Sir Simon Rattle verlässt die Berliner Philharmoniker
Der britische Dirigent Sir Simon Rattle gab am Donnerstag bekannt, dass er seine Position als Chefdirigent der weltberühmten Berliner Philharmoniker nach Ablauf seines Vertrags im Jahr 2018 beenden wird.
Der 57-jährige Maestro erklärte, dass er zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre lang in Berlin tätig gewesen sein wird, nachdem er zuvor 18 Jahre lang dieselbe Rolle in der zentralenglischen Stadt Birmingham innehatte.
„Als Junge aus Liverpool kann ich nicht umhin, an die Beatles-Frage zu denken: ‚Wirst du mich noch brauchen, wenn ich 64 bin?‘ und ich bin sicher, dass es dann Zeit für jemand anderen sein wird, die großartige Herausforderung zu übernehmen, die das Berliner Philharmoniker-Orchester darstellt“, sagte er in einer von dem Orchester veröffentlichten Erklärung.
Rattle gab zu, dass es „keine leichte Entscheidung“ war und äußerte sich daraufhin, dass er sich auf weitere fünf Jahre an der Spitze in Berlin freue.
„Ich liebe dieses Orchester und wollte ihnen daher meine Entscheidung so früh wie möglich mitteilen“, sagte er. „Ich hoffe zutiefst, dass dies ihnen genügend Zeit gibt, um neue Pläne zu schmieden.“
Wer Rattle nachfolgen wird, war zunächst unklar, jedoch wurden erfahrene Dirigenten wie der israelisch-argentinische Daniel Barenboim und Christian Thielemann vom Staatsorchester Dresden als mögliche Nachfolger angesehen, oder, passend zum eigenwilligen Image Berlins, ein junges Nachwuchstalent.
Rattle wurde zitiert, dass seine Beziehung zu den Musikern des Orchesters zeitweise „turbulent“ war, doch er ist äußerst beliebt bei den leidenschaftlichen Musikliebhabern in Berlin und seine Konzerte sind regelmäßig ausverkauft.
Er kam 2002 von Birmingham nach Berlin und folgte dem Italiener Claudio Abbado nach.
Martin Hoffmann, der Generalmanager der Philharmoniker, bezeichnete Rattles geplanten Abschied als „sehr traurige Nachricht“ für Berlin.
„Mit seiner herausragenden Musikalität und Kreativität hat er täglich neue Zuhörer für das Orchester begeistert und das nationale sowie internationale Bild der Berliner Philharmoniker als vitalen kulturellen Botschafter Berlins geprägt“, sagte er.
Die Philharmoniker-Vorsitzenden Peter Riegelbauer und Stefan Dohr äußerten ihr Bedauern darüber, dass das Orchester nach 2018 nicht mehr unter Rattles Leitung stehen wird.
„Wir freuen uns auf viele spannende Projekte, die bereits in der Planungsphase sind“, sagten sie in einer gemeinsamen Erklärung.
AFP/mry
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.