Die „Historic Highlights of Germany“ sind herausragende Orte, die historisches Erbe mit modernem Stadtleben verbinden: 17 Städte offenbaren auf besondere Weise ihren Beitrag zu Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft.
Deutsche Reisemomente – der Reisepodcast
Alte und Hansestädte – Entdeckung von acht UNESCO-Welterbestätten
Schließen Sie die Augen und lassen Sie sich akustisch von den vielfältigen Eindrücken Ihrer Deutschlandreise verzaubern!
Musik-Intro:
« Eine überraschende Entdeckungsreise durch Deutschland »
Deutschland hat eine so lange Geschichte, dass die Frage nach der ältesten Stadt Deutschlands auch heute noch offen ist. Bereits um 5000 v. Chr. hinterließen die Kelten ihre ersten Spuren in der Stadt Worms. Die Römer, die Nibelungensage, der Reformer Luther… Angesichts so vieler Möglichkeiten fällt es der Wormser Stadtführerin Bettina Bauer schwer, sich zu entscheiden.
O-TON Bettina Bauer: Worms
Frau: Unser Dom ist ein Muss, denn er gehört zu den drei Kaiserdomen am Oberrhein. Wir haben auch den jüdischen Friedhof „Der Heilige Sand“, dessen ältester Grabstein aus dem Jahr 1055 stammt. Zudem sind wir eine lutherische Stadt und beherbergen eines der weltweit bedeutendsten Reformationdenkmäler.
Dennoch beansprucht Trier den längsten Status als anerkannte römische Stadt. Die Stadt wurde im Jahr 16 v. Chr. gegründet, wie das besterhaltene antike Stadttor, die Porta Nigra, zeigt. Außerdem gründeten die römischen Truppen im Jahr 12 v. Chr. das Militärlager Mogontiacum, das später zur prächtigen Kaiserstadt Mainz wurde. Bei Stadtführungen schlüpft der Historiker Elmar Rettinger in die Rolle des berühmtesten Bürgers der Stadt.
O-TON Elmar Rettinger: Mainz
Mann: Ich schlüpfe in die Rolle von Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert und erzähle von der Geschichte der Stadt zu dieser Zeit. Gutenberg ist der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und löste die erste Medienrevolution aus. Was faszinierend an ihm ist, ist dass er ein Mann war, der bereit war, alle Risiken einzugehen, um seine Idee zu verwirklichen, die Produktion von Texten zu beschleunigen.
Weitere rheinische Städte wie Speyer, Andernach, Koblenz, Bonn und sogar Köln entstanden ebenfalls aus alten römischen Kolonien. Silke Dames von Tourismus NRW empfiehlt nicht nur den Aufstieg zum Gipfel des Kölner Doms, sondern auch die Teilnahme an einer Führung über die römische Geschichte der Stadt.
O-TON Silke Dames: Köln
Frau: Die berühmteste Fußgängerzone in Köln, die Hohe Straße, wurde von den Römern gebaut. Es ist eine gerade Straße, entlang derer man römische Überreste sehen kann: Mauern, Straßen oder große geometrische Gebäude. Heutzutage sind sie ein fester Bestandteil der Altstadt. All diese Überreste bilden gewissermaßen ein großes Freilichtmuseum mitten in der Stadt.
Der Archäologische Park Xanten ist das größte Freilichtmuseum für Archäologie in Deutschland und lädt seine Besucher ein, in die lange Geschichte der Stadt einzutauchen. Besucher können auch im historischen Klever Tor von Xanten übernachten. Aber das ist noch nicht alles: Die Römer zogen auch nach Kempten im Allgäu, was Augsburg zur ältesten Stadt Bayerns machte. Besucher, die durch das große Tor der ältesten Sozialsiedlung der Welt, der Fuggerei, gehen, werden in eine andere Welt versetzt, erzählt die Stadtführerin Renate Braun.
O-TON Renate Braun: Augsburg
Frau: Zuerst sehen Sie eine große Allee, gesäumt von kleinen gelben Häusern mit grünen Fensterläden, als wären Sie in die Vergangenheit gereist. Sie führt direkt zu einem Brunnen, dem Herzstück der Fuggerei. Früher war es eine der Quellen, aus denen die Bewohner Wasser holten.
Im Norden Deutschlands spielt Wasser eine große Rolle. Im Mittelalter schlossen sich fast 200 Küsten- und Binnenstädte zur Hanse zusammen. So dreht sich heute in der Hansestadt Hamburg alles um den Hafen und die Speicherstadt. Guido Neumann von Hamburg Tourismus rät, die Stadt am ersten Wochenende im Mai zu besuchen, aufgrund des Hafengeburtstags.
