Berlin erhält eine eigene Filmmeile: Während der Berlinale wird in dieser Woche erstmals ein „Walk of Fame“ eröffnet, auf dem die Stadt ein Dutzend Filmschaffender ehren will — den Auftakt macht die aus Berlin stammende Schauspielerin Marlene Dietrich. Die Aktion soll die filmhistorische Bedeutung Berlins sichtbar machen und künftig jährlich neue Persönlichkeiten mit deutscher Kulturverbindung präsentieren.
Den ersten Stern legt Festivaldirektor Dieter Kosslick gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit am kommenden Donnerstag persönlich auf das neue Pflaster, teilten die Projektverantwortlichen mit. Damit fällt der symbolische Startschuss für einen Weg, der sich an Hollywoods Vorbild anlehnt, aber lokalen Bezug herstellen soll.

Marlene Dietrich war in Berlin geboren, machte Karriere in Hollywood und wurde durch den Film „Der blaue Engel“ (1930) international bekannt; ihr musikalischer Hit „Falling in Love Again“ ist bis heute eng mit ihrem Namen verbunden. Dietrich starb 1992 im Alter von 90 Jahren.
Die gesamte Promenade soll später im Sommer in der Nähe des Filmmuseums auf der Potsdamer Straße fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben werden. Für die Auftaktphase sind zunächst 40 Persönlichkeiten vorgesehen; danach sollen pro Jahr weitere zehn Sterne vergeben werden.

Auswahl und Kriterien liegen in den Händen einer fünfköpfigen Jury, die sowohl lebende als auch verstorbene Filmschaffende berücksichtigen will. Die Organisatoren betonen den Bezug zur deutschen Kultur als verbindendes Merkmal aller Ausgezeichneten.
- Erste Ehrung: Marlene Dietrich — Berliner Herkunft, internationale Karriere
- Erstauflage (insgesamt): 40 Persönlichkeiten
- Folgejahre: jeweils 10 neue Sterne pro Jahr
- Standort: nahe Filmmuseum, Potsdamer Straße — volle Eröffnung im Spätsommer
- Auswahlgremium: fünfköpfige Jury, Kandidaten mit Bezug zu Deutschland
Beobachtern zufolge dürften in der Anfangsaufstellung bekannte Namen der Filmgeschichte auftauchen. Genannt werden unter anderem Regisseure wie Fritz Lang, Fatih Akin, Michael Haneke und Wim Wenders sowie Schauspieler wie Romy Schneider und Arnold Schwarzenegger. Auch Werner Herzog, der als Präsident der aktuellen Jury der Berlinale fungiert, gilt als möglicher Kandidat.
Die Initiative zielt nicht nur auf Anerkennung; sie hat auch städtebauliche und touristische Wirkung: Ein sichtbarer „Walk of Fame“ könnte Besucherströme bündeln und die Erinnerung an Berlins Rolle im Kino stärker verankern. Gleichzeitig dürften Diskussionen über Auswahlkriterien und die Balance zwischen historischen und zeitgenössischen Figuren nicht ausbleiben.
Die Enthüllung während der Berlinale — die in diesem Jahr vom 11. bis 21. Februar stattfindet — macht das Projekt unmittelbar aktuell. Wer auf der Liste steht und wie die langfristige Pflege der Stätten organisiert wird, bleibt in den kommenden Monaten Thema der Kulturberichterstattung.
Ähnliche Beiträge:
- Berlinale in Aufruhr: Spannung und Kontroversen beim Filmfest!
- Schauspieler in Deutschland, die heute die Szene bestimmen
- Erster Sänger von Brittens „War Requiem“ verstorben: Musikwelt trauert
- Polanski bei Berlinale nur noch Schattenfigur
- Entdecken Sie Deutschland: Auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten!

Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.