90er Nostalgie pur: Die Top 100 Alben, die Sie hören müssen!

März 8, 2026

90er

Das sind die 100 einflussreichsten und unserer Meinung nach besten Alben des Jahrzehnts.

Oasis planen neue Konzerte und 14 Millionen Menschen sind begeistert. Nach 25 Jahren zeichnet sich endlich ein neues Album von Pulp ab. In beliebten Serien wie „The Bear“, „Yellowjackets“ und „English Teacher“ hört man Hits von R.E.M., Pearl Jam, Radiohead und sogar den New Radicals. Crop-Tops, Baggy-Pants und Plateauschuhe sind wieder in Mode bei der Jugend in den Innenstädten. In den sozialen Medien wimmelt es von Clips aus der Blütezeit des Musikfernsehens, alten VHS-Aufnahmen und Tributen an Tamagotchis. An jedem Bauzaun hängen große Plakate für Revival-Partys mit Captain Jack, Haddaway und Lou Bega. Sogar Klapphandys erleben ein Comeback!

Die 90er sind zurück und das ohne Grenzen. Während wir uns zunehmend vor der Gegenwart und besonders vor der Zukunft fürchten, blicken wir mit offenen Augen und Ohren in die Vergangenheit. Welche Alben von damals haben auch heute noch Bestand, begeistern uns weiterhin und erklären, warum die Welt heute so ist, wie sie ist? Don’t look back in anger!

100. The Jayhawks – TOMORROW THE GREEN GRASS (1995)

Mark Olson und Gary Louris, aus den Twin Cities stammend, erinnern mit den Songs ihrer Band The Jayhawks an einen Obsttisch beim Erntedankfest in Neuengland – süß und herb, sonnengereift und erdverbunden. Diese Melodien sind in der DNA des Countryrocks verwurzelt. Man sollte unbedingt die „Legacy Edition“ besorgen, denn nur dort findet sich der eindrucksvolle Titeltrack des Albums. JOCHEN OVERBECK

99. Jim O’Rourke – EUREKA (1999)

Als gelegentlicher Partner und Teilzeitmusiker bei Sonic Youth bringt Jim O’Rourke hier solo eine elegante, überraschend fließende Popmusik auf den Weg, die das Positive schlechthin verkörpert. Und in seiner Coverversion eines Ivor-Cutler-Songs bietet er eine Portion Weisheit: „Women of the world, take over, because if you don’t, the world will come to an end“. FRANK SAWATZKI

98. Autechre – TRI REPETAE (1995)

Vor 30 Jahren war TRI REPETAE eine musikalische Revolution. Der Neuigkeitswert des dritten Albums von Rob Brown und Sean Booth hat sich längst verflüchtigt angesichts noch extremerer elektronischer Experimente. Was bleibt, ist ein Album, auf dem mechanischer Funk, „schöne“ Melodien und neben der Spur liegende Beats auf geniale Weise zusammenkommen. ALBERT KOCH

97. Stereolab – MARS AUDIAC QUINTET (1994)

Es ist schwierig, sich für eines der durchweg aufregenden Stereolab-Alben der 1990er zu entscheiden. MARS AUDIAC QUINTET macht einen sanften Schritt weg vom rauen Sound des Vorgängers TRANSIENT RANDOM-NOISE BURSTS. „Des Étoiles Électroniques“ leuchten über dem knisternden Krautpopprogramm, während Lætitia Sadier und ihre Band „Ping Pong“ im Himmel spielen. Stereolab hypnotisieren die Indie-Rock-Gemeinde. FRANK SAWATZKI

96. Belle & Sebastian – IF YOU’RE FEELING SINISTER (1996)

Stuart Murdochs Belle & Sebastian erweisen sich als geniale Mischung aus Sixties-Baroque-Beat, Eighties-Twee-Pop im Stil von Orange Juice und Außenseiter-Humor. Auf diesem Album schafft der Sound aus Cello, Violine, Gitarre und Trompete eine hervorragende Atmosphäre für die lyrischen Erkundungen des Songwriters aus Glasgow. „Get Me Away From Here, I’m Dying“, singt Murdoch, und das Publikum tanzt dazu. FRANK SAWATZKI

