„Selfie mit Stars: 12 ultimative Tipps für das perfekte Fan-Foto!“

Juni 12, 2025

Selfie-Ansammlung in Cannes

Schluss mit Autogrammen! Das ultimative Fan-Erlebnis ist das gemeinsame Foto mit dem Star, meint unser Kolumnist Linus Volkmann.

2025 … was für ein Jahr, nicht wahr? Selbst eine 12-stündige Busreise mit Magen-Darm-Problemen kam mir rückblickend angenehmer vor als dieses Katastrophenjahr. Diese Kolumne zielt darauf ab, Balsam auf die zahlreichen Wunden zu legen. Manchmal muss man sich einfach wieder fangen, insbesondere wenn man sich durch das Internet treiben lässt.

In meiner letzten Kolumne ging es um den weltweiten Pop-Trend des Israelhasses. Anschließend schlüpfte ich in meine Lieblingsrolle als schrulliger Musiknerd und stellte elf obskure Songs vor, die abseits der allgegenwärtigen Algorithmen Aufmerksamkeit verdienen.

Heute jedoch lehne ich mich entspannt zurück. So sehr, dass ich beinahe rücklings vom Bürostuhl kippe – und bringe das angenehm positive Thema „Selfies mit Musiker:innen“ zur Sprache. Bei diesem Thema darf das Doomscrolling endlich einmal pausieren.

Wer kennt es nicht? Man befindet sich – aus welchen Gründen auch immer – im selben Raum wie ein Star. Vielleicht hat man bereits einen tollpatschigen Satz gestammelt, um seine Bewunderung auszudrücken… und plötzlich sieht man sich aus der Vogelperspektive, als würde man vor Aufregung aus seinem Körper schweben. Doch dann kehrt man in sein irdisches Dasein zurück und bringt die magischen Worte heraus: „Ähm, könnten wir ein Selfie zusammen machen?“

Auch ich, als erfahrener Popjournalist, schäme mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich diesen Satz ausspreche. Doch die Alternative – die Gelegenheit verstreichen zu lassen – ist ebenfalls ziemlich deprimierend. Hier also ein kleines bebildertes Listicle zum Thema. Viel Spaß!

… mit Mel C (2003)

01. Nur ein Versuch

Wenn man beim Baggersee-Selfie wie ein Schiffswrack aussieht, kann man es einfach nochmal versuchen. Und wieder und wieder, bis es irgendwie passt. Bei Star-Fotos ist das nicht der Fall. Die Promoterin drückt einmal auf den Auslöser und das war’s. Das führt mich zu diesem Bild von mir, auf dem ich wie eine Wasserleiche mit grotesk aufgequollenen Händen aussehe. Was lief falsch an diesem wunderbaren Tag, an dem ich mein Lieblings-Spice Girl interviewen durfte? Ich liebe „I Turn to You“ von Mel C – das Foto würde ich mir jedoch nicht an die Wand hängen, was definitiv nicht an Sporty Spice liegt.

… mit PeterLicht (2014)

02. Keine komischen Gesten

Der Fingerzeig auf unserem Foto war beabsichtigt. Ich reiste einmal mit dem rheinischen Smart-Pop-Magier PeterLicht im ICE. Edel! PeterLicht war dafür bekannt, sein Gesicht auf Platten und Fotos nicht zu zeigen. Ich respektierte das bei unserem gemeinsamen Bild. Schließlich macht man solche Selfies zwar vor allem für den eigenen Ruhm, aber insgeheim hofft man, dass die Stars einen so cool finden, dass sie danach deine Freunde sein wollen.

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(Hat in diesem Fall nur mäßig geklappt)

… mit Sleater-Kinney (2023)

03. Wenn die Stars Handzeichen geben

Es ist natürlich okay, sogar besonders schön, wenn die Stars sich die Mühe machen, auf dem gemeinsamen Foto etwas mit den Händen oder dem Gesichtsausdruck zu machen. Das passierte beim jüngsten Foto in dieser Sammlung. In einem schlichten Konferenzraum in London interviewte ich Corin und Carrie von Sleater-Kinney. Sleater-Kinney, eine sehr wichtige Band für mich in den Neunzigerjahren. Sie wirkten auch heute noch aktiv, eigenwillig und aufmerksam. V für Victory? Auf jeden Fall!

