Das New Yorker Museum of Modern Art richtet Ende August eine Filmreihe aus, die dem Leiter der Berlinale, Dieter Kosslick, gewidmet ist und die Schnittstellen zwischen Kino und Küche beleuchtet. Die Kurzserie vom 22. bis 30. August verbindet Vorführungen mit begleitenden kulinarischen Angeboten – ein Zeichen dafür, wie Filmprogramme heute kulturelle und ökologische Debatten aufnehmen.
Der Zyklus trägt den Titel „Carte Blanche: Dieter Kosslick, the Culinary Cineaste“ und versammelt Werke, in denen Essen mehr ist als bloße Handlungsmasse: Küche wird hier als Thema, Kulturträger und Politikum gezeigt. Kosslick, seit rund zehn Jahren eine prägende Figur der Berlinale und engagiert in Fragen der Lebensmittelqualität, kuratierte die Auswahl persönlich.
Programmhighlights und Begleitangebot
Ausgewählt wurden insgesamt elf Filme, die Esskultur aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen – von Spielfilm bis Animation und Dokumentarfilm. Begleitend dazu bietet das Museum jeden Abend ein speziell abgestimmtes Menü.
- Filmbeispiele: Darunter sind der dänische Spielfilm, der klassische Beziehungen von Mahlzeiten und Identität thematisiert, die US-Dokumentation über industrielle Nahrungsmittelproduktion sowie ein Animationsfilm, der die Freude am Kochen in den Mittelpunkt stellt.
- Kulinarisches Programm: Gabriel Kreuther, Sternekoch des Restaurants The Modern im MoMA, komponiert zu jedem Screening ein eigenes Menü.
- Diskussion: Am 23. August findet ein Panel mit Kosslick, Kreuther, der Food-Journalistin Ruth Reichl und Koch Michael Romano statt: Thema „Food, Culture and Ecology“.
Das Konzept knüpft an eine Nebenreihe an, die Kosslick bereits 2007 initiiert hatte und die Film, Kulinarik und Umwelt miteinander in Beziehung setzte. Für das MoMA-Projekt wählte er bewusst Titel, die zeigen, wie Nahrungsfragen gesellschaftliche Debatten spiegeln.
Warum das jetzt relevant ist
Die Verbindung von Film und Küche ist mehr als ein kulturhistorischer Blickfang: Sie verweist auf aktuelle Diskussionen zu Nachhaltigkeit, Verbraucherschutz und kultureller Identität. Veranstaltungen wie diese bringen Publikum und Expertinnen zusammen und machen abstrakte Themen konkret.
Für Kinos, Museen und Festivals ist das ein Weg, neue Zielgruppen anzusprechen und Inhalte transdisziplinär aufzubereiten. Für Besucherinnen und Besucher bietet sich die Gelegenheit, bekannte Filme unter einem neuen Blickwinkel zu sehen — begleitet von ebenso reflektierten Menüs.
Die Berlinale selbst, eine der führenden europäischen Filmfestivals, ist im kommenden Jahr für den Zeitraum 9. bis 19. Februar geplant.
Quelle: Veranstalterangaben / AFP
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.