Entdecken Sie 16 herausragende Coverversionen von Songs wie „Heroes“, „Sound And Vision“ und „Life On Mars?“
David Bowie war bekannt dafür, dass er selbst gerne Lieder anderer Künstler wie Pink Floyd, T.Rex oder Neil Young interpretierte. Noch häufiger jedoch wurde seine Musik von Künstlern verschiedenster Generationen gecovert. Wir haben zahlreiche Cover seiner Songs erneut angehört und präsentieren hier die 16 beeindruckendsten. Dabei fiel auf, dass besonders „Heroes“ oft sehr erfolgreich neu interpretiert wurde.
1. Barbra Streisand – „Life On Mars?“ (1974)
Obwohl David Bowie in einem Interview mit dem „Playboy“ diese Interpretation – bei allem Respekt vor der Künstlerin – als „schrecklich“ bezeichnete, erkannte Streisand den fast musicalhaften Charme des Hits von 1973 sofort. Und nein, schrecklich ist es wirklich nicht.
2. The Associates – „Boys Keep Swinging“ (1979)
Die junge New-Wave-/Post-Punk-Band aus Schottland coverte Bowies damalige Single kurzerhand, ohne sich um urheberrechtliche Fragen zu kümmern.
Das zahlte sich aus: Ihre Version von „Boys Keep Swinging“ ist voller Energie und Leidenschaft, und es führte zu einem Plattenvertrag.
3. Bauhaus – „Ziggy Stardust“ (1982)
In den späten 70ern und frühen 80ern zeigten viele junge Bands, die sich an Bowie orientierten, was die Popmusik ihm zu verdanken hatte. Die Postpunk-/Goth-Rock-Band Bauhaus aus Northampton machte ihre Hommage hier besonders deutlich und landete damit ihren größten Hit.
4. Nirvana – „The Man Who Sold The World“ (1993)
Was kann man dazu noch sagen? Nicht nur die bekannteste Bowie-Coverversion, sondern vielleicht auch die beste – und einer der besten Coversongs überhaupt!
5. The Magnetic Fields – „Heroes“ (1996)
Wen könnte man sich besser vorstellen, um den ewigen Klang der leichten Dissonanz des Originals nachzubilden, als Stephin Merritts Band, die subtile Feedbacks und mitschwingende leere Saiten einsetzt, wie ein Maler seine Farben? Doch es gibt auch andere Herangehensweisen… (siehe Song 6).
6. Oasis – „Heroes“ (1997)
Mit ihrer dominierenden Leadgitarre und einem unwiderstehlichen Sog kam dieser Song den Gallagher-Brüdern schon entgegen. Mit etwas mehr Boogie in den Knien und Noels typischer Gesangsperformance machten sie aus diesem ikonischen Lied für vier Minuten ihr eigenes. (Erschienen auf der B-Seite von „D’You Know What I Mean?“.)
7. Tori Amos – „After All“ (2001)
Von Amos‘ Album „Strange Little Girls“, in dem sie Lieder von Männern aus weiblicher Perspektive neu interpretiert. Ihre Version dieses düsteren Walzers von „The Man Who Sold The World“ landete sogar nur auf einer Single-B-Seite. Unverständlich, wie gut sie ist.
8. Silje Nergaard – „This Is Not America“ (2003)
Die norwegische Jazz-Sängerin adaptierte diese leicht jazzige Softrock-Arbeit von David Bowie und Pat Metheny aus dem Jahr 1985 mit viel Feingefühl. Ihr Gesang: beeindruckend. Die Bläser: zum Dahinschmelzen. Nur das Klavier wird gegen Ende etwas zu lebhaft.
9. M. Ward – „Let’s Dance“ (2003)
Obwohl er seit 2000 als Solokünstler großartige Alben veröffentlicht und im Vorprogramm für Bands wie Bright Eyes auftritt, ist er vielen besser bekannt als eine Hälfte des Duos She & Him (die andere ist Zooey Deschanel).
Seine Version von Bowies großem Tanzhit von 1983 reduziert das Lied auf das Wesentliche, ohne dass es an Großartigkeit verliert – das ist eine Kunst für sich.
10. Seu Jorge – „Life On Mars?“ (2004)
Ein genialer Einfall des Regisseurs Wes Anderson: Für den Film „Die Tiefseetaucher“ ließ er den brasilianischen Musiker und Schauspieler Seu Jorge Bowie-Songs auf Portugiesisch covern. Seu ist auch im Film zu sehen, wo er als Sicherheitsexperte des Meeresforscherteams gelegentlich zur Gitarre greift und Bowie-Songs spielt.
Es zählen nur noch: seine Stimme, die Gitarre und das Meer.
11. The Futureheads –„Let’s Dance“ (2006)
Aufgenommen für eine 80er-Jahre-Hit-Cover-Compilation des britischen „Q“-Magazins, zeigen die oft unterschätzten Indie-Rocker aus Sunderland, dass sie nicht nur Kate Bush gerecht werden können. Mutig und schlagfertig, diese Jungs.
12. Xiu Xiu feat. Michael Gira – „Under Pressure“ (2008)
Ein leider viel zu wenig beachtetes Gipfeltreffen der Schmerzensmusik: Neben Jamie Stewarts theatralischer Performance und dem tiefen, nur im Nötigsten notengetreuen Gesang des Schwans Michael Gira erhöht ein wild gewordenes Saxophon noch den Druck. Einfach großartig!
13. TV On The Radio – „Heroes“ (2009)
Das Avantgarde-/Indie-Kollektiv verbindet hier gewissermaßen den 70er-Jahre-Berliner-Bowie mit dem späteren Industrial- und Experimental-Rock-Bowie der 90er und 00er Jahre. Aber TVOTR kannte sich nicht nur mit Bowie aus, sondern auch umgekehrt: David schätzte die New Yorker, besuchte sie im Studio und sang Backing-Vocals für „Return to Cookie Mountain“ ein.
14. Franz Ferdinand – „Sound And Vision“ (2011)
Ein Werk von erfahrenen Musikern. Sie covern das Stück so souverän, als wäre es ihr eigenes – und als hätten sie es seit mindestens zehn Jahren im Repertoire. (Und das, obwohl sie sich sogar von Girls Aloud bei den Backing Vocals nicht aus der Ruhe bringen lassen.)
15. Beck – „Sound And Vision“ (2013)
Und noch einmal dieser geschmeidige Hit vom eher sperrigen Bowie-Meisterwerk „Low“. Live aufgenommen mit 160 musikalischen Gästen (Orchester, Chor, Gamelan-Ensemble, Marschkapelle usw.) – eine wunderbar gigantische Inszenierung für die Werbekampagne eines Autoherstellers. Doch das lassen wir jetzt außer Acht.
16. Melvins feat. J.G. Thirlwell – „Station To Station“ (2013)
Wer jetzt denkt: „Über elf Minuten?! Die Melvins sind wohl verrückt geworden!“, sollte bedenken, dass die Albumversion von Bowie zehn Minuten lang ist.
Die gewisse Leichtigkeit dieses Prog-/Glam-/Krautrock-Hybriden geht in der Interpretation der Sludge-Metal-Rocker zwar verloren (sie wird in Schwere umgewandelt), doch die Sexyness des Originals (im letzten Drittel) wird von King Buzzo und seiner Band zuverlässig transportiert.
+++ Diese Liste wurde ursprünglich zu David Bowies erstem Todestag 2017 auf musikexpress.de veröffentlicht und nun aktualisiert +++
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.