… mit Kurt Krömer (2019)

04. Gemeinsamkeiten teilen

Um den kurzen Moment der Nähe maximal auszunutzen, sollte man den Künstler spiegeln. Das erzeugt ein angenehmes Gefühl von Verbundenheit (#manipulation). Um meine Begegnung mit Kurt Krömer für mich lohnend zu gestalten, fing ich an zu rauchen. Ich hoffte, er würde denken, wir seien uns ähnlich. Falls er das dachte, hat er es zumindest nicht erwähnt.

Seitdem bin ich stark nikotinabhängig und komme ohne Pausen nicht mehr in den zweiten Stock, aber das Foto war es definitiv wert!

… mit Macaulay Culkin (2016)

05. Das Thema Körperkontakt

Bei solchen Schnappschüssen teilt man nicht nur ein Foto und dieselbe Luft, sondern meist auch eine Berührung. Und wenn das auf beiderseitigem Einverständnis beruht, darf man sich auch daran erfreuen. Altes Fangesetz! Ich erinnere mich noch, wie Macaulay Culkin an meiner Schulter lehnte. Der Anlass des Treffens in Paris (wieder einmal: edel!) war ein Interview mit Adam Green. Der freundlich zerzauste Antifolk-Guru hatte einen Film gedreht, in dem auch sein Freund Macaulay („Kevin allein zuhaus“) eine Rolle spielte. Ich unterhielt mich also mit beiden, an meiner Seite der exzentrische damalige Fotoredakteur des Musikexpress, Peter Kaaden. Jener holte mehrere Flaschen Sekt beim Gespräch heraus und ermunterte alle zum Trinken. Ich glaube, ich war noch nie so betrunken um zwei Uhr nachmittags wie an diesem Tag. Doch der Kniff zeigte Wirkung: Wir verstanden uns alle prächtig – und irgendwann lehnte Macaulay Culkin an meiner Schulter für das Foto. Keine Ahnung, warum Rudolf Augstein oder Henri Nannen in den Journalismus gegangen sind, bei mir waren es definitiv solche Momente.

PS: Von diesem Treffen habe ich auch ein kleines Video gemacht. Es ist immer noch online …

 

… mit Nadja Benaissa (2023)

06. Treffpunkt Schönheit

Manchmal ahnt man schon, dass man die Chance auf ein Selfie bekommen wird. Das sollte Anlass genug sein, sich nicht in die üblichen Lumpen zu werfen, sondern vielleicht mal den Anzug aus dem Pfandhaus zu holen. Trotzdem verblasst man am Ende hinter der Ausstrahlung von Nadja Benaissa von den No Angels – aber man kann sich zumindest nichts vorwerfen und die Fotos auch mal zu Weihnachten der Mutter zeigen. („Wer ist das? No Angels? Kenne ich nicht. Du hörst doch immer nur so Krachmusik!“)

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… mit Ole Paskarbeit von den Dimple Minds (2018)

07. Wer ein Star ist? Bestimmt man immer noch selbst!

Ich erinnere mich, als in den Rockerkneipen von Bremen getuschelt wurde … An der Bar säße Ole, der Gitarrist von den Dimple Minds. Ja genau, die Dimple Minds. Bremens betrunkenste Asi-Band. Als Jugendlicher besaß ich ihre erste EP mit dem schönen Titel „Blau auf’m Bau“. Und ich verbrachte viele Stunden damit, sie zu hören, aber natürlich auch interessiert anzustarren und alle Infos darauf auswendig zu lernen. Hatte ich erwähnt, dass ich damals nicht so viele Freunde hatte, oder konnte man sich das schon denken? In meiner Welt jedenfalls war und ist dieser Typ hier ein Promi!

… mit Rod und Bela B. (2012)

08. Nicht zu lange auf deine Chance warten

Wer zu lange zögert, läuft Gefahr, dass sich das scheue Getier (Star) wieder in die Wälder (Penthouse-Suite, Opiumhöhle oder TikTok) zurückzieht. So geschah es hier. Wann ist bloß die richtige Gelegenheit, die anwesenden Die Ärzte um ein Selfie zu bitten? Keine Ahnung… aber vermutlich noch bevor Farin Urlaub wieder aufs Zimmer gegangen ist. Tja, verpasst! Dafür konnte ich aus dem Bild immerhin ein eigenes Meme generieren.

