Der neue Justice-Track mit Tame Impala, SZA und King Gizzard sorgt für Gesprächsstoff: Bei vielen Hörerinnen und Hörern erzeugt das Gitarrenmotiv Erinnerungen an den Dire-Straits-Hit „Money For Nothing“ – doch offiziell gilt bisher keine Übernahme. Für Nutzer von „GTA 6“ und Fans der beteiligten Acts ist das Thema deshalb aktuell, weil die Single Teil des Soundtracks ist, der am 19. November erscheint.
Beim ersten Anhören fällt die Nähe sofort auf: ruhige Synthflächen, dann ein trockenes, knackiges Gitarrenmotiv. Mehrere Fachmedien haben bereits Parallelen zu Dire Straits ausgemacht. Ob das jedoch eine rechtlich relevante Übernahme darstellt, ist gegenwärtig nicht bestätigt.
Musikalische Nähe, aber kein Knopfler-Credit
Musikgeschichtlich ist die Kombination aus Synthesizern und markanter E-Gitarre ein prägnantes Achtziger-Jahre-Element – genau damit spielt der neue Song. Justice verweben diesen Sound mit modernen elektronischen Arrangements und einem Pop-Refrain, den Kevin Parker (Tame Impala) und SZA gemeinsam singen. King Gizzard & The Lizard Wizard sind am Schreibprozess beteiligt, treten aber nicht als prominente Feature-Sänger in Erscheinung.
Wichtig für die Urheberrechtsfrage: In den bisher veröffentlichten Credits fehlen Mark Knopfler und damit eine direkte Nennung des Autors des Dire-Straits-Riffs. Ebenfalls gibt es bislang keine offizielle Bestätigung für ein Sample oder eine lizenzierte Übernahme des Originalmaterials.
- Track: „Flower In A Hurricane“ (Justice feat. Tame Impala, SZA, King Gizzard)
- Album: „Grand Theft Auto VI: The Album“
- Release des Albums: 19. November
- Credits: Mehrere Songwriter gelistet; Mark Knopfler nicht aufgeführt
- Sample-Status: Keine öffentliche Bestätigung einer Verwendung
Warum das auch für Hörerinnen und Hörer relevant ist
Rechtsfragen rund um Melodien und Riffs haben in der Musikbranche oft weitreichende Folgen: von nachträglichen Credit-Anpassungen bis zu Gerichtsverfahren oder Lizenzzahlungen. Bis zu einem offiziellen Statement der Beteiligten bleibt offen, ob hier bloße stilistische Nähe vorliegt oder eine formelle Anerkennung erforderlich wird.

Für Spielerinnen und Spieler von „GTA 6“ spielt die Ästhetik des Titels eine große Rolle: Rockstar Games hat die Spielwelt bewusst mit einem Soundbild durchzogen, das an die Achtziger erinnert. Das erklärt, warum solche Klangbezüge in neuen Stücken besonders stark auffallen und medial aufgegriffen werden.
Der Soundtrack: Umfang und bekannte Namen
Justice sind nicht nur als Interpreten vertreten, sie haben auch Teile des Original-Scores zum Spiel komponiert. Das Album zum Spiel enthält 34 neue Stücke; bereits bestätigte Beiträge kommen etwa von Yung Lean, Travis Scott, PinkPantheress, Fred again.., Etienne de Crécy, Fuerza Regida, Rauw Alejandro, Cardi B, Morgan Wallen und Keith Richards.
Die offizielle Musikbibliothek des Spiels ist jedoch deutlich größer: Rockstar nennt zusätzlich Songs von Tom Petty, The Pointer Sisters, Def Leppard, Depeche Mode, Phil Collins und vielen anderen, was die klangliche Bandbreite erklärt.
Welche Folgen der aktuelle Diskurs haben wird, bleibt abzuwarten. Sollte sich der Eindruck einer inhaltlichen Übernahme verfestigen, könnten die kommenden Wochen Äußerungen der Rechteinhaber oder Nachträge zu den Credits bringen; bis dahin sind sowohl Ähnlichkeit als auch Kontext wichtige Bezugsgrößen für die Debatte.
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.