Kampagne mit Namen in Duisburg löst Kontroverse aus
Vor etwa einem Monat startete die westdeutsche Stadt Duisburg eine Kampagne, um die Bürger dazu anzuregen, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Auf rund 6.000 Mülltonnen wurden motivierende Sprüche angebracht, darunter Aufforderungen wie „Komm her, Kevin“ und „Sauber bleiben, Steffi“.
Einige dieser Sprüche enthalten auch türkische Namen, wie „Los geht’s, Gülcan“ und „Mach’s, Mehmet“. Diese spezifische Auswahl könnte den Eindruck erwecken, dass die Kampagne gezielt die türkische Gemeinschaft anspricht.
Ein Twitter-Nutzer äußerte seine Bedenken: „Hat Duisburg den Eindruck, dass nur Türken ihren Müll auf den Boden werfen? Was kommt als nächstes?“
#Duisburg hat den Anschein das nur #Türken ihren Müll auf den Boden werfen. Was kommt als nächstes?! pic.twitter.com/xr2nn8BDJL
— Bahar Ünlsy (@Bahar_Unl) August 4, 2017
Die Kampagne erreichte sogar die Seiten der türkischen Zeitung BirGün, die unter der Schlagzeile „Mülldiskussion zwischen Türken und Deutschen“ berichtete, so Focus.
Die Sprecherin der Kampagne, Silke Kersken, äußerte sich überrascht über die Reaktionen und sagte laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), dass man eine solche Reaktion nicht erwartet habe.
Kersken erklärte, dass die Kampagne lediglich mit einem Hauch von Humor dazu inspirieren wollte, dass die Menschen ihren Müll selbst entsorgen. „Die Namen wurden absolut zufällig ausgewählt und es war nicht beabsichtigt, jemanden zu beleidigen“, fügte sie hinzu und betonte, dass man auch die türkische Gemeinschaft einbeziehen wollte.
„Hätten wir dies nicht getan, wäre es sicherlich auch falsch gewesen.“
Der Sprecher für Integrationspolitik der Grünen, Melih Keser, äußerte sich über einen Facebook-Post sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache und erklärte, dass die Kampagne nicht rassistisch sei. Vielmehr zeige sie eine Unwissenheit in Bezug auf türkische Namen: Der Name Mehmet stammt aus dem Arabischen Mohammed und könnte daher als heiliger Name angesehen werden.
„Seit vielen Tagen merke ich, wie meine türkischen Freunde durch die Kampagne verunsichert sind“, schrieb Keser.
„Ich möchte sagen, dass es keine absichtlich türkenfeindliche Kampagne ist… Wenn es sich um Diskriminierung oder Ausgrenzung handeln würde, wäre ich einer der Ersten, der aufsteht und dagegen angeht. Aber hier war das nicht der Fall. Wir müssen einfach mehr miteinander kommunizieren.“
Er wies auch darauf hin, dass die Kampagnen-Website es den Nutzern ermöglicht, ihren eigenen Namen und Slogan auszuwählen, um diesen mit Freunden in sozialen Medien zu teilen.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.