… mit Milky Chance (2016)

09. Apropos Memes…

Milky Chance, das Gitarrenfolk-Duo aus Kassel. Für eine Story reiste ich seinerzeit tatsächlich in ihre nordhessische Heimatstadt. Es kam mir dort noch trostloser vor als in manchen aufgegebenen Städten im Ruhrgebiet, aber ich ließ mir nichts anmerken. Die armen Künstler mussten am Ende des Tages ja hier noch wohnen bleiben. Den kleinen Spaß mit der Meme-isierung meines haarigen Fan-Fotos haben sie mir heute hoffentlich verziehen.

… mit Heikedine Körting (2010)

10. Fan-Sein fängt schon in der Kindheit an

Als kleines Kind saß ich auf dem Teppichboden meines Kinderzimmers und hörte Pumuckl-Kassetten. Als ich dann älter wurde, blieb ich einfach sitzen, tauschte die Hörspielkassetten des nervigen Kobolds gegen Abenteuer aus der Millionenstadt – also TKKG. Ich habe gelbe Kassetten verschlungen wie andere in jener Zeit Dextro Energen oder Fruchtzwerge. Gelbe Kassetten? Ja, auf solchen fanden sich die Fälle der leicht reaktionären Jugendbande. Die Firma dahinter war dieselbe, die auch für Die Drei Fragezeichen Sorge trägt: Europa. Mit deren Ikone, Heikedine Körting, besitze ich dieses Fan-Foto. Die anderen Nerds werden grün vor Neid – aber so be it! Im Jahre 2010 hat mich also einmal Heikedine angeschaut. Und wenn ihr ganz leise seid, hört ihr die Schmetterlinge in meinem Bauch.

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… mit den Bondage Fairies (2012)

11. Fotos sind Erinnerungshilfen

Manche Fotos, auf die ich im Moment ihres Auslösens unglaublich hot war, fallen mir Jahre später wieder in die Hände und ich muss feststellen, dass meine Liebe dann doch erkaltet ist. Hier stehe ich 2012 auf dem Melt-Festival inmitten der Horror-Electro-Punkband Bondage Fairies. Das waren damals unsere Slipknot. Ihren Song „He-Man“ liebe ich bis heute sehr. Mit jedem von den Typen (Schweden) allerdings habe ich mich mittlerweile auf Social Media überworfen. Tja, it was good as long it lasted.

… mit Torsun Burkhardt (2011)

12. Bilder von dir überdauern

Haha, das hätte Torsun sicher gefallen, dass ich seinen Abschnitt mit diesem unsäglichen Hit von Laith Al-Deen überschreibe. Oder vielleicht auch nicht? Nicht dass er mich jetzt heimsucht als Geist. Denn Torsun ist einen Tag vor Silvester 2023 verstorben. Wer ihn, seine Art, seine Haltung und seine Musik kennt, weiß wahrscheinlich allzu gut, was für einen Verlust das bis heute darstellt. Ich habe damals ein Fan-Foto mit ihm zusammen gemacht. 2011 oder so auf einem Festival. Wir hatten uns vorher noch nie persönlich getroffen. Wie er das Motiv trotzdem gleich mit diesem wilden Kuss auflud, darüber habe ich damals gestaunt. Ich glaube, man sieht das auch gut in meinem Blick. Gefreut hat es mich trotzdem sehr.

Film abgeben

Ich will ja nicht angeben (doch!), möchte aber dennoch erwähnen, dass ich diese Kolumne noch viel epischer auskleiden könnte. Über die Zeit sind doch sehr viele solcher Fotos aufgelaufen, don’t judge me. Allerdings denke ich, wenn man in der eigenen Kolumne zwölf (!) Fotos von sich selbst unterbringt, ist das nun wirklich genug. Seht es mir nach!

Und sprecht mich gern an für ein Selfie, wenn ihr mich in der U-Bahn, im Wartezimmer beim Arzt oder auf dem Kneipenboden entdeckt. Ich bin jederzeit bereit.

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