Kinos in Deutschland öffnen wieder – unter strengen Auflagen
Bis März war der Besuch eines Kinos in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Dies änderte sich jedoch Mitte des Monats schlagartig, als die Kinos landesweit aufgrund der Coronavirus-Pandemie geschlossen wurden.
Nun beginnen jedoch die Kinos wieder, ihre Türen für Besucher zu öffnen – allerdings unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln.
Einige der ersten Kinos haben bereits in Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz geöffnet.
Am Mittwoch, den 27. Mai, wird Hamburg folgen und am Donnerstag, den 28. Mai, Sachsen-Anhalt. In den nächsten Tagen sind weitere Eröffnungen in Nordrhein-Westfalen am 30. Mai, Baden-Württemberg am 1. Juni, Brandenburg am 6. Juni und Bayern am 15. Juni geplant.
Doch wie wird der Kinobesuch in Zukunft aussehen?
Können Sie noch Ihre Sitze wählen?
Die freie Platzwahl dürfte der Vergangenheit angehören. Viele Kinos bitten ihre Kunden, ihre Tickets im Voraus online für bestimmte Plätze zu kaufen. Um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, werden jedoch nicht alle Sitze verfügbar sein.
Paare und Freunde dürfen nebeneinander sitzen, wenn sie gemeinsam buchen, aber die aktuellen Regeln erfordern einen Abstand von 1,5 Metern zum nächsten Besucher.
Auch andere Kultureinrichtungen in Deutschland, die seit Mitte März geschlossen waren, planen gestaffelte Sitzanordnungen, um den Abstand zu wahren.
neue Realität: So wird es ab nächster Spielzeit im Großen Haus aussehen. #BEsonders2021 pic.twitter.com/ZZuLOHRnLa
— Berliner Ensemble (@blnensemble) May 26, 2020
Wie genau die Kinos die Abstandsregeln bei der Buchung durchsetzen werden, ist noch nicht überall klar.
„Zwischen den Sitzplätzen, die online als Zwei-Personen-Blöcke gebucht werden können, werden entsprechende Sitze für den erforderlichen Abstand gesperrt und bleiben frei“, sagte Cinemaxx-Geschäftsführer Frank Thomsen.
Es wird wahrscheinlich auch Plexiglasscheiben zwischen den Sitzblöcken geben.
Laut Christine Berg vom Vorstand der HDF Kino könnten auch die Ticket-Systeme so angepasst werden, dass das System automatisch die umliegenden Sitze sperrt, wenn eine Buchung erfolgt.
Geringe Kapazität der Kinobesucher
Die Kinos hoffen jedoch, dass diese Abstandsregeln gelockert werden. Laut den Verbänden HDF Kino und AG Kino könnte ein Kino, wenn der Abstand bei 1,5 Metern bleibt, nur zu maximal 20 oder 25 Prozent gefüllt werden, was bedeutet, dass die Mehrheit der Sitze leer bleibt.
„Wenn zwei Sitze belegt sind, müssen zwölf frei bleiben“, sagte Berg.
Laut Christian Bräuer von AG Kino wäre sogar ein Meter Abstand – wie es in Österreich der Fall ist – eine Verbesserung, denn dann könnte jede Reihe besetzt werden.
„Dann wäre ein Schachbrettsystem denkbar, bei dem jede Reihe besetzt ist, die Sitze jedoch versetzt und nicht direkt hintereinander liegen.“
Verpflegung
Für viele gehört zum Kinobesuch auch das Essen: Manche genießen Nachos, andere knabbern an einem riesigen Beutel Popcorn, während wieder andere mit einem Bier oder Prosecco anstoßen.
Auf das Naschen im Theater müssen die Besucher nicht verzichten: An den Bars und Theken der Kinos werden Getränke und Snacks wie gewohnt erhältlich sein. Doch aufgrund der Hygienevorschriften wird es etwas anders sein als zuvor, ähnlich wie in Supermärkten und anderen Geschäften.
Das bedeutet meistens: Anstehen und Bestellen mit Abstand und Maske. Mitarbeiter stehen oft hinter einer Plexiglasscheibe. Möglicherweise werden in Zukunft Nachos und Co. mit einer kleinen Abdeckung ausgegeben.
Toilettenbesuch
„Entschuldigung, darf ich mal kurz vorbei?“ war ein häufig gehörter Satz in deutschen Kinos.
Früher musste man, wenn man auf die Toilette wollte, an den anderen Kinobesuchern in der Reihe vorbeidrängen und dabei im Dunkeln darauf achten, nicht auf Zehen zu treten.
Jetzt wird es deutlich weniger Menschen in derselben Reihe geben, wenn überhaupt. Die Toiletten können weiterhin benutzt werden, doch es wird erwartet, dass Gäste eine Maske tragen, wann immer sie ihren Sitz verlassen.
Hinter den Kulissen
Kinobetreiber organisieren sich nun auch anders als zuvor. Insbesondere in größeren Theatern werden Filme stärker gestaffelt als zuvor, damit nicht so viele Gäste gleichzeitig im selben Bereich warten.
Es wird auch häufigere Reinigungen geben, insbesondere für Türgriffe und Oberflächen. Die Türen zu den Sälen werden während der Einlasszeit wahrscheinlich auch offen bleiben, damit nicht jeder die Griffe berühren muss.
Waren Sie bereits in einem neu eröffneten Kino in Deutschland? Wie war Ihre Erfahrung?
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.