David Lynch kündigt deutschsprachige Interviewreihe an: exklusive Einblicke vom Kultregisseur

Juni 26, 2026

David Lynch launches German interview project

Der US-Filmemacher David Lynch und sein Sohn Austin haben eine deutsche Ausgabe ihres Interviewprojekts gestartet, mit kurzen Porträts von Menschen aus dem Alltag. Die Veröffentlichung verspricht ungewöhnlich direkte Einblicke in persönliche Erinnerungen — und ist damit ein ungewöhnliches Dokument zur Gegenwart in Deutschland.

Was das Projekt zeigt

Geplant sind rund 50 kurze Filme, jeweils etwa fünf Minuten lang. Die Aufnahmen stammen von einer 27-tägigen Reise durch Deutschland im Herbst 2010; die Folgen werden nun schrittweise auf der Plattform Interview Project Germany veröffentlicht.

Jedes Video zeigt eine einzelne Person, die direkt in die Kamera spricht und Fragen beantwortet wie etwa nach der eigenen Kindheit oder danach, wie man in Erinnerung bleiben möchte. Die Form ist bewusst reduziert: kein Voice-over, keine Montagegespräche — nur die befragten Personen und ihre Erinnerungen.

Vor kurzem ging das erste Porträt online: Luci Lehmann aus Teschow in Mecklenburg-Vorpommern erzählt aus ihrem Garten, wie sich ihr Leben nach der Wiedervereinigung verändert hat. Solche Lebensgeschichten geben dem Projekt eine historische Dimension, die über reine Alltagsskizzen hinausgeht.

Das Produktionsteam dokumentierte nicht nur Gespräche, sondern sammelte auch Eindrücke vom Reisealltag — etwa gemeinsame Mahlzeiten und Situationen hinter den Kulissen — um ein umfassenderes Bild der Tour zu erhalten.

  • Umfang: ca. 50 Interviews, je ~5 Minuten
  • Drehzeit: 27 Tage, Herbst 2010
  • Veröffentlichung: Episoden werden nach und nach online gestellt
  • Erstes Porträt: Frau aus Teschow (Mecklenburg-Vorpommern) über Leben nach 1990
  • Hintergrund: Fortführung des US-Projekts, das 2009 startete und international Beachtung fand

Produziert wurde die deutsche Staffel von Lynch gemeinsam mit seinem Sohn Austin; ein Bekannter half bei der Adaption des Konzepts für Deutschland. Das Team hatte im Vorfeld mit Zurückhaltung gerechnet, berichtet aber, dass viele Gesprächspartner ungewohnt offen und unmittelbar vor der Kamera gesprochen hätten.

Die amerikanische Version des Formats war 2009 gestartet und erhielt ein Jahr später eine Auszeichnung für digitale Projekte. Für Deutschland bietet die Reihe jetzt eine Gelegenheit, persönliche Erinnerungen in größerer Breite zu dokumentieren — und ermöglicht zugleich Vergleiche zwischen individuellen Lebenswegen und kollektiven Umbrüchen.

Warum das jetzt relevant ist: Solche direkten Zeitzeugnisse bereichern öffentliche Debatten über Erinnerung und Identität, besonders wenn sie Generationen und Regionen verbindend sichtbar machen. Wer an sozialhistorischen Perspektiven interessiert ist, findet in den kommenden Wochen fortlaufend neues Material.

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