Sportwagen mit eleganten Linien und kräftigen Motoren, revolutionäre Oldtimer und „Autos der Zukunft“ lassen die Herzen von Automobilenthusiasten in einer Welt auf vier Rädern höher schlagen. Denn neben dem Staunen gibt es auch viele Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme…
Autostadt Wolfsburg: Museum, Freizeitpark oder Neuwagenzentrum? Alles in einem!
Autostadt ist mehr als nur eine Autoausstellung oder ein Automobildorf. Der Name mag zunächst ehrgeizig klingen, doch mit einem 28 Hektar großen Gelände, das der Automobilwelt gewidmet ist, ist dies keineswegs übertrieben. Das XXL-Gelände beherbergt mehr als nur ein Neuwagen-Lieferzentrum mit beeindruckenden Autotürmen. Jährlich strömen etwa zwei Millionen Besucher hierher, um sich im „ZeitHaus“ über die Geschichte des Automobils zu informieren, an Werksführungen teilzunehmen, Offroad-Parcours zu erkunden, den spektakulären Dufttunnel von Künstler Olafur Eliasson zu durchqueren, in Fahrsimulatoren Platz zu nehmen, sich von 360-Grad-Filmvorführungen begeistern zu lassen oder Automobildesign am Computer auszuprobieren. Sie bewundern auch die Kreationen von professionellen Entwicklern in acht Markenpavillons, von Škoda bis Lamborghini, über Audi und Porsche, die zusätzlich eigene Automobilmuseen in Ingolstadt und Zuffenhausen haben. Die Atmosphäre gleicht einem Autosalon. In der mehrfach ausgezeichneten interaktiven Ausstellung „LEVEL GREEN“ werden kritische Kommentare zu Ressourcenverbrauch und Klimawandel thematisiert. Darüber hinaus ist das Design der Rutschen und „Netzwerke“ von Kletternetzen auf dem Spielplatz im Freien sowohl spaßig als auch ökologisch.
Mercedes-Benz Museum: Nur ein Stern? Nein, fünf!
Das 2006 eröffnete Mercedes-Benz Museum, direkt vor dem Haupttor des Werks in Stuttgart-Untertürkheim, zieht mit seiner Glasfassade, futuristischen Aufzügen à la Star Trek und seiner einzigartigen Reuleaux-Dreieck-Form die Blicke auf sich. Im Inneren setzen sich die modernen Akzente fort, wo Besucher auf einer Fläche von 16.500 Quadratmetern durch die Automobilgeschichte reisen: Von den Anfängen, zu denen die Unternehmensgründer Gottlieb Daimler und Carl Benz maßgeblich beitrugen, bis in die Gegenwart. Zu den Highlights der spektakulären Autoausstellung gehören die große Mercedes 770 von Kaiser Wilhelm II, die SL von Prinzessin Diana und das letzte Dienstfahrzeug des ehemaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Ein zweiter Rundgang widmet sich voll und ganz dem Mythos der Marke Mercedes und mündet in die Ausstellung „Rennen und Rekorde“, die unter anderem die Silberpfeile von Formel-1-Ikone Lewis Hamilton umfasst. Deutlich langsamer, aber ebenso ikonisch: die „Papamobile“ von Papst Johannes Paul II.
August Horch Museum: Meilensteine der Automobilbaukunst
Kenner wissen es bereits, Neulinge sollten aufpassen: Das Museum in Zwickau präsentiert als Highlights Modelle der Marke Horch, die von August Horch 1900 gegründet wurde, sowie Fahrzeuge von VW, DKW, Trabant, Wanderer und Audi. Apropos Audi: Der Automobilpionier August Horch gründete auch diese Firma, deren Name aus der lateinischen Übersetzung von „Horch“ („hören“ auf Deutsch) stammt! Noch besser: Das heutige Museum, das etwa 160 Fahrzeuge und zahlreiche kleinere Ausstellungsstücke beherbergt, befindet sich in den ehemaligen Produktionshallen, in denen die erste Audi gefertigt wurde, was der Stadt den Titel „Wiege der sächsischen Automobilindustrie“ verleiht. Die Ausstellung erstreckt sich über 6.500 Quadratmeter und lässt mit einer nachgebildeten Straße im Stil der 1930er Jahre die Atmosphäre von damals aufleben. Die Präsentationsmethoden sind jedoch durchweg modern. Alle Räume können auch virtuell erkundet werden, einschließlich 360-Grad-Panoramen. Interessierte erhalten zudem Einblick in einen „typischen DDR-Bungalow“ und das Büro von August Horch. Die nahegelegene Villa des Konstrukteurs gibt ebenfalls Aufschluss über sein Leben.
BMW Welt in München: Schön und außergewöhnlich
Seit 2007 ergänzt ein weiteres Meisterwerk moderner Architektur das Ensemble am Hauptsitz von BMW, bekannt als „der Vierzylinder“, und das spektakuläre Zeltdach des Olympiastadions: das BMW Welt Museum. Seine Besonderheit liegt vor allem in seinem riesigen, 16.000 Quadratmeter großen Flachdach und seiner ungewöhnlichen Struktur ohne vertikale Wände. Jeder Gebäudeteil ist geneigt oder spiralförmig angeordnet. Dies ist besonders auffällig bei dem doppelten Glas- und Stahlkegel an der Vorderseite, der einen großen Veranstaltungsraum beherbergt. Im Herzen des luftigen Hauptgebäudes befindet sich die „Galerie der Fahrfreude“, die glänzende Meisterwerke aus über 100 Jahren Firmengeschichte sowie Modelle von Mini und Rolls-Royce präsentiert. Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet im benachbarten Museum, auch „Weißwurstkessel“ genannt wegen seiner runden Architektur, etwa 125 der wertvollsten Exemplare von Automobilen, Motorrädern und Motoren der traditionellen Münchner Marke. Kinder und Feinschmecker kommen in der BMW Welt ebenfalls auf ihre Kosten: Der Junior Campus vermittelt spielerisch Wissen rund um das Thema Mobilität durch Ausstellungen und Workshops.
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Miriam Köhler ist Reisespezialistin mit Fokus auf urbane Entdeckungen. Sie erkundet Hamburgs spannendste Ecken und teilt in der Rubrik „Stadttouren“ Tipps, Anekdoten und Geheimadressen, die man so in keinem Reiseführer findet – mit viel Lokalkolorit.