Museen sind keineswegs nur staubige Bewahrer alter Meisterwerke. Ganz im Gegenteil! Viele Kunsthäuser präsentieren ihre Schätze auf innovative Weise, sei es in frisch renovierten Räumlichkeiten oder durch den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln.
Gemäldegalerie Alte Meister: Renaissance-Superstars
Der Zwinger ist ein Muss für jeden Dresden-Besucher. Dieses beeindruckende Barockbauwerk zählt zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland. Im Inneren beherbergt es die Gemäldegalerie Alte Meister, eine der weltweit berühmtesten Sammlungen alter Meister. Von Peter Paul Rubens bis Albrecht Dürer – die Galerie ist eine wahre Schatzkammer der Renaissance-Kunst und umfasst Werke auf drei Stockwerken. Die lichtdurchfluteten Säle zeigen über 300 Gemälde vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, darunter Vermeers „Die Malkunst“, Correggios „Die Anbetung der Hirten“, Tizians „Venus von Urbino“ und Raffaels „Sixtinische Madonna“ mit den berühmten Engeln. Auch die Pastellkollektion von Rosalba Carriera und die Gemälde von Lucas Cranach sind von einzigartiger Bedeutung. Ein gründlicher Rundgang lohnt sich, besonders nach der Renovierung des Museums im Jahr 2020. Die Neugestaltung des Gebäudes war behutsam, aber entschieden modern, viele Werke wurden restauriert oder erhielten neue, vergoldete Rahmen. Ein komplett neues Beleuchtungssystem hebt nun Gemälde und Skulpturen hervor. Ein Highlight der neugestalteten Sempergalerie ist die berühmte Skulpturensammlung, die Kunstwerke aus fünf Jahrtausenden umfasst, einschließlich assyrischer Reliefs und kostbarer Vasen und Terrakotten.
Städel Museum: 700 Jahre Kunstgeschichte unter einem Dach
Frankfurt ist nicht nur ein Finanzzentrum, sondern auch ein kultureller Hotspot mit zahlreichen bemerkenswerten Museen. Die Museumsufer, eine Ansammlung von 38 Museen verschiedenster Art, von einem Filmmuseum bis hin zum jüdischen Museum, bilden ein einzigartiges kulturelles Zentrum. Inmitten dieser Vielfalt steht das Städel Museum, eines der wichtigsten Kunstmuseen Deutschlands. Gegründet 1815 von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel, beherbergt es heute über 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, 5.000 Fotografien und mehr als 100.000 Zeichnungen und Drucke. Die prachtvoll ausgestatteten Räume präsentieren Kunstwerke aus sieben Jahrhunderten, darunter europäische Meisterwerke von Hieronymus Bosch, Lucas Cranach, Albrecht Dürer und Sandro Botticelli, sowie moderne Künstler wie Francis Bacon, Gerhard Richter und Wolfgang Tillmans. Ein Publikumsliebling ist „Goethe in der römischen Campagna“ von J. H. Wilhelm Tischbein. Moderne Kunstliebhaber werden Andy Warhols Siebdruck von Goethe schätzen. Trotz der historischen Werke setzt das Museum auf moderne Technologien wie Audioguides und Podcasts sowie eine umfangreiche digitale Sammlung mit Informationen zu jedem Kunstwerk, ergänzt durch innovative Veranstaltungen und Workshops für alle Altersgruppen.
Musée Barberini: Ein neuer Wallfahrtsort für Impressionismus-Fans
In Museen sind Umbauten und Erweiterungen alltäglich, doch vollständige Neueröffnungen sind selten. Eine solche fand 2017 mit dem Musée Barberini in Potsdam statt, das sofort als eine der bedeutendsten Neueröffnungen des Jahres weltweit gefeiert wurde. Das Museum befindet sich im neu errichteten historischen Zentrum Potsdams; der im klassisch-barocken Stil des 18. Jahrhunderts erbaute Palast wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aufwendig rekonstruiert. Der SAP-Mitbegründer und Mäzen Hasso Plattner scheute keine Kosten, um das Gebäude und die 17 Ausstellungsräume, die mit modernster Technologie ausgestattet sind, wiederherzustellen. Die dauerhafte Ausstellung der Hasso Plattner Foundation, die Werke des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus umfasst, darunter etwa drei Dutzend Werke von Claude Monet, ist besonders bemerkenswert. Zusätzlich beherbergt das Museum bedeutende Werke aus der DDR, darunter Arbeiten von Gerhard Richter und den Gründern der Leipziger Schule wie Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer. Ein monumentales Replikat der Skulptur „Der Jahrhundertschritt“ ziert den Innenhof des Museums.
Die Pinakotheken in München: Eine Fülle von Meisterwerken
Das Kunstareal im Stadtteil Maxvorstadt ist bekannt für seine hochkarätigen Museen. Am international bekanntesten sind die drei Pinakotheken, die Meisterwerke vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart beherbergen. Die Alte Pinakothek, zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung 1836 das größte Museum der Welt, beherbergt die ältesten Werke, darunter Altdorfers „Die Alexanderschlacht“, Dürers berühmtes Selbstporträt, Leonardos „Madonna mit der Nelke“ und Rubens‘ „Das jüngste Gericht“, das größte Gemälde des flämischen Malergenies. Die Neue Pinakothek (derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen) zeigt bedeutende Werke aus dem späten 18. bis frühen 20. Jahrhundert, darunter von Klimt, Manet, Goya und Van Gogh. Als ob das nicht genug wäre, bietet die 2002 eröffnete Pinakothek der Moderne noch mehr, beherbergt sie doch vier Museen unter einem Dach: eine Sammlung moderner Kunst mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts, das Museum für Architektur, die Staatliche Graphische Sammlung und die Neue Sammlung, eines der weltweit bedeutendsten Designmuseen.
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.