Die Geschichte der Disco-Musik, erzählt nicht nur durch Ikonen wie Donna Summer und Daft Punk, sondern auch durch Rockmusiker.
Welche Rock-Künstler konnten sich dem Zauber des Disco-Sounds nicht entziehen? Wir werfen einen Blick darauf.
01. Roxy Music – Love Is The Drug (1975)
Noch bevor viele andere Bands Elemente von Chic übernahmen, ließen sich Roxy Music vom Bassspiel John Gustafsons in diesem Song inspirieren. Mit solchen Titeln prägten sie maßgeblich den Pop-Sound der frühen 80er Jahre.
02. Can – I Want More (1976)
Dieser Track ist wohl das prominenteste Beispiel für die Verschmelzung von Krautrock und Disco.
(Auch Bands wie Guru Guru, Birth Control und Ash Ra zeigen ähnliche Tendenzen.)
03. Wings – Silly Love Songs (1976)
Dieser Titel ist nicht nur eine ironische Antwort auf John Lennons Kritik, dass Paul McCartney nur noch alberne Liebeslieder schreibe, sondern markiert auch einen bewussten Schritt in Richtung Disco.
04. Abba – Dancing Queen (1976)
Obwohl Abba keine Rockband waren, demonstrierten sie eindrucksvoll, wie man den Disco-Sound erfolgreich für sich nutzen konnte.
05. Elton John & Kiki Dee – Don’t Go Breaking My Heart (1976)
Elton John, der bereits viele Musikstile ausprobiert hatte, fand in diesem Duett mit Kiki Dee eine neue musikalische Richtung.
Das Motown-inspirierte Arrangement führte sie mit seinen Streichern und Rhythmen direkt nach Philadelphia – und wieder zurück.
06. The Rolling Stones – Miss You (1978)
Einige Kritiker bemängelten Mick Jaggers Gesang in diesem Song, der ihnen zu sehr nach Disco klang, ohne zu realisieren, dass es auch eine spezielle 8:37 Minuten lange Disco-Version dieses Titels gab.
07. Rod Stewart – Da Ya Think I’m Sexy (1978)
Dieser Titel ist ein Paradebeispiel dafür, wie man erfolgreich auf den „Saturday Night Fever“-Zug aufspringt. Mit eingängigen Melodien und einer Prise Blues-Rock wurde der Song zu einem unvermeidlichen Ohrwurm.
08. Ian Dury & The Blockheads – Hit Me With Your Rhythm Stick (1978)
Ein früher Versuch, Disco mit Punk und New Wave zu verschmelzen, ohne dabei spöttisch zu wirken; Ian Dury adaptierte hier das Motto „Jeder macht es“ aus Cole Porters „Let’s Do It (Let´s Fall In Love)“ auf eine explizitere, aber dennoch charttaugliche Weise.
09. Toto – Georgy Porgy (1978)
Die dritte Single der talentierten Musiker aus Los Angeles wird oft als „Blue-eyed soul“ oder „Yacht Rock“ kategorisiert. Der Rhythmus ist deutlich von klassischen R’n’B-Schlagzeugern beeinflusst, jedoch mit einem klaren Disco-Einschlag, besonders wenn Soul- und Disco-Queen Cheryl Lynn miteinsteigt.
10. Blondie – Heart Of Glass (1978)
Debbie Harry und ihre Band coverten bereits 1978 Donna Summers „I Feel Love“ und hatten „Heart Of Glass“ schon seit 1975 in ihrem Repertoire. Unter der Regie von Produzent Mike Chapman wurde der Song schließlich zu einem Meilenstein der Disco-Ära.
11. Doobie Brothers – What A Fool Believes (1978)
Laut Wikipedia war dieser Song einer der wenigen Nicht-Disco-Nummer-eins-Hits in den US-Singlecharts im Jahr 1979. Doch er war immer noch nah genug am Disco-Sound, um in diese Liste aufgenommen zu werden.
12. Kiss – I Was Made For Lovin’ You (1979)
Obwohl es als eine humorvolle „Auch wir können Disco“-Demonstration gedacht war, wagten sich Kiss mit diesem Song ernsthaft auf den Dancefloor. Es wurde ihr größter Hit, der mit einer markanten Gitarrensolo-Bridge besticht.
13. Pink Floyd – Another Brick In The Wall Part 2 (1979)
Trotz des ernsten Themas und einer eher kühlen Herangehensweise, ist der von Produzent Bob Ezrin eingeführte Disco-Rhythmus nicht zu überhören.
14. Electric Light Orchestra – Shine A Little Love (1979)
Jeff Lynnes Orchester war ohnehin für seine schwindelerregenden Streicherarrangements bekannt. Für diesen Song wurde das Tempo noch etwas angezogen, Handclaps hinzugefügt und ein fröhliches „Uuuui!“ eingeworfen, passend zur blinkenden Lichtorgel.
15. David Bowie – John I’m Only Dancing (Again) (1979)
Disco-Einflüsse sind bei David Bowie immer wieder zu finden, besonders deutlich werden sie in diesem späten Zusatz aus den YOUNG AMERICAN-Sessions, besonders in der siebenminütigen Originalversion mit einem funky Jam am Ende.
16. Lou Reed – Disco Mystic (1979)
Was passiert, wenn man Disco hört, während man psychedelische Substanzen konsumiert? Dieser Song zeigt es auf eine hypnotische Weise.
17. Chicago – Street Player (1979)
Eine weitere Band, die wie Toto oder die Doobie Brothers bereits alle Fähigkeiten besaß, um sich auf der Tanzfläche zu bewähren. Dieser Track wurde später von Kenny „Dope“ Gonzalez für seinen House-Klassiker „The Bomb! (These Sounds Fall Into My Mind)“ gesampelt.
18. Sparks – The Number One Song In Heaven (1979)
Die Brüder Mael hatten bis dahin schon einen starken Pop-Appeal mit einer deutlichen Art-/Glamrock-Kante gezeigt. Doch in Zusammenarbeit mit Giorgio Moroder klangen sie plötzlich wie Gary Numan auf Rollschuhen.
19. Japan – Life In Tokyo (1979)
Mit Beteiligung von Elektro-Pionier Giorgio Moroder entwickelten sich Japan mit dieser Single weiter vom großen Roxy-Music-Einfluss weg und wurden selbst zu Impulsgebern für die New-Romantic-Bewegung.
20. Queen – Another One Bites The Dust (1980)
Der Basslauf und die futuristische, trockene Produktion dieses Songs sind die Hauptattraktionen und waren wegweisend für die Clubmusik der 80er Jahre.
21. The Clash – The Magnificent Seven (1980)
Obwohl The Clash auf ihrem vierten Album SANDINISTA! stellenweise über das Ziel hinausschossen, zeigt diese Single viel Drive. Ein wichtiger Einfluss waren die frühen Rap-Tracks aus New York.

Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.