Die herausragenden Bücher des Jahres: Von Christian Krachts „Air“ bis zur kritischen Analyse von Liz Pelly über Streaming-Dienste in „Mood Machine“.
In diesem Jahr gab es einige Bücher, die man kaum aus der Hand legen konnte. Welche davon sollte man noch rechtzeitig zu Weihnachten verschenken? Entdecken Sie unsere sorgfältig zusammengestellte Auswahl der bedeutendsten Bücher des Jahres 2025.
1. Christian Kracht – „Air“
Auf den abgelegenen Orkney-Inseln lebt ein Inneneinrichter in Zurückgezogenheit, bis ein geheimnisvoller Auftrag ihn nach Norwegen lockt – in eine andere, fantastische Welt. Kracht webt eine Geschichte, die geschickt zwischen verschiedenen Zeitebenen wechselt und sich durch eine klare, präzise Sprache auszeichnet.
2. Marco Michael Wanda – „Dass es uns überhaupt gegeben hat“
Der Frontmann der bekannten Wiener Rockband Wanda erzählt in dieser Biografie, die nach einem Lied der Band benannt ist, von Höhenflügen und tiefen Stürzen, von Euphorie, Kontrollverlust und einem Neuanfang. Besonders eindrucksvoll sind die Einblicke in die dunklen Seiten des Erfolgs.
3. Dorothee Elmiger – „Die Holländerinnen“
Zwei Frauen verschwinden spurlos im Dschungel Mittelamerikas. Elmiger erkundet die Grenzen der Darstellbarkeit einer solchen beklemmenden Geschichte. Ihr Werk ist voller Anspielungen und Brüche und wurde zurecht mit dem Deutschen Buchpreis 2025 prämiert.
4. Evan Dando – „Rumours of My Demise: A Memoir“
Drei privilegierte Jugendliche gründen die Band Lemonheads, doch nur einer bleibt ihr treu. Dandos Erzählung ist teils fragmentarisch, oft humorvoll und stets durchzogen von einem jugendlichen Rausch. Er bietet unverblümt Einblicke in sein Leben.
5. Kurt Prödel – „Klapper“
Kurt Prödel, bekannt durch die Band The Screenshots, legt einen Erstlingsroman vor, in dem die Hauptfiguren „Klapper“ und „Bär“ sich in einem verkehrten Leben zurechtfinden. Eine Geschichte über das Erwachsenwerden unter ungewöhnlichen Umständen.
6. Leif Randt – „Let’s Talk About Feelings“
Obwohl der Protagonist bereits Mitte 40 ist, folgt die Erzählweise klassischen Mustern des Coming-of-Age-Genres. Es geht um Tod, Liebe, Unruhe und Mode – und natürlich darum, bei all diesen Themen eine gewisse emotionale Distanz zu wahren.
7. Hendrik Otremba – „Can: Essays zu Werk und Ästhetik“
Der Künstler und Autor Hendrik Otremba bietet in diesem kompakten Band eine fesselnde und lehrreiche Durchsicht von acht Essays, die sich intensiv mit der Band Can auseinandersetzen. Ein ausführliches Interview mit Irmin Schmidt ergänzt die Betrachtungen.
8. Erika Thomalla (Hsg.) – „Die Wahrheit über Kid P.“
Andreas Banaski, auch bekannt als Kid P., prägte ab 1979 mit seinen Artikeln für „Sounds“ und „Spex“ die Musikjournalistik maßgeblich. Dieser sorgfältig zusammengestellte Band verdeutlicht seinen Einfluss auf die Veränderungen in der popkulturellen Berichterstattung.
9. Liz Pelly – „Mood Machine“
Pelly enthüllt, wie Streaming-Dienste Emotionen in Daten umwandeln. Ihre Analyse ist scharf, kritisch und trotz des eher trockenen Themas sehr zugänglich. Ihre Botschaft ist alarmierend, aber wahrscheinlich wahr: Leidenschaft und Zufall, traditionelle Triebkräfte der Musikindustrie, sind bedroht.
10. Mark Ronson – „Night People: How To Be A DJ In ’90s New York City“
Mark Ronson, bekannt für seine Arbeit mit Künstlern wie Amy Winehouse, Bruno Mars und Dua Lipa, erzählt von den Nächten in einer Stadt, die ihrem eigenen Eskapismus folgte. Sein Buch besticht durch eine liebevolle und detailreiche Erzählweise. Viel Spaß beim Lesen und Verschenken!
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.