Bei einer internationalen Abstimmung des Goethe‑Instituts setzte sich Michael Endes Klassiker durch: „Die unendliche Geschichte“ wurde zum beliebtesten deutschsprachigen Buch weltweit gewählt. Das Ergebnis zeigt, wie sehr deutschsprachige Literatur über Generationen und Grenzen hinweg emotional verbindet — und warum das Thema jetzt wieder in den Blick rückt.
Breite Beteiligung, persönliche Geschichten
Rund 4.000 Menschen im Alter von sieben bis 90 Jahren beteiligten sich an dem Aufruf, ihren liebsten deutschen Titel zu nennen und zu schildern, warum gerade dieses Buch ihnen wichtig ist. Nach Angaben der Zeitung Die Welt kamen Einsendungen aus 57 Ländern; prämiert werden sollten besonders lebendig verfasste Beiträge.
Am Ende gewann Michael Endes Erzähllabor über Fantasie und Hoffnung, in dem der Junge Bastian mithilfe des glücksbringenden Drachen Falkor die Welt Phantásien zu retten versucht.
Welche Bücher folgen auf Platz zwei und drei
Auf Rang zwei landete Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“, der durch die Verfilmung mit Kate Winslet 2008 international bekannt wurde. Der dritte Platz ging an ein Kinderbuch von Otfried Preußler, das in einzelnen Übersetzungen als „The Satanic Mill“ geführt wird.
Bemerkenswert: Klassiker wie Thomas Manns „Buddenbrooks“ und Patrick Süskinds „Das Parfum“ erscheinen ebenfalls in der Spitzengruppe — ein Hinweis darauf, dass sowohl moderne Erzählungen als auch literarische Traditionen Leserinnen und Leser weltweit ansprechen.
Was die Aktion bezweckt
Projektleiter Rolf Peter erklärte, das Ziel sei, die Freude an der deutschen Sprache wieder sichtbarer zu machen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bezogen ihre Wahl auf Kindheitserinnerungen oder prägende Leseerlebnisse, so Peter — ein Ergebnis, das den emotionalen Wert literarischer Bildung unterstreicht.
Eine Jury wählt nun aus den Beiträgen die überzeugendste Begründung aus. Als Hauptpreis ist eine zwölftägige Studienreise nach Sizilien ausgelobt, die an Goethes Italien-Aufenthalt anknüpft — eine symbolische Ehrung der kulturhistorischen Verbindungen, die das Institut fördert.
Die Frist für Einsendungen endete am 20. August; neben dem Reisepreis erhalten Platzierte unter anderem Sammlerausgaben von Goethes Werken, elektronische Geräte, Zeitschriftenabos oder Kinoausflüge für Schulklassen.
Top 10 der Abstimmung (Auswahl):
- 1. Die unendliche Geschichte — Michael Ende
- 2. Der Vorleser — Bernhard Schlink
- 3. Ein Kinderbuch von Otfried Preußler (in Übersetzungen teils als „The Satanic Mill“ bezeichnet)
- 4. Buddenbrooks — Thomas Mann
- 5. Das Parfum — Patrick Süskind
- 6. Momo — Michael Ende
- 7. Faust — Johann Wolfgang von Goethe
- 8. Die Wand — Marlen Haushofer
- 9. Siddhartha — Hermann Hesse
- 10. Im Westen nichts Neues — Erich Maria Remarque
Überraschend für manche Beobachter war, dass Goethes „Faust“ nicht an der Spitze landete, sondern erst Platz sieben belegte. Das Ergebnis macht deutlich: Reputation garantiert nicht automatisch die höchste persönliche Bindung — stattdessen spielen Erinnerungen, Filmadaptionen und Kindheitslektüre eine große Rolle.
Für das Goethe‑Institut bestätigt die Resonanz den Wert literarischer Öffentlichkeitsarbeit: Wettbewerb und Preise nutzen persönliche Geschichten, um Aufmerksamkeit für die deutsche Sprache zu schaffen — ein Anliegen, das in Zeiten globaler Kulturangebote an Bedeutung gewinnt.
Ähnliche Beiträge:
- Mit Momo durch die Zeit: Eine magische Zeitreise entdecken!
- Goethe-Städte entdecken: Auf den Spuren des poetischen Genies!
- Große Deutsche im Fokus: Entdecken Sie einflussreiche Persönlichkeiten!
- Wim Wenders enthüllt: „Die Schlüssel zur Freiheit“ – Einblick in seine Vision!
- Warum wirken Deutsche unhöflich? Die Geschichte gibt Aufschluss!

Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.