In manchen Städten oder zumindest in bestimmten Vierteln pulsiert das Leben, sobald die Sonne untergeht. Die Straßen und noch mehr die Bars und Diskotheken sind erfüllt von einer lebendigen Atmosphäre, die von Punk, Techno, Jazz, Rock, Blues und vielen anderen Musikstilen geprägt ist. Das Wichtigste dabei ist, nicht zu schlafen!
Düsseldorf: Mehr als nur Altbier
Der Ausdruck „die längste Theke der Welt“ tauchte ursprünglich in einem beliebten Karnevalslied auf, bevor er durch eine Coverversion von der lokalen Punkband „Die Toten Hosen“ endgültig bekannt wurde. Jeder hier weiß, dass damit die Altstadt Düsseldorfs gemeint ist, die rund 300 Kneipen, Diskotheken, Restaurants und Brauereien beherbergt. Aber Vorsicht! Besonders Neulinge, wie Messebesucher, Kunstverkäufer oder Modedesigner (immerhin ist die Stadt die Modehauptstadt Deutschlands) sollten folgendes beachten: In einer Brauerei wird Ihnen ein neues Bier serviert, sobald Ihr Glas leer ist und Sie nicht Ihren Bierdeckel darauflegen, um es abzudecken. Eine freundliche Geste, die jedoch Folgen haben kann. Schade wäre es, denn die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens hat auch tagsüber viel zu bieten, wie zum Beispiel den modernen Medienhafen mit dem Neuen Zollhof von Stararchitekt Frank Gehry, den 240 Meter hohen Rheinturm mit seinem Drehrestaurant und die Königsallee, auch Kö genannt, die mit ihren 87 Metern nicht nur die breiteste Straße Deutschlands ist, sondern auch eine der führenden Luxuseinkaufsstraßen Europas. Entspannter und weniger glamourös ist der Spaziergang am Rheinufer, der selbst bei leichtem Kater angenehm ist.
München: Mehr als das Oktoberfest
München, die Stadt des Feierns: Viele denken dabei sofort an das ehemalige Bohème-Viertel Schwabing, das bei Nachtschwärmern nach wie vor beliebt ist, oder natürlich an das Oktoberfest. Während der „Wiesn“, dem größten Volksfest der Welt, strömt jährlich Bier in die Kehlen von mehr als sechs Millionen Besuchern. Doch was passiert, wenn die zwei Wochen des Trubels vorbei sind? Was tun, wenn das Wetter nicht mehr zum Picknicken am renaturierten Isar-Ufer oder zu einem Bier im Freien einlädt? Dann zieht es die Feiernden nach innen. Das Glockenbachviertel, ein Nachtclubviertel zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor, sowie das Werksviertel, der Nachfolger der legendären „Kultfabrik“, bieten eine Fülle von Bars und Diskotheken. Und falls Sie während einer Stadttour ein Dampfschiff auf einer Brücke sehen, haben Sie wahrscheinlich zu tief ins Glas geschaut. Das „Alte Utting“ ist ein angesagter neuer Ausgehspot mit einem Freigelände, der Bar „Bahnwärter Thiel“ in umgebauten Eisenbahnwaggons und einem populären Theater, das 2021 eröffnet wurde.
Hamburg: Freiheitswind und vielfältiges Nachtleben auf der Großen Freiheit
Oft als „die sündigste Meile der Welt“ bezeichnet, ist die Reeperbahn fast ein Kilometer lang ein Paradies der Ausschweifungen. Um die rund 950 Meter von Nobistor bis Millerntor zu erkunden, benötigt man jedoch mehrere Stunden, wenn nicht gar Nächte. Es ist selten, so viele Diskotheken, Theater, Bars, Schnellrestaurants und Nachtclubs auf so engem Raum wie im Stadtteil St. Pauli zu finden, ganz zu schweigen von den zwielichtigen Etablissements, insbesondere auf der Herbertstraße. Die zahlreichen nächtlichen Führungen durch berühmte Nachtclubs, Stripclubs oder Bars zeigen, dass die Hotspots rund um den Beatles-Platz und die Große Freiheit auch ein klassischeres Publikum anziehen. Aber das Nachtleben in der Elbmetropole kann auch ganz anders sein, ob im trendigen Schanzenviertel, im portugiesischen Viertel nahe den Landungsbrücken oder in einem der vielen Musical-Theater.
Berlin: Die Stadt, die niemals schläft
Drei besondere Merkmale haben Berlin vor einigen Jahren auf den zweiten Platz des CNN-Rankings der besten Party-Städte der Welt katapultiert, noch vor New York und London. 1. Äußerst flexible Öffnungszeiten, praktisch rund um die Uhr. 2. Ungewöhnliche Veranstaltungsorte wie das RAW in Friedrichshain, das eine Vielzahl von Underground-Kulturen beherbergt. Und 3. Eine überdurchschnittliche Menge und Qualität an Musik, sei es durch Konzerte bekannter Bands oder international erfolgreicher DJs, die die Stimmung in nahezu 200 Clubs und Diskotheken anheizen. Diese sind besonders dicht an der Spree in den Stadtteilen Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain konzentriert. Zwischen diesen Feier-Tempeln finden sich unzählige große und kleine Theater, Musicalbühnen, Karaoke-Bars und über 500 weitere Bars.
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.