Am 9. Juli wird in Zerbst erstmals in Deutschland ein Denkmal für Katharina die Große enthüllt – das Ende eines jahrelangen Engagements, das lokale Geschichte mit internationalen Beziehungen verknüpfen will. Für die 23.000-Einwohner-Stadt bringt die Skulptur nicht nur Erinnerungswert, sondern auch konkrete Perspektiven für kulturellen Austausch.
Der Motor hinter dem Projekt ist Wladimir Teslenko, der seit 21 Jahren in Zerbst lebt und 1992 einen Verein gründete, um an die in der Region geborene spätere russische Zarin zu erinnern. Was als Initiative zur Bewahrung lokaler Geschichte begann, hat sich zu einem Netz kultureller Kontakte entwickelt – mit Mitgliedern in Deutschland und einem größeren Kreis in Russland.
Vom Geburtsort zur Skulptur
Katharina, als Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt‑Zerbst 1729 geboren, verbrachte ihre Kindheit in der Region, bevor sie zur russischen Herrscherin aufstieg. Das nun aufgestellte Denkmal ist ein Geschenk aus Russland: eine 4,7 Meter hohe Steinskulptur, die rund 230.000 Euro kostet und vom Bildhauer Wladimir Pereyaclavez gefertigt wurde.

Die Enthüllung markiert das Ende einer zweidecennalen Kampagne. Der Verein um Teslenko organisiert inzwischen Schüler- und Kulturaustausche und pflegt eine Partnerschaft mit der russischen Stadt Pushkin.
Was die Stadt erwartet
Andreas Dittmann, der für Kultur in Zerbst zuständige Stadtrat, sieht in dem Denkmal mehr als historischen Wert: Es könne Brücken schlagen – nicht nur symbolisch, sondern auch wirtschaftlich, etwa über neue Kontakte und Projekte.
Auf russischer Seite wird das Vorhaben offenbar auf hoher Ebene begleitet. Die russische Botschaft in Berlin erklärte, das Denkmal habe Priorität für die Regierung; Außenminister Sergej Lawrow wurde als möglicher Gast der Einweihung genannt.
- Einweihung: 9. Juli
- Ort: Zerbst (Sachsen-Anhalt)
- Höhe: 4,7 Meter
- Kosten: ca. 230.000 Euro
- Schenker: Russische Seite
- Initiator: Verein „Katharina II“, gegründet 1992
- Projekte: Kulturaustausch, Schülerprogramme, Städtepartnerschaft mit Pushkin
Für Zerbst bedeutet das Denkmal eine neue Landmarke — zugleich stellt es die Stadt in ein größeres geopolitisches Umfeld. Vertreter beider Seiten betonen den kulturellen Austausch als Hauptziel; wie sich daraus konkrete Kooperationen entwickeln, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Die Enthüllung am 9. Juli ist damit kein rein lokales Ereignis: Sie bündelt historische Erinnerung, zivilgesellschaftliches Engagement und diplomatisches Interesse und könnte Wege für weitere Verbindungen zwischen der Region und Russland öffnen.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.