmer nicht länger auf Kosten unserer Marke Profit schlagen können“, sagte Unternehmenssprecher Jochen Gutzy.
Gegründet im Jahr 1774 in einer kleinen Gemeinde im Südwesten Deutschlands als Unternehmen, das sich auf die Herstellung orthopädischer Schuhe spezialisierte, hat sich Birkenstock zu einem globalen Schuhriesen entwickelt.
Die Sandalen erfreuen sich bei VIPs großer Beliebtheit, mit Sängern wie Katy Perry und Britney Spears, die in den letzten Jahren das Schuhwerk trugen.
Sie wurden auch im Hitfilm „Barbie“ von 2023 gezeigt, als Schauspielerin Margot Robbie ihre High Heels gegen ein pinkes Paar tauschte.
Im Jahr 2021 verkaufte die Familie Birkenstock die Mehrheitsbeteiligung an der Gruppe an das mit LVMH verbundene Private-Equity-Unternehmen L Catterton und den Familienholdingfonds Financiere Agache des französischen Milliardärs Bernard Arnault.
Im Jahr 2023 startete das Unternehmen ein internationales öffentliches Angebot an der New Yorker Börse.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.