Das Osterwochenende ist angebrochen. Hier finden Sie einen Überblick über einige der bedeutendsten Ostertraditionen in Deutschland – und wie und wo Sie daran teilnehmen können.
Das Osterwochenende in Deutschland beginnt am Freitag, dem 29. März, und zählt zu den großen Feiertagen des Landes. Das lang ersehnte viertägige Wochenende bringt viele Veranstaltungen und Bräuche mit sich, an denen Sie in den kommenden Tagen und Wochen teilnehmen können.
Ostermärkte
In vielen deutschen Städten entstehen im Vorfeld des Osterfestes Freiluft-Ostermärkte. Besucher, angelockt durch das warme Wetter, können Stände mit Osterdekorationen wie bemalten Eiern durchstöbern oder sich an Ständen mit hausgemachten Waren und Keramikerzeugnissen erfreuen. Auch Speisen und Getränke werden angeboten, und einige Märkte bieten sogar Fahrgeschäfte an.
In Nürnberg findet einer der größten Ostermärkte mit fast 100 Marktständen statt, der sich auf Tafelgeschirr und Haushaltsprodukte spezialisiert hat und daher auch „Häferlesmarkt“ genannt wird – „Häferle“ ist ein deutsches Wort für einen Keramikbecher.
In Berlin wird 2024 zum zweiten Mal ein Ostermarkt am Potsdamer Platz stattfinden. Unter den Marktständen finden sich auch Live-Musik und Lausitzer Künstler aus dem Ostereiermuseum Sabrodt, die vorführen, wie Ostereier in der sorbischen Tradition gefärbt werden, wie es in Brandenburg und Sachsen praktiziert wird.
Ostereiersuche
Wenn man von Eiern spricht, so ist vielleicht eine der bekanntesten deutschen Ostertraditionen die Ostereiersuche. Am Ostersonntag verbringen Kinder den Vormittag damit, nach vom Osterhasen versteckten Eiern zu suchen, die besondere Leckereien enthalten. Obwohl Ostern ein christlicher Feiertag ist, könnten dieser Brauch und das Wort „Ostern“ selbst heidnische Ursprünge haben.
Einige Gelehrte führen den Osterhasen auf Eostre, die germanische Göttin des Frühlings zurück, deren Symbol ein Hase war. Im Laufe der Zeit, so argumentieren sie, wurde das heidnische Frühlingsfest, das die Göttin feierte, in die christliche Feier der Auferstehung Christi integriert, wobei der Hase zum Symbol wurde.
In Weimar gibt es eine besondere Tradition der Ostereiersuche, die mit dem berühmten Dichter und Einwohner Johann Wolfgang von Goethe verbunden ist. Goethe soll seine Kinder, Enkelkinder und Kinder seiner Freunde am Donnerstag vor Ostern in seinen Garten eingeladen haben, um nach von ihm versteckten Eiern zu suchen.
Die Stadt setzt diese Tradition heute fort, indem sie am Donnerstag vor Ostern eine Eiersuche im Park von Goethes ehemaliger Residenz organisiert.
Eine moderne Variante der Ostereiersuche findet dieses Jahr im Münchner Tierpark Hellabrunn statt. Dort werden aus Holz gefertigte Ostereier, Hasen und Küken in verschiedenen Gehegen versteckt.
Osterfeuer
Eine weitere Ostertradition, die auf heidnische Ursprünge hindeutet, sind die Osterfeuer. In heidnischer Tradition sollten die Feuer das Ende des Winters feiern, und diese Praxis wurde später in die Osterfeiern integriert. In den Tagen vor Ostern sammeln die Einheimischen Zweige und Äste, um ein Osterfeuer zu errichten.
Das Feuer wird üblicherweise am Sonntag entzündet, während sich die Gemeinde versammelt, um Speisen und Getränke im Schein des lodernden Feuers zu genießen. Diese Praxis ist besonders im Norden Deutschlands beliebt, wobei Hamburg für seine Osterfeuer besonders bekannt ist.
Die kleine Stadt Lügde in Nordrhein-Westfalen hat ebenfalls eine feuerbezogene Tradition, den Osterräderlauf. Am Ostersonntag rollen die Bewohner brennende Räder aus Eiche und Stroh den Hang hinunter.
Osterreiten
Zusammen mit ihren berühmten Eiern wird eine weitere Ostertradition hauptsächlich von der sorbischen Gemeinschaft praktiziert: das Osterreiten. Am Ostertag reiten Hunderte Männer aus dieser Minderheitengemeinschaft im Nordosten Deutschlands auf Pferden in einer Prozession, um die Auferstehung Jesu zu verkünden.
Die Tradition reicht mindestens sechs Jahrhunderte zurück. Die Reiter, gekleidet in schwarze Anzüge mit weißen Hemden und schwarzen Zylindern, singen Hymnen, während sie an Menschenmengen vorbeireiten, zu denen auch sorbische Frauen in traditioneller Kleidung gehören, sowie andere neugierige Zuschauer, die sich versammelt haben, um das Ereignis zu beobachten.
Osterbrunnen
Während Osterfeuer typischerweise mit Norddeutschland in Verbindung gebracht werden, ist Süddeutschland berühmt für seine Osterbrunnen.
Die Tradition begann Anfang des 20. Jahrhunderts in Nordbayern und Nordost-Baden-Württemberg, bevor sie sich in den 1980er Jahren auf andere Teile Deutschlands ausweitete. Die Anwohner schmücken Brunnen auf öffentlichen Plätzen, indem sie grüne Blätter zu einer Krone arrangieren und diese mit bunten Ostereiern schmücken.
Heute sind diese Brunnen eine große Touristenattraktion geworden. Der Ort Bieberbach in Bayern ist besonders berühmt: Seine Dekorationen haben Guinness-Weltrekorde gewonnen und ziehen jedes Jahr über 30.000 Touristen an.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.