Unstimmigkeiten im Staatsballett Berlin wegen neuer Leitung
Der Berliner Bürgermeister Michael Müller hat kürzlich Sasha Waltz und den schwedischen Ballettdirektor Johannes Öhman als neue Doppelspitze für das größte Ballettunternehmen Deutschlands ab der Spielzeit 2019/2020 ernannt.
Eine hitzige Petition erschien jedoch am Sonntag auf der Homepage des Balletts, in der die Tänzer ihren Unmut äußerten: „Die Ernennung ist vergleichbar damit, einen Tennistrainer zum Fußballtrainer zu machen oder einen Direktor eines Kunstmuseums zum Leiter eines Orchesters zu ernennen.“
Die Tänzer beschrieben die Nominierung als „störend und beleidigend für das Ensemble“ und fügten hinzu, dass die Tatsache, dass diese Ankündigung mitten in einem Wahlkampf erfolgt, sie glauben lässt, dass die Entscheidung eher politisch motiviert als künstlerisch begründet sei.
In Berlin stehen am Sonntag Landtagswahlen an, was den Zeitpunkt der Ankündigung, drei Jahre vor Waltz‘ Amtsantritt, für die Tänzer verdächtig erscheinen lässt.
Ihr Verdacht ist, dass Waltz, 53, zwar ein großer Name sei, der Tickets verkaufen wird, jedoch als Choreographin des Tanztheaters nicht den klassischen Balletthintergrund besitzt.
Ihre Ernennung wurde von den deutschen Medien weitgehend begrüßt, die vom derzeitigen Direktor Nacho Duato unbeeindruckt waren, da keines seiner drei Premierenstücke seit seinem Beitritt im Jahr 2014 ein Erfolg war.
Das Staatsballett ist eine Fusion aus drei Kompanien – der Deutschen Oper im Westen Berlins und der Komischen Oper sowie der Staatsoper im Osten – ein Erbe der geteilten Hauptstadt.
Der Konflikt, der die Tanzkompanie heimsucht, kommt ein Jahr nach einem ähnlichen Disput im legendären Theater Volksbühne in Ost-Berlin über die Nachfolge des langjährigen künstlerischen Leiters Frank Castorf, der 2017 nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze abtreten soll.
Die Berliner Behörden, die das avantgardistische Theater und Castorfs gewagte, politisch geladene Produktionen stark subventionieren, lehnten es ab, den willensstarken Querdenker über das Ende seines aktuellen Vertrags hinaus im Jahr 2016 zu behalten.
Als sein Nachfolger wurde der Direktor des Tate Modern Museums in London, Chris Dercon, nominiert, aber etwa 172 Schauspieler und Mitarbeiter des Theaters haben einen offenen Brief verfasst, in dem sie ihre „tiefe Besorgnis“ über die Ernennung zum Ausdruck bringen.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.