Deutscher Künstler verwandelt schmutzige Wände in Kunstwerke: Die Magie des Reverse Graffiti

November 5, 2025

German artist turns dirty walls into art via 'reverse graffiti'

Der deutsche Graffiti-Künstler Klaus Dauven verleiht der Straßenkunst eine neue Wendung: Er reinigt Wände sorgfältig, um in dem verbleibenden Schmutz kunstvolle Werke zu hinterlassen.

Das neueste Werk von Dauven ist das größte, das er bisher geschaffen hat: Es prangt auf einem riesigen Staudamm in Frankreich und bedeckt eine Fläche, die sechs bis sieben Fußballfeldern entspricht.

„Einige meiner Kunstwerke sind ziemlich großflächig“, erklärt er, nachdem er ein aufwendiges Werk fertiggestellt hatte, das zur Vollendung 2.500 Laserpunkte benötigte.

Zusammen mit einem Team von acht Personen reinigte Dauvan den Schlamm von der Rückseite eines Damms in Vouglans nahe der französisch-schweizerischen Grenze.

Schlechtes Wetter im Sommer unterbrach die Arbeiten.

„Nach dem Unwetter mussten wir ganz von vorne anfangen“, sagt Dauven. Aber jetzt ist „La Forêt“ („Der Wald“) fertiggestellt.

Der Künstler, der aus Kreuzau in Nordrhein-Westfalen stammt, gilt als Pionier der Kunstform, die als „Reverse Graffiti“ bekannt ist.

Bei „Reverse Graffiti“ werden Wände nicht mit Farbe besprüht, sondern mit Hochdruckreinigern behandelt. Mit einem extrem hohen Druck von 250 Bar schneidet und sprüht ein Wasserstrahl den abgelagerten Schmutz von den Oberflächen und hinterlässt dabei silhouetteartige Motive.

„Reverse Graffiti“ hat Dauven nicht ganz allein erfunden, gibt er zu: „Unabhängig von mir kam auch der Engländer Paul ‚Moose‘ Curtis etwa zur gleichen Zeit auf die Idee.“

Es war 1997, als Dauven, der an der Kunstakademie in Düsseldorf und in Münster studierte, auf die Idee kam.

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Zu der Zeit zeichnete er auf einem fast zwei mal zwei Meter großen Blatt Papier, das mit viel Kohlenstaub bedeckt war. „Ich habe eine Zeichnung verpfuscht“, sagt er. „Als ich den Staub mit einem Staubsauger vom Papier absaugte, war die Idee geboren.“

„Reverse Graffiti ist die konzeptionellere Form des Graffiti und sicherlich toleranter in den Augen der Gebäudebesitzer“, sagt der Kunsthistoriker Gregor Jansen, der die Kunsthalle Düsseldorf leitet.

„Durch den Effekt des Negativen, des Wegnehmens, findet eine Umkehrung statt. Die visuelle Botschaft wird freigelegt“, erklärt Jansen.

Nach seiner Ansicht ist der minimalistische Ansatz des Reverse Graffiti die interessantere Form.

Brücken, Staudammwände und Hafenpfeiler

Da Dauvens Kunstform sehr kostspielig ist und schwer verkäuflich, ist er auf einen Sponsor angewiesen, um seine Werke realisieren zu können.

Ein deutscher Hersteller von Hochdruckreinigern unterstützt ihn, wenn er unterwegs ist – wie in Frankreich – mit mehreren Industriekletterern, weiteren Helfern und 100 Meter langen Wasserschläuchen.

Inzwischen hat der 55-Jährige seine großformatigen Werke in Deutschland, Frankreich, Japan und Südkorea zum Leben erweckt. Er hat Kunstwerke auf Brücken, Staudammwände und Hafenpfeiler geschaffen und dabei Bilder von Pflanzen, Tieren und Gesichtern hinterlassen.

Dauvens Waldszene erwacht auf einem Damm in Frankreich zum Leben. Foto: picture alliance/dpa/Kärcher | David Franck

Bei der Auswahl der Motive lässt er sich vor allem von der Umgebung der Struktur, an der er arbeitet, inspirieren.

Seinen Kunstwerken sind jedoch vergänglich, da sie den Elementen ausgesetzt sind.

„Es hängt von der Neigung der Wände, der Himmelsrichtung und dem Klima ab“, sagte er. „In Japan war meine Zeichnung auf einer Staudammwand nach zwei Jahren komplett verschwunden, in der Eifel hielt sie fünf bis sechs Jahre.“

Seine Reverse-Graffiti-Designs werden jedoch als Fotografien in Bildbänden dokumentiert.

Was seine Werke von herkömmlichen Graffiti unterscheidet, sagt er, ist auch das Niveau der öffentlichen Akzeptanz: „Es gefällt auch Menschen, die nicht so kunstbewandert sind“, erklärte er. „Ich erlebe keine Feindseligkeiten.“

Bisher war Köln die einzige Stadt, in der „Reverse Graffiti“ entfernt wurde.

„Aber das waren nicht meine Werke in Köln, sondern die eines Künstlers, der unter dem Namen ‚Sei Leise‚ arbeitet“, sagt Dauven.

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