Die Trilogie „Der Herr der Ringe“ verliert auch Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts an Charme. Warum also nicht einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen?
Wir schreiben das Jahr 2025, und große Veränderungen bleiben aus. Es ist nass und kalt, typisches Winterwetter. Eine perfekte Gelegenheit, es sich mit der „Herr der Ringe“-Trilogie auf dem Sofa bequem zu machen. Für alle, die ihr Wissen über Peter Jacksons Meisterwerk vertiefen und versteckte Details in den Filmen entdecken möchten, haben wir faszinierende, bizarre und amüsante Trivia-Fakten zusammengetragen.
18 spannende Fakten über die „Herr der Ringe“-Trilogie
1. Eine beeindruckende Anzahl an Kostümen, Masken und Waffen wurde für die drei Filme produziert.
Insgesamt entstanden etwa 38.000 Kostüme für die Trilogie. Manche Kostüme mussten bis zu 40 Mal neu angefertigt werden, wenn sie während der Dreharbeiten beschädigt wurden oder schmutzig waren. Die Produktion sparte auch nicht an Waffen: Es wurden 10.000 Pfeile und 2.000 verschiedene Waffen hergestellt. Am Ende der Dreharbeiten hatten die Kostümdesigner so viele Kettenhemden von Hand gefertigt, dass sie, wenn man sie aneinanderlegen würde, eine Länge von elf Kilometern erreichen würden. Besonders aufwendig war es, die Hobbit-Füße täglich an die Schauspieler anzubringen. Elijah Wood, Sean Astin, Dominic Monaghan und Billy Boyd mussten jeden Drehtag bereits um 5 Uhr morgens zum Maskenbildner und anderthalb Stunden stillstehen, während die Fußprothesen angebracht wurden.
2. Die Verfilmung der Trilogie hat der Wirtschaft Neuseelands – dem Hauptdrehort – bis heute 200 Millionen Dollar eingebracht.
Kein anderes Land hat einen so großen wirtschaftlichen Aufschwung durch eine Filmreihe erfahren wie Neuseeland. Der Tourismus erlebte einen besonderen Boom: Der globale Erfolg der Filme machte Neuseeland zu einem beliebten Ziel für Fans, die die Drehorte ihrer Lieblingsfilme besuchen wollten. Neben dem Filmdorf „Hobbiton“, an dem man das Auenland so sehen kann, wie es im Film erscheint und im „Zum Grünen Drachen“ ein Getränk genießen kann, gibt es auch geführte Touren über das Tongariro Crossing zum „Mount Doom“, der eigentlich den von den Maori gegebenen Namen „Mount Ngauruhoe“ trägt.
3. Die Beatles hatten den Plan, „Der Herr der Ringe“ zu verfilmen – mit sich selbst in den Hauptrollen.
Kein Scherz: Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere versuchten die Beatles, Regisseur Stanley Kubrick für eine Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ zu gewinnen, in der sie selbst die Hauptrollen spielen würden. George Harrison hatte sich als Gandalf vorgestellt, Paul McCartney als Frodo, Ringo Starr als Sam und John Lennon als Gollum. J.R.R. Tolkien war allerdings nicht begeistert von dieser Idee.
4. Viggo Mortensen kaufte nach dem Abschluss der Trilogie zwei der Pferde, die im Film verwendet wurden.
Nachdem die Postproduktion abgeschlossen war (die drei Filme wurden gleichzeitig gedreht und bearbeitet), kaufte Viggo Mortensen das Pferd, das er im Film ritt, von dessen Besitzern ab. Außerdem erwarb er das Pferd, das von Arwen geritten wurde, und schenkte es Liv Tylers Stuntdouble.
5. John Rhys-Davies spielte in der Trilogie nicht nur den Zwerg Gimli, sondern lieh auch Baumbart seine Stimme.
Baumbart ist der Ent – ein sprechender Baumhirte –, den Merry und Pippin überzeugen wollen, gegen Saruman den Weißen zu kämpfen. Für Baumbarts tiefe, volle Stimme wurden keine digitalen Effekte verwendet; John Rhys-Davies sprach einfach in seiner tiefsten Stimmlage in ein altes Megaphon.
6. Sir Sean Connery sollte ursprünglich Gandalf spielen, lehnte jedoch ab, weil er das Drehbuch nicht verstand.
Der kürzlich verstorbene Darsteller von James Bond hatte sich für die Rolle des Gandalf beworben, gab später jedoch zu, dass er das Skript nie wirklich verstanden hatte. „Ich habe das Buch gelesen. Ich habe das Drehbuch gelesen. Ich habe den Film gesehen. Ich verstehe es immer noch nicht… Es wäre interessant gewesen, etwas zu machen, das ich nicht verstehe, aber nicht für 18 Monate“, sagte er. Der Vertrag zwischen Sean Connery und Peter Jackson hätte ihm eine kleine Gage plus 15 Prozent der Filmerlöse eingebracht. Da die Trilogie insgesamt drei Milliarden Dollar einspielte, hätte Connerys Anteil 450 Millionen Dollar betragen können.