95. The Lemonheads – IT’S A SHAME ABOUT RAY (1992)

Dank der zum 25. Filmjubiläum von „Die Reifeprüfung“ eingespielten Coverversion von „Mrs. Robinson“ sind die Lemonheads plötzlich eine große Band. Doch am besten sind die kleinen Songs der Collegerocker, in denen der Haupt-Slacker Evan Dando in zwei, drei Minuten alles erzählt, wie die Ecstasy-Hymne „Alison’s Starting To Happen“ oder das stürmische „Confetti“. JOCHEN OVERBECK

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94. Tindersticks – TINDERSTICKS (1992)

Ein Album, zwei Optionen: Ganz hören oder gar nicht, denn einzelne Songs herauszupicken wird der Grandezza des Gesamtwerks nicht gerecht. Diese leicht melancholische, originell instrumentierte Kammerpop-Großtat ist abwechselnd einschmeichelnd und ausschweifend, spröde und opulent. Es ist wie ein Soundtrack. Den Film muss man allerdings selbst verantworten. UWE SCHLEIFENBAUM

93. The Magnetic Fields – 69 LOVE SONGS (1999)

Sind 69 LOVE SONGS zu viele? Keineswegs. Man muss Stephen Merrits Magnum Opus nicht am Stück konsumieren. Die Platte ähnelt eher einem Gedichtband, den man nach Belieben aufschlägt, sich unterhalten, berühren, inspirieren lässt und dann wieder zur Seite legt – stets in Griffweite für den nächsten romantischen Ernstfall. REINER REITSAMER

92. Roni Size/Reprazent – NEW FORMS (1997)

Während meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich erneut Bewegungsdrang und hoppelte täglich dieses Meisterwerk weg. Roni Sizes „Digital“ oder auch das ewige „Share The Fall“ waren ermutigender Soundtrack für den Zuhause-Club wider Willen. Der Hamburger Hafen wurde mir durch „Morse Code“ quasi quer übers Viertel in die eigenen vier Wände getragen. Das war toll! REBECCA SPILKER

91. Eels – ELECTRO-SHOCK BLUES (1998)

Auch Elektroschocks kamen nicht gegen die Depressionen von Mark Oliver Everetts Schwester an. Kurz nach ihrem Suizid erlag seine Mutter dem Krebs. In raffiniert-wabernden Indie-Rock-Stücken wird der Sänger zum Chronisten zweier Sterbekämpfe und der Zeit danach. Ein Album, so kindhaft, verstiegen, wehmütig, trostreich und wunderschön wie die Trauerrede eines kostümlosen Clowns – seine Conclusio: „Maybe it’s time to live“. MARTIN SCHÜLER

90. Mazzy Star – AMONG MY SWAN (1996)

Verheerende Schönheit trifft entwaffnende Schüchternheit. Wie ein einsames Rehkitz im Schnee streift Sängerin Hope Sandoval über Brücken und durch dornige Höhlen. Die reduziert-sphärischen Gitarrenarrangements von David Roback segeln der romantischen Apokalypse auf einem hauchzarten Wellengang in Moll entgegen. Jede Liebe mündet hier in Abhängigkeit, Entfremdung, Verlust – doch ihre Zauber werden auf dieser Platte unsterblich. MARTIN SCHÜLER

89. Pavement – CROOKED RAIN, CROOKED RAIN (1994)

Es war besser, musikalisch auszufransen, als zu verblassen. Knapp zwei Monate vor Kurt Cobains Suizid im April 1994 legte die US-Band Pavement mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums eindrucksvoll Zeugnis einer Weiterentwicklung der Rockmusik ab. Raus aus dem letzten großen Donner der Jungs mit den Gitarren, sich den kränkenden Klängen, den Brüchen annähernd, Country- und Noise-Splitter im Off. FRANK SAWATZKI