O-TON Guido Neumann: Hamburg
Mann: Das Beeindruckendste sind die riesigen Paraden zu Beginn und zum Ende. Bis zu 350 Boote fahren im Hamburger Hafen, und viele davon sind Dampfschiffe oder historische Segelschiffe. Es ist ein echtes Spektakel, das zwischen zwei und drei Stunden dauert. Besucher können auch die Boote aus nächster Nähe bewundern und sogar an Bord gehen. Das ist wirklich der Höhepunkt des Hafengeburtstags.
Auch die Hansestadt Rostock richtet jedes Jahr im August das Hanse Sail Festival aus, bei dem sich Hunderte von Segelschiffen versammeln, zum Staunen der begeisterten Besucher. Mit der alten Stadt im Hintergrund und ihren tiefroten Ziegelsteinen strahlt der Rostocker Hafen eine rein hanseatische Atmosphäre aus. In Bremen veranstaltet die Stadt ebenfalls ein großes Fest. Seit fast 1000 Jahren findet dort der Bremer Freimarkt statt. Doch nach Meinung von Maike Bialek von der Wirtschaftsförderung Bremen ist es die gesamte Altstadt, die die Geschichte wieder zum Leben erweckt.
O-TON Maike Bialek: Bremen
Frau: Spüren Sie die ganze Geschichte Bremens bei einer Tasse Kaffee, Tee oder einem köstlichen Stück Schnee-Mousse-Torte auf dem Marktplatz. Sie können auch eine Fahrt mit dem Musikexpress der Stadt unternehmen. Die Bremer Stadtmusikanten sind weltweit bekannt. Wir haben auch zwei UNESCO-Welterbestätten: das Rathaus und die Rolandstatue. Ganz zu schweigen von der maritimen Atmosphäre, die die Schlachte-Promenade ausstrahlt.
Die maritime Atmosphäre prägt auch das hanseatische Flair von Lübeck, der „Königin der Hanse“, die in der Nähe der Ostsee liegt und im 13. Jahrhundert die zweitgrößte deutsche Stadt war. Zwischen dem Hafen, dem Holstentor, dem gotischen Backsteinviertel der Kathedrale, den Geschäften und dem Buddenbrookhaus steckt Lübeck voller Überraschungen. Hilke Flebbe ist eine Botschafterin des Glücks von Lübeck. Diese von Wasser umgebene und von hanseatischer Geschichte durchdrungene Stadt hat keine Geheimnisse mehr vor ihr.
O-TON Hilke Flebbe: Lübeck
Frau: Die hanseatische Atmosphäre ist immer noch auf der Altstadtinsel spürbar. Bei jedem Schritt taucht man in die Geschichte ein. Nicht weit von der Fischergrube befindet sich der Oldtimerhafen. Wenn man die Augen schließt, könnte man fast noch die Boote von damals hören, wie sie entladen werden. Die Seefahrtsgesellschaft wurde vor mehr als 650 Jahren gegründet. Es ist eine noch traditionelle Kapitänszunft, wo man wirklich gut essen kann. Es gibt sogar hübsche alte Boote, die an der Decke hängen. Deshalb nennt man es das Seefahrerviertel.
Kapitäne und Piraten tragen ebenfalls zur maritimen Romantik bei, wie der berüchtigte Klaus Störtebecker, der in Wismar geboren sein soll. Wismar, an der Ostseeküste gelegen, trat schnell der Hanse bei, was ihr ermöglichte, sich am Ende des Mittelalters zu entwickeln. Dank seiner zahlreichen gotischen Gebäude ist die Altstadt als UNESCO-Welterbe eingestuft, ebenso wie Stralsund, bekannt für eines der schönsten Rathäuser der Ostsee, erklärt Jeannine Wolle vom Internationalen Städtebund DIE HANSE.
O-TON Jeannine Wolle: Stralsund
Frau: Beim Spaziergang am alten Markt kann man das Rathaus entdecken. Mit seinen gotischen Spitzen, den hanseatischen Wappen und seinem beeindruckenden Charakter ist es wirklich eindrucksvoll. Es ist 30 Meter breit und 60 Meter lang. Ein überraschendes Gebäude.
Zwischen überraschenden Gebäuden, alten historischen Städten und einer langen Geschichte, geprägt von Kelten, Römern und Hanseaten, haben die alten Städte Deutschlands immer etwas Neues zu lehren.
Outro
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.