7. Sean Bean hat eine Helikopterphobie und bestand daher darauf, zu abgelegenen Drehorten zu Fuß zu gehen.
Da Sean Bean, der Darsteller von Boromir, Angst vorm Fliegen hatte, musste er einen anderen Weg finden, um zu den entlegenen Drehorten zu gelangen. So nutzte er teilweise einen Skilift und ging den Rest des Weges zu Fuß – komplett in Kostüm und Ausrüstung.
8. Bevor Viggo Mortensen als Aragorn besetzt wurde, waren andere Schauspieler in der engeren Auswahl.
Die Rolle wurde unter anderem Nicolas Cage angeboten, der jedoch aus „familiären Gründen“ ablehnte. Auch Vin Diesel hatte sich beworben. Ein direkt angefragter Schauspieler war Russell Crowe, der jedoch wegen seines vollen Terminplans absagen musste. „Ich erinnere mich an den Anruf seines Agenten, der mir sagte, dass er gerade von einem anderen Film kam, in dem er ein Schwert und eine Rüstung trug – Gladiator!“, erzählte Peter Jackson. „Russell war geschmeichelt von der Anfrage, aber er hatte andere Verpflichtungen und leider hat es nicht geklappt.“ Letztendlich wurde die Rolle zunächst an den irischen Schauspieler Stuart Townsend vergeben, der nach zwei Monaten Probezeit wegen seines zu jungen Alters wieder entlassen wurde. Dann kam Viggo Mortensen ins Spiel, der sich für die Rolle entschied, weil sein Sohn Henry ein Fan der Bücher war.
9. Alle drei Filme wurden in einem Durchgang gedreht, was dazu führte, dass manche Szenen erst nach über einem Jahr abgeschlossen wurden.
Ein Beispiel ist die Szene in „Die Rückkehr des Königs“, in der Frodo glaubt, von Sam betrogen worden zu sein und ihn wegschickt, obwohl in Wirklichkeit Gollum dahintersteckt. Zuerst wurde Sams Teil der Szene gedreht, und Frodos Part folgte erst ein ganzes Jahr später.
10. Nach 18 Monaten Drehzeit ließen sich die Hauptdarsteller der „Gefährten“ ein gemeinsames Erinnerungstattoo stechen.
Sir Ian McKellen (Gandalf), Viggo Mortensen (Aragorn), Elijah Wood (Frodo), Sean Astin (Sam), Domonic Monaghan (Merry), Billy Boyd (Pippin), Orlando Bloom (Legolas) und Sean Bean (Boromir) ließen sich die Zahl Neun in elbischer Sprache tätowieren. Nur John Rhys-Davies lehnte ab und gab das Tattoo stattdessen seinem Stuntdouble. Die Neun symbolisiert die neun Mitglieder der Gefährten, die sich aufmachten, den Einen Ring zu zerstören. Peter Jackson, der sich die Zahl Zehn in elbischer Sprache tätowieren ließ, erlaubte seinen Hauptdarstellern außerdem, ein Erinnerungsstück ihrer Figur mit nach Hause zu nehmen. So behielt beispielsweise Orlando Bloom Legolas‘ Bogen und Liv Tyler ein Kleid von Arwen.
11. Bevor „Der Herr der Ringe“ bei „New Line Cinema“ landete, waren die Weinstein-Brüder von „Miramax“ an dem Projekt interessiert, wollten jedoch nur einen Film produzieren.
Die hohen Kosten und das damit verbundene Risiko waren der Grund dafür, dass die Weinstein-Brüder die Trilogie auf einen einzigen Film reduzieren wollten. Sie schlugen Peter Jackson vor, dass Arwen und nicht Éowyn sich als Mann verkleiden und in die Schlacht ziehen sollte. Sie hatten auch die Idee, Rohan und Gondor zu einem Königreich zu verschmelzen und einen der vier Hobbits sterben zu lassen. Jackson war von keinem dieser Vorschläge überzeugt und wechselte schließlich zu „New Line Cinema“, das seiner Forderung nach mehr als einem Film zustimmte.
12. Christopher Lee war ein großer Fan von „Der Herr der Ringe“ und traf einmal zufällig J.R.R. Tolkien in einer Bar.
Der 2015 verstorbene Schauspieler traf Tolkien eines Abends in einer Bar in Oxford und bat ihn um Erlaubnis, in einer zukünftigen Verfilmung Gandalf zu spielen. Tolkien stimmte zu. Als Lee erfuhr, dass tatsächlich eine Verfilmung geplant war, bewarb er sich für diese Rolle, wurde jedoch stattdessen als Saruman besetzt. Peter Jackson erklärte später, dass sie sich nicht sicher gewesen seien, ob Lee aufgrund seines Alters den actionreichen Anforderungen der Rolle gewachsen wäre.
13. Am Set gab es mehrere schwere Verletzungen, von denen einige sogar in den fertigen Filmen zu sehen sind.
Die wohl bekannteste Verletzung, die im Film zu sehen ist, ereignete sich in „Die zwei Türme“: In der Szene, in der Aragorn aus Wut gegen einen Helm tritt und einen schrecklichen Schrei ausstößt, hatte sich Viggo Mortensen tatsächlich zwei Zehen gebrochen. Aber das war nicht das einzige Mal, dass er Schmerzen erlitt: Elijah Wood erinnert sich daran, dass Mortensen während einer Kampfszene die Hälfte seines Zahns verlor und darauf bestand, ihn mit Superkleber wieder anzukleben, um weiterarbeiten zu können.