88. Tocotronic – K.O.O.K. (1999)

Man kann lange streiten, ob K.O.O.K. das beste Tocotronic-Album ist. Unumstritten ist: Es ist das wichtigste. Markiert es doch den endgültigen Abschied aus dem Sportjacken-Geschrammel-mit-Slogans-Ghetto. „Let There Be Rock“ sang Dirk von Lowtzow, es war nicht ironisch gemeint, und die Tocos, wie wir sie bis heute kennen, waren geboren. THOMAS WINKLER

87. Guns N’ Roses – USE YOUR ILLUSION II (1991)

1991 veröffentlichten GN’R zwei Platten. USE YOUR ILLUSION II war die bessere, den Appetit for Destruction stillten beide nur bedingt. Die Songs waren aufgeblasen und pompös – aber unendlich unterhaltsam. Ein genüssliches Zuviel an allem: Hard Rock auf dem Höhepunkt, eine letzte rauschende Nacht auf der Titanic, bevor alles gegen den Eisberg namens Nirvana krachte. REINER REITSAMER

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86. Die Sterne – POSEN (1996)

Frank Spilker bestrebt die stetige Auslotung möglicher Abzweigungen stromförmiger Lebenslinien: Was möchte eine junge Menschenseele von ihrem Dasein – und worauf kann sie getrost verzichten? „Stell die Verbindung her“ postuliert kollektivistische Antworten, „Was hat dich bloß so ruiniert“ äußert keck-kluge Fragen. Mittels seiner Werkzeuge Funk, Swing, Sprechgesang und Groove renoviert POSEN die Hamburger Schule zu einem Debattenraum namens Disco. MARTIN SCHÜLER

85. Elliott Smith – EITHER/OR (1997)

Depression kennt verschiedene Fratzen. Die schaurigste von ihnen trägt nicht einmal mehr Groll oder Furcht im Gesicht. Auch keine Verzweiflung. Ihre Augen blicken gestochen klar wie Winterdunst über einem See in das blanke Nichts. So klingt EITHER/OR. Smiths Stimme wispernd zwischen Leben und Tod, seine mürben Finger streicheln die Gitarrensaiten wie einen Abschiedstraum. Immerhin ganz am Ende mit „Say Yes“: ein Augenblick Glück, milde und flüchtig. MARTIN SCHÜLER

84. Björk – DEBUT (1993)

Mit ihrem Solo-DEBUT nach drei Platten mit den Sugarcubes löste sich die Isländerin vom Alternative-Rock ihrer Band und brachte Electro-Pop, House, Jazz und TripHop zu einer unwiderstehlichen Art-Pop-Mischung zusammen. Das Album wurde unerwartet ein weltweiter Erfolg – mit dem Dance-Track „Big Time Sensuality“ knackte Björk sogar die für diese Art Musik zu Beginn der 90er eigentlich unknackbaren US-Charts. STEPHAN REHM ROZANES

83. Faith No More – ANGEL DUST (1992)

Mit „Epic“ schafften FNM 1990 den Durchbruch. Dass die Band mehr konnte als Rap Metal, bewies sie mit ANGEL DUST. Country-Gitarren und Kirchen-Orgeln passten da ebenso ins Klangbild wie ein Beastie-Boys-Sample. „Hoffentlich habt ihr noch keine Häuser gekauft“, lautete das lapidare Feedback des Labels. Als Punchline kam der kommerzielle Erfolg: Das Commodores-Cover „Easy“ läuft bis heute im Radio.

REINER REITSAMER

82. Sade – LOVE DELUXE (1992)

Der zeitlos-elegante Gesang von Sade Adu, die minimalistisch schicke Oberfläche aus Smooth-Jazz, Funk und R’n’B täuschen anfangs über die inneren und äußeren Kämpfe hinweg: Doch es geht hier um quälende Sehnsucht, Liebe bis zur Selbstaufgabe und – in der Tradition von Marvin Gaye – um soziale Gerechtigkeit. Man nennt es Quiet Storm, unübertroffen in „No Ordinary Love“.

