Die unaufhaltsame Kraft der Musik
Die Musik lässt sich nicht aufhalten, das beweist eine neue Partnerschaft zwischen Clubbesitzern, Veranstaltern, Fans elektronischer Tanzmusik und dem französisch-deutschen Fernsehsender ARTE.
„United We Stream“ ist ihr Weg, die Clubkultur während der Coronavirus-Krise am Leben zu erhalten. Dieses Projekt nahm seinen Anfang in Berlin, das als einer der weltweiten Mittelpunkte für Techno gilt.
Nachdem Mitte März als Reaktion auf die Pandemie die Clubs der Hauptstadt geschlossen wurden, schlossen sich die Berliner Clubkommission und Reclaim Club Culture, eine antirassistische Organisation, zusammen, um United We Stream ins Leben zu rufen. Sie übertrugen DJ-Sets aus leeren Clubs wie dem Tresor, dem KitKat Club und dem Suicide Circus für Fans.
Branchenlegenden wie Ellen Allien, DJ Hell und Ian Pooley waren schnell dabei, ihre Unterstützung zu leisten. In den letzten zwei Monaten hat die Organisation jeden Abend der Woche einen Stream geliefert.
Nachdem ARTE sich dem Projekt anschloss, erhielten sie die Plattform und Ressourcen, um regelmäßiger zu streamen. Dies ermöglichte es ihnen, Gelder zu sammeln, um Clubs offen zu halten, und auch Spenden an den Stiftungsfonds für zivile Seenotrettung zu leiten, der Asylsuchenden im Mittelmeer hilft.
Eine Vorschau auf ein bevorstehendes United We Stream Event auf Facebook. Foto: DPA
Mit dem Erfolg der Initiative in Berlin haben sich auch andere deutsche Städte angeschlossen. Hamburg, Nürnberg, München und Stuttgart haben alle eine Reihe von Livestreams veranstaltet, und auch Tanzmusikhauptstädte in anderen Ländern, wie Amsterdam und Wien, haben begonnen, Events auszurichten.
Neben den virtuellen „Clubnächten“ haben sich Schwesterinitiativen wie „United We Talk“ entwickelt, die Raum für Debatten und Diskussionen bieten, nicht nur darüber, was als nächstes für die Clubszene kommt, sondern auch über eine breitere Palette von Themen.
Es gibt noch keine Informationen darüber, wann Berlins Clubs wieder öffnen werden, aber die Organisatoren von United We Stream haben ein fortlaufendes Programm für die nächsten Wochen entwickelt und eine Reihe von Kanälen eingerichtet, durch die Clubs auf die gesammelten Gelder zugreifen können.
Mit Jahrzehnten der Clubkultur, die die Seele der Stadt prägen, wäre es schwer für jede natürliche oder menschengemachte Katastrophe, Berlins Ruf als Wiege der Tanzmusik auszulöschen.
Die Bemühungen von United We Stream zeigen jedoch die Leidenschaft und Entschlossenheit der Berliner und der Deutschen, sich in Zeiten der Not an die Künste, insbesondere an die Musik, zu klammern.
Für weitere Informationen über United We Stream, ein vollständiges Programm der Veranstaltungen und zum Spenden, besuchen Sie deren Website oder ihre Facebook-Seite.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.