14. Die „Der Herr der Ringe“-Trilogie wurde insgesamt für 800 Preise nominiert und gewann 475 davon, was sie zur meistausgezeichneten Filmreihe der Kinogeschichte macht.
Insbesondere der dritte Teil, „Die Rückkehr des Königs“, wurde in elf Kategorien für den Oscar nominiert und gewann alle – ein bisher unerreichter Erfolg. Der Film erhielt auch den Oscar für den „Besten Film“ und war damit der erste Fantasy-Film, der diese Auszeichnung erhielt.
15. Bevor Elijah Wood die Rolle des Frodo bekam, hatte sich unter anderem auch Jake Gyllenhaal dafür beworben, scheiterte jedoch peinlich.
Jake Gyllenhaal berichtete in einem Interview von seinem Casting für die Rolle des Frodo und erwähnte dabei, dass ihm das Vorsprechen bis heute peinlich sei. Er habe die Rolle sehr gerne spielen wollen, habe jedoch die Anforderungen für den Film nicht gründlich genug gelesen, weshalb er abgelehnt wurde. Der Grund: Er spielte Frodo ohne den erforderlichen britischen Akzent.
16. Trotz der innovativen Technik in der Filmreihe wurden einige Details auf sehr skurrile Weise analog erstellt.
Um das Geschrei der Uruk-hai in der Schlacht von Helms Klamm so realistisch wie möglich klingen zu lassen, ließ Peter Jackson 25.000 Cricket-Fans während einer Spielpause die grässlichen Laute von sich geben. Der ausführende Produzent Mark Ordesky erinnert sich: „Es gibt diesen Schlachtruf, den die Uruk machen. Wir schrieben ihn phonetisch auf den Diamond Vision Screen und Peter dirigierte 25.000 Menschen, die dann ‚Rrwaaa harra farr rrara!‘ riefen.“
Auch Sams Pony Bill war nicht das, was es zu sein schien: In der Szene, in der Sam und Frodo durch die Sümpfe wandern, war Bill kein echtes Pferd, sondern ein Kostüm, das von zwei Menschen getragen wurde. Der Grund war einfach: Ein echtes Tier bei einem Dreh im Sumpf zu verwenden, wäre zu gefährlich gewesen. Zudem kann man – wenn man genau hinschaut – in den Schlachtszenen zahlreiche Frauen mit angeklebten Bärten unter den Kämpfern entdecken. „Es gibt einige sehr gute Reiterinnen in Neuseeland, und es wäre dumm gewesen, sie nicht einzusetzen“, meinte Viggo Mortensen in den Extras der „The Two Towers Extended Edition“.
17. Peter Jackson ist bekannt für seine extreme Detailverliebtheit und seinen Perfektionismus.
In der Szene des Rates von Bruchtal in „Die Gefährten“ fallen kontinuierlich und unregelmäßig Blätter herab, um zu suggerieren, dass die Versammlung im Freien stattfindet. Um diesen Effekt zu erzielen, positionierten sich mehrere Mitarbeiter über dem Set und ließen Blätter – die vom Kunst-Department im Herbst selbst gesammelt und teilweise einzeln bemalt wurden – auf die Darsteller fallen. Ähnlich perfektionistisch ging Jackson mit dem Baum um, unter dem Frodo in der Anfangssequenz von „Die Gefährten“ sitzt. Kurz vor Drehbeginn entschied der Regisseur, dass ihm das Grün der zehntausenden künstlichen Blätter nicht gefiel, und ließ sie alle einzeln in einem anderen Grünton übermalen.
18. Ursprünglich sollte in „Die Rückkehr des Königs“ eine Szene enthalten sein, in der Aragorn gegen die physische Form von Sauron kämpft. Diese Szene wurde jedoch gestrichen und dennoch verwendet…
Jackson plante einen Kampf ähnlich der Prologsequenz in „Die Gefährten“, in der Isildur und Sauron aufeinandertreffen. „Als wir in der Postproduktion waren, fühlte sich die Szene jedoch nicht mehr richtig an“, erinnert sich der Regisseur. Sie entschieden sich, die Szene aus dem Film zu nehmen. Um das bereits gefilmte Material dennoch zu verwenden, wurde die Sequenz in die Endschlacht aus „Die Rückkehr des Königs“ eingebaut: An einer Stelle sieht man Aragorn, wie er gegen einen riesigen Troll kämpft – dieser Troll ist die digital nachbearbeitete Version von dem, was Sauron sein sollte.
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Tom Schneider ist Musikliebhaber, DJ und Redakteur bei Inside-Reeperbahn.de. Er schreibt mit Herzblut über neue Bands, alte Legenden und die Hamburger Clubszene. Seine Artikel verbinden Recherche mit persönlichem Erleben und bieten echten Mehrwert für Musikfans.