Übergabe der umfangreichen Rilke-Sammlung an das Deutsche Literaturarchiv
Ein bedeutendes Konvolut an Briefen und Manuskripten des modernistischen Dichters Rainer Maria Rilke wurde kürzlich dem Deutschen Literaturarchiv (DLA) übergeben, wie das Archiv am Donnerstag mitteilte.
Die Sammlung, bekannt als die Gernsbacher Sammlung, beinhaltet das größte existierende Archiv von Rilkes Werken und Briefen und war fast ein Jahrhundert lang in Privatbesitz, erklärten Vertreter des DLA gegenüber Journalisten in Berlin.
Sandra Richter, die Leiterin des in Marbach nahe Stuttgart gelegenen Archivs, bezeichnete den Erwerb als „Kauf des Jahrhunderts“.
„Wir möchten nun Rilkes Nachlass zum Sprechen bringen“, sagte sie und kündigte eine große Ausstellung im Jahr 2025 anlässlich des 150. Geburtstags des Dichters an.
Die Sammlung wurde für eine nicht genannte Summe erworben, finanziert durch Mittel des Bundes, des Landes Baden-Württemberg und verschiedener privater Stiftungen.
Zu der Sammlung gehören mehr als 10.000 handgeschriebene Seiten mit Entwürfen von Werken und Notizen sowie etwa 8.800 Briefe von und an Rilke.
Darunter befinden sich Briefwechsel mit seiner langjährigen Geliebten, der in Russland geborenen Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salome, und dem französischen Dichter Paul Valery, einem Freund von ihm.
Außerdem umfasst die Sammlung über 470 von Rilke annotierte Bücher, 131 Zeichnungen und mehr als 300 Fotografien aus allen Lebensphasen des Dichters, so das DLA.
Rilke, der von 1875 bis 1926 lebte, gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller der Moderne, zusammen mit Franz Kafka und Thomas Mann.
Er lebte in verschiedenen europäischen Ländern und pflegte einen umfangreichen Briefwechsel mit den Intellektuellen seiner Zeit.
Experten betrachten die Gernsbacher Sammlung als eines der bedeutendsten erhaltenen Erbe eines deutschsprachigen Dichters.
Nach Rilkes Tod erbten seine Nachkommen das Material, das erst nach dem Tod seiner Enkelin Hella Sieber-Rilke zum Verkauf stand.
Sie hatte die Sammlung in einem privaten Haus in der Stadt Gernsbach aufbewahrt, zu dem nur eine elitäre Gruppe von Experten Zugang hatte.
Das DLA plant nun, das Archiv zu digitalisieren und es für literarische Forscher und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.