DAVID NUMBERGER

81. Mobb Deep – THE INFAMOUS (1995)

Der Begriff, der laut Musikjournalismus-Gesetz fallen muss, wenn es um THE INFAMOUS geht: „grimy“, zu Deutsch etwa „schmierig“ oder „schmutzig“. Und wirklich: das Album klingt, wie Gotham City gezeichnet von Frank Miller aussieht. Es zischt, Streicher zerren an den Nervensträngen, MCs Havoc und Prodigys Texte klingen wie ein „moderner Kriminalroman“ (Autor Brian Coleman).

MATTHIAS SCHERER

80. Bob Dylan – TIME OUT OF MIND (1997)

So gut wie auf diesen mal beißenden, dann für seine Verhältnisse sentimentalen Stücken war der Singer/Songwriter seit den mittleren 70ern nicht gewesen. Das endzeitliche „Not Dark Yet“ oder das traumartige Versepos „Highlands“ gehören zum Besten, was Dylan je gemacht hat. Damals als ultimatives Alterswerk gefeiert, mittlerweile sind ein paar dazugekommen.

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DAVID NUMBERGER

79. Fugazi – REPEATER (1990)

Nach der Mini-LP mit „Waiting Room“ (ein Hit bis hinein in die Provinz) zeigen Fugazi auf ihrem Debüt, wie betörend Kompromisslosigkeit klingen kann. „Blueprint“ erfindet die kitschfreie Variante von Emo, „Repeater“ ist Funk-Core, „Turnover“ von einer solchen Dringlichkeit, dass es aus den Tapedecks, auf denen diese Musik auf kopierten Kassetten läuft („Fugazi finden das geil“), qualmt.

ANDRÉ BOSSE

78. Sinéad O’Connor – I DO NOT WANT WHAT I HAVEN’T GOT (1990)

Als Sinéad O’Connor im Video von „Nothing Compares 2 U“ weint, sind die 80er vorbei. Weil diese Tränen echt sein könnten. Wham hatten zu ihrem Trauersong „Last Christmas“ im Schnee herumgetollt. Das Album übertrifft den von Prince geschriebenen Hit durch seine Klugheit und Kraft, Sensibilität und Sentimentalität. Es gibt Ideen von Indie-Rock („The Emperor’s New Clothes“), Irish Folk zum Soul II Soul-Trademark-Beat und Texte, so gut wie die von Morrissey.

ANDRÉ BOSSE

77. Stone Temple Pilots – TINY MUSIC… SONGS FROM THE VATICAN GIFT SHOP (1996)

CORE und PURPLE verzückten 15 Millionen Fans, Kritiker sahen in STP nur einen Abklatsch von Pearl Jam. Zu Unrecht: Auf ihrem dritten Album fand die Band einen eigenen Sound zwischen T. Rex und Led Zep. Unschlagbar: das DeLeo-Duo an Bass und Gitarre. Unersetzlich: Sänger Scott, der göttliche Weiland. Er fuhr die Band bald an die Wand (Drogen). Kurz vor seinem Tod 2015 bezeichnete er TINY MUSIC als STPs kreativen Höhepunkt. Zu Recht.

REINER REITSAMER

76. Die Regierung – UNTEN (1994)

Die Hamburger Musikszene besaß in den Neunzigern immense Sogwirkung. Auch den damals schon gestandenen Songwriter Tilman Rossmy zog es aus dem Ruhrgebiet hier her. Das vierte und vorerst letzte Album seiner Band Die Regierung wurde zu einem bis heute unerreichten Klassiker. Warme Orgeln, eleganter Rock und die einzigartige Art von Rossmy, alltägliche Sehnsucht zu inszenieren. Hier bekam die Hamburger Schule neben Geist auch einen Körper. Hinsichtlich des Einfluss besitzt UNTEN viel von Velvet Undergrounds „Bananen-Album“: Ein maßgebliches Werk, das in seiner eigenen Zeit allerdings finanziell floppte.

LINUS VOLKMANN

75. Bonnie „Prince“ Billy – I SEE A DARKNESS (1999)

Das erste Album, das Will Oldham als Bonnie „Prince“ Billy veröffentlicht hat. Aus Folk (mehr) und Country (weniger) destilliert er eine minimalistische

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