Namibia erhält historische Artefakte zurück
Am Montag empfing Namibia 23 historische Artefakte, darunter Schmuckstücke, Werkzeuge und weitere Gegenstände, die während der Kolonialherrschaft geplündert wurden und nun von Deutschland als unbefristete Leihgabe zurückgegeben wurden.
Ein Schritt zur Versöhnung
Die Rückgabe dieser Kulturgüter ist Teil eines Projekts, das die Annäherung zwischen den beiden Ländern fördern soll. „Alle Artefakte wurden während der deutschen Kolonialzeit aus verschiedenen namibischen Gemeinschaften gesammelt,“ erklärte Hilma Kautondokwa, Vorsitzende des Museumsverbands von Namibia.
Die meisten der zurückgegebenen Gegenstände wurden zwischen den 1860er und den frühen 1890er Jahren entwendet. Hunderte weitere Objekte befinden sich noch in Deutschland.
Die Gegenstände wurden dem Nationalmuseum von Namibia vom Ethnologischen Museum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Deutschland übergeben.
Sie wurden sofort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und stehen lokalen Akademikern zur Forschung zur Verfügung.
Deutschlands Anerkennung und die Reaktionen
Im Mai des vergangenen Jahres erkannte Deutschland den Völkermord in der Kolonialzeit in Namibia an und versprach eine finanzielle Unterstützung von einer Milliarde Euro für die Nachkommen der Opfer. Aktivisten lehnten das Angebot jedoch als unzureichend ab, da es die jahrzehntelangen belasteten Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland nicht vollständig heilen könne.
Lange Verhandlungen und Kritik
Die Rückführung der 23 Artefakte war das Ergebnis dreijähriger Gespräche zwischen dem Ethnologischen Museum Berlin und dem Nationalmuseum von Namibia. Namibische Aktivisten kritisierten, warum Deutschland sich dafür entschieden hat, die Artefakte nur zu leihen, statt sie vollständig zurückzugeben.
Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gab jedoch eine „Garantie… dass diese Objekte in Namibia bleiben werden“.
Die Rückgabe der Artefakte ist die jüngste Maßnahme als Antwort auf die zunehmenden Forderungen in Afrika, dass westliche Länder koloniale Raubgüter aus ihren Museen zurückgeben sollen.
Im Jahr 2019 erhielt Namibia eine Bibel und eine Peitsche, die dem gefeierten nationalen Helden, Kaptein Hendrik Witbooi gehörten, der in den frühen Kämpfen gegen die deutsche Kolonialherrschaft eine Schlüsselrolle spielte.
Im Vorjahr hatte Deutschland Schädel, Knochen und menschliche Überreste zurückgeführt, die während der Kolonialzeit für „wissenschaftliche“ Experimente nach Berlin geschickt worden waren.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.