Mediennutzung in Deutschland: So informieren sich die Deutschen jetzt

Juni 15, 2026

Quels médias les personnes en Allemagne utilisent-elles ?

Die Mediennutzung in Deutschland hat sich binnen weniger Jahre deutlich verschoben: Menschen verbringen mittlerweile fast elf Stunden täglich mit Medien, wobei traditionelle Angebote wie Radio und Fernsehen weiter stark gefragt sind – zugleich wächst die Bedeutung digitaler Plattformen. Diese Entwicklung prägt Alltag, Werbemärkte und die Zukunft gedruckter Zeitungen.

Fast ein halber Tag für Medien

2025 lag die durchschnittliche tägliche Medienzeit der 14- bis 69-Jährigen in Deutschland bei rund 10 Stunden und 53 Minuten. Das zeigt, wie stark audiovisuelle und digitale Inhalte in den Tagesablauf integriert sind.

Radio bleibt präsent

Als täglicher Begleiter behauptet sich das Radio: Im Schnitt hören Menschen in Deutschland etwa 189 Minuten täglich Radio – häufig parallel zu anderen Tätigkeiten wie Hausarbeit oder Sport. Die Nutzungsdauer ist insgesamt stabil bis leicht steigend, was die Bedeutung von Radio für Mobilität und Hintergrundbeschallung unterstreicht.

Fernsehen versus Streaming

Linear ausgestrahltes Fernsehen belegt den zweiten Platz mit etwa 175 Minuten Nutzung pro Tag. Parallel gewinnt die Nutzung von Online-Mediatheken und Video-on-Demand weiter an Tempo: Streaming-Dienste erreichen derzeit rund 143 Minuten täglich und verzeichnen eine klare Aufwärtsdynamik.

Die Zahlen zeigen: Klassisches Fernsehprogramm bleibt relevant, während On-Demand-Angebote zunehmend Sehdauer von Zuschauern binden.

Internetnutzung: Blick auf die Details

Rein betrachtet – also ohne Online-Videos, Musik-Streaming und Kommunikationsdienste – fällt die tägliche Zeit für allgemeine Internetaktivitäten überraschend niedrig aus: etwa 21 Minuten. Social-Media-Nutzung liegt bei rund 14 Minuten täglich.

Betrachtet man jedoch die gesamte mediale Internetnutzung, ergibt sich ein anderes Bild: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die tägliche Online-Zeit mehr als verdoppelt, von rund 80 Minuten (2016) auf etwa 197 Minuten (2025).

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Presse: mehr Digitalnutzer, gedruckte Auflagen schrumpfen

Bei Zeitungen und Zeitschriften hat sich 2025 eine deutliche Verschiebung Richtung Digitales abgezeichnet. Rund 37 Millionen Menschen nutzten digitale Ausgaben, während etwa 28 Millionen gedruckte Varianten lasen.

Für die gesamte Bevölkerung ab 10 Jahren ergab sich 2024 eine durchschnittliche tägliche Lesezeit für Print- und Digitalmedien von knapp 27 Minuten. Gleichzeitig gehen Auflage und Reichweite vieler regionaler Printtitel zurück – obwohl die lokale Presselandschaft mit mehr als 200 regionalen Titeln weiterhin umfangreich bleibt.

  • Durchschnittliche tägliche Medienzeit (14–69 Jahre, 2025): 10 Std. 53 Min.
  • Radio: ca. 189 Min./Tag
  • Lineares Fernsehen: ca. 175 Min./Tag
  • Online-Video / Streaming: ca. 143 Min./Tag
  • Gesamte Internetnutzung (2016 → 2025): 80 Min. → 197 Min./Tag
  • Digitale Pressenutzung (2025): ca. 37 Mio. Nutzer

Was das für Nutzer und Branche bedeutet

Für Mediennutzer zeigt die Entwicklung, dass Inhalte zunehmend zeit- und ortsunabhängig konsumiert werden. Multitasking bleibt Alltag; lange lineare Programme teilen sich die Aufmerksamkeit mit On-Demand-Angeboten.

Für Verlage und Werbetreibende bedeuten die Zahlen zunehmenden Druck, digitale Angebote zu optimieren und Reichweite dort aufzubauen, wo Nutzer ihre meiste Zeit verbringen. Gleichzeitig stellt der Rückgang gedruckter Auflagen lokale Medien vor Finanzierungserfordernisse.

Die deutsche Medienlandschaft bleibt vielseitig: traditionelle Medien behalten ihre Rolle, doch digitale Plattformen prägen das Nutzungsverhalten zunehmend. Wer heute Medien produziert oder einsetzt, muss diese Verschiebung berücksichtigen.

Quellen: Vaunet, Statista, Statistisches Bundesamt (Destatis).

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