Denzel Curry exklusiv: „Hip-Hop ist Gemeinschaft!“ – Ein tiefes Interview

März 10, 2026

Denzel Curry

Was denkt Denzel Curry über den heutigen Hip-Hop? Er teilt seine Gedanken zu The Scythe, „Strictly 4 the Scythe“ und seiner Vision von Rap als Gemeinschaft im Interview.

Als Denzel Curry an einem milden Februarabend den Backstage-Bereich der Dortmunder Westfalenhalle betritt, zeigt sich der Rapper – geschützt vor der Kälte in Locks und einem schwarzen Hoodie – entspannt. Bald darauf wird er auf der Bühne des Ruhrpott-Stadions stehen, um ein Konzert der Deftones zu eröffnen.

Obwohl Denzel Curry bereits ein erfahrener Künstler ist, gibt es einen aufregenden neuen Aspekt in seiner Karriere: Kürzlich stellte er die Supergroup The Scythe vor, deren Debütalbum „Strictly 4 the Scythe“ am 6. März erschienen ist. Die bereits veröffentlichten Singles „Lit Effect“ und „The Scythe“ mit Bktherula, TiaCorine, A$AP Ferg und Key Nyata zeigen eine futuristische Neuinterpretation des Southern Hip-Hop, der von Legenden wie OutKast, Three 6 Mafia und Goodie Mob geprägt wurde.

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„Die Gründung von The Scythe zielte darauf ab, eine künstlerische Familie zu schaffen. Diese Künstler sind meine Freunde und ich glaube fest an ihr Können. Wir motivieren uns gegenseitig, uns stetig zu verbessern“, erklärt Denzel Curry im Interview. „Wir möchten eine Gemeinschaft aufbauen.“ Fans sollen diese Gemeinschaft auch im Album spüren können, fügt der 31-Jährige hinzu, der die Initiative zur Gründung der Band ergriffen hat. „Es ist das erste Mal, dass ich in dieser Art von Zusammenstellung arbeite, aber ich vertraue der Musik, die wir machen. Das ganze Album ist ein Abenteuer, eine Freude.“

Vertrauen sei der Kern dieser Zusammenarbeit, betont er: „Wir waren uns einig, dass wir ein großartiges Album machen wollten. Wir haben intensiv zusammen gearbeitet und etwas erschaffen, das Hip-Hop als Genre bereichert und zugleich einfach Spaß macht!“

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Eine Ode an den Southern Rap

Geboren 1995 in Florida als Sohn bahamischstämmiger Eltern, ist Denzel Curry seit fast fünfzehn Jahren im Rapgeschäft. Sein erstes Album „Nostalgic 64“ sorgte 2013 für Furore in der Hip-Hop-Szene Miamis. Seitdem gilt er als einer der Wegbereiter des SoundCloud-Rap. „Strictly 4 The Scythe“ ist sein erstes großes Projekt seit „King Of The Mischievous South“ aus dem Jahr 2024, einem offiziellen Mixtape, das seine Karriere einläutete und später neu aufgelegt wurde.

Das neue Album vereint Denzel Currys lyrisches Talent mit den klassischen, rauen Klängen des Southern Hip-Hop, die ein jahrzehntelanges Erbe widerspiegeln. „Wir zollen dem Southern Rap Tribut – Uncle Luke, Three 6 Mafia, UGK, 8Ball & MJG, OutKast und der Dungeon Family. Wir stehen in ihrer Nachfolge. Unsere Pioniere des Hip-Hop im Allgemeinen und des Southern Rap im Besonderen haben uns geholfen, unsere Identität zu formen und über den Tellerrand hinauszudenken“, erklärt Curry. Er betont seine tiefe Wertschätzung für die Kultur, in der er aufwuchs, und die sich in seinem kreativen Prozess widerspiegelt. „Ich möchte Musik machen, die anders ist als alles bisherige. Ich strebe danach, Musik zu erschaffen, die man überall hören kann – in Stadien, Clubs und Autos.“

Ein unkonventioneller Weg zur Kunst

Obwohl seine Musik heute Stadien füllt, war dies für Denzel Curry lange nicht selbstverständlich. Als Jugendlicher wurde er von der High School für Design und Architektur (DASH) im Miami Design District verwiesen. „Ich wollte nur Künstler sein. Aus der Kunstschule geworfen zu werden, hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin“, reflektiert Curry. Er erinnert sich noch gut, wie er Jahre später, nach vielen Erfolgen im Hip-Hop, einer ehemaligen Lehrerin auf der Straße begegnete.

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Als sie erfuhr, wer er war, erkannte sie ihn sofort: „Du bist der Berühmte“, sagte sie, und Curry lächelt bei der Erinnerung. Die Zeit nach der Schule war nicht einfach, erzählt er weiter. Seine Eltern trennten sich, ein Bruder ging zur Universität, ein anderer kämpfte in Hinterhöfen, und ein weiterer kümmerte sich um seine Nichte – zwischen Schule und Gefängnis war es nur er und sein Vater zu Hause – und die Musik. Inspiriert wurde er von Künstlern wie Tyler, The Creator, Earl Sweatshirt, Big K.R.I.T., Wiz Khalifa, Curren$y und SpaceGhostPurrp, bis schließlich Anfang der 2010er der Durchbruch kam.

Vertrauen in die junge Generation

Die Erfahrungen aus dieser Zeit prägen bis heute seinen Blick auf die Welt, einschließlich des gewaltsamen Todes seines Bruders Treon Johnson durch Polizeigewalt 2014. Johnson starb im Polizeigewahrsam an einem Herzstillstand, nachdem er mit einem Taser und Pfefferspray außer Gefecht gesetzt worden war. „Das hat mich damals dazu gebracht, kritischer über Politik nachzudenken. Ich bin kein politischer Rapper, aber was ich sehe, fließt definitiv in meine Songs ein“, erklärt Curry. Die derzeitige politische Lage, insbesondere die Gewalt der US-Einwanderungsbehörden gegen Migranten und US-Bürger, trifft ihn hart. „Es ist nicht schmerzhafter für mich als sonst, weil das schon lange so geht. Die aktuellen Ereignisse geben mir nur mehr Anlass, darüber zu sprechen und das Bewusstsein zu schärfen“, sagt er. Trotz allem bleibt er optimistisch, dass Veränderungen möglich sind. „Diese Generation bewegt sich schneller als jede vorherige. Die jungen Leute lernen viel über soziale Ungerechtigkeit und treiben die Veränderungen voran.“

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Hip-Hop als Gemeinschaft

Heute ist Denzel Curry besonders stolz darauf, wie weit ihn die Musik gebracht hat. „Ich kann mit meinen Freunden die Welt bereisen, indem wir unsere Musik machen. Meine Eltern konnten sich ein Haus kaufen, mein Manager auch. Musik ist mein Leben geworden.“ Mit The Scythe beginnt er ein neues Kapitel – eines, das, wie er hofft, auch Hip-Hop als Ganzes nachhaltig verändern wird.

„Ich möchte, dass junge Rapper verstehen, dass die ältere Rap-Generation ihnen helfen möchte. Und dass die ältere Generation aufhört, die Jüngeren herabzusetzen. Respektiert euch gegenseitig, lernt voneinander und beginnt, Hip-Hop als Gemeinschaft zu leben.“

Katharina Moser schreibt für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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