Stephen Malkmus und Pavement: Entdecke ihre besten Alben im ultimativen Ranking!

Februar 16, 2026

Pavement im Jahr 2022

Entdeckt, welche Alben ihr nicht verpassen solltet und welche ihr getrost überspringen könnt.

Stephen Malkmus hat mit Pavement zwar nicht den Indie-Rock erfunden, ihm jedoch eine innovative Wendung gegeben, indem er bewies, dass poppiger Charme und heftiger Krach sich nicht ausschließen müssen.

DIE MUST-HAVES

Pavement – Slanted And Enchanted (1992)

Ein Meilenstein. Pavement schöpfte Inspiration sowohl von Sonic Youth als auch von den frühen R.E.M.: Die coole Gelassenheit von Kim Gordon und ihrer Band wird bei ihnen zu einer Art Experiment, während die Reflektiertheit der Band aus Athens, GA, durch schlaue Albernheiten ersetzt wird. In einem Jahr, in dem die Welt noch auf Seattle fixiert war, brach aus Stockton, Kalifornien, ein Garagen-Sound hervor, der frei von jeder Epik und Hymnik ist, der knirscht und brummt und im Ohr kratzt, als wäre er in einem spontanen Moment zwischen zwei Bieren und einem Joint entstanden. Aber weit gefehlt. „You think it’s easy, but you’re wrong“, singt Malkmus in „Zurich Is Stained“. Ein Juwel der 90er Jahre.

Sechs Sterne

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Pavement – Crooked Rain, Crooked Rain (1994)

Nach ihrem überraschend erfolgreichen Debüt hat sich Pavement mit ihrem zweiten Album weiterentwickelt, behält den Lärm bei, integriert ihn jedoch besser in die einzelnen Tracks. Sie zitieren Velvet Underground und Folk und lassen Malkmus eher als Erzähler denn als Außenseiter agieren. In „Range Life“ nimmt er – oft missverstanden als die Erzählstimme des Songs – die Smashing Pumpkins und die Stone Temple Pilots aufs Korn, in „Cut Your Hair“ beschreibt er die Oberflächlichkeit der Szene: „Bands start up each and other day. I saw another one just the other day.“ Er macht keinen Hehl daraus, wie wenig ihm das bedeutet.

Fünfeinhalb Sterne

Pavement – Terror Twilight (1999)

„In diesem Moment ist Pavement-Musik Stephen Malkmus“, so Bob Nastanovich 1999 in einem Interview. Vier Leute, die sich bemühen, die Songs, die ihnen aus Portland, wo Malkmus inzwischen lebt, geschickt werden, ansprechend zu arrangieren. Ein weiterer unterstützt sie: Mit Nigel Godrich bekommt die Band von Domino-Chef Laurence Bell einen externen Berater verordnet. Einer, der sich laut Nastanovich den Namen später nicht merken konnte und einige Drumspuren von Dominic Murcott (High Llamas) aufnehmen ließ. Überraschenderweise ist der neue Pop-goes-Artrock-Ansatz dennoch immens einladend, auch außerhalb des Hits „Major Leagues“, hörenswert zum Beispiel in „Ann Don’t Cry“, einem kleinen Stück Kammerpop, das mit einem Satz aufwartet, den man als Leitspruch für die Situation der Band verstehen könnte: „The damage has been done. I am not having fun anymore“, singt Malkmus zur Jangle-Gitarre. Beeindruckend.

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Fünf Sterne

Stephen Malkmus – Stephen Malkmus 2001

Was „Major Leagues“ bereits zwei Jahre zuvor innerhalb des Pavement-Rahmens angedeutet hatte, wird auf seinem Solodebüt konkret umgesetzt: Malkmus experimentiert erneut mit großen Melodien. Keine Bandkollegen mischen mehr mit, was jedoch nicht stört, da Malkmus selbst oft genug eingreift, wie in „Phantasies“, wo neben dem eigentlichen Song eine weitere Spur mit allerlei Unsinn läuft. Andernorts gibt Malkmus den stringenten Rockstar und mischt markante Alternative-Gitarren mit AOR-Appeal („Discretion Grove“). Dass das „A“ nie zu dominant wird, liegt natürlich auch daran, dass Malkmus weiterhin kleine Universen erschafft, wie in „Jenny & The Ess-Dog“, einer Geschichte über eine ungleiche Beziehung zwischen einer jungen Frau und einem älteren Mann, altem Volvo, Golden Retriever und BROTHERS IN ARMS als Soundtrack fürs Knutschen. Schön.

Fünfeinhalb Sterne

Stephen Malkmus & The Jicks – Pig Lib (2003)

Die Jicks, die auf dem Cover des Solodebüts noch ignoriert wurden, sind jetzt offiziell im Spiel. Vielleicht liegt es daran, dass im Vergleich zum Vorgänger wieder mehr Freiraum gegeben wird. „It makes Prog-Rock cool“, staunte der Branchendienst „Entertainment Weekly“ damals, und dieser Satz hat durchaus seine Berechtigung – wenn man Prog-Rock weniger als Genre denn als locker gefasste Idee zur Strukturveränderung betrachtet, denn allein die Länge bzw. Kürze eines Songs wie „Vanessa From Queens“ spricht natürlich dagegen. Andererseits fliegen hier die Fetzen, aber eher wie Federn. Hier eine Keyboard-Line („Ramp Of Death“, oh Mann!), dort eine 1967er-Psychedelic-Gitarre („Do Not Feed The Oyster“), die in zeitgenössischen Indie-Rock und dann, okay, Prog mündet: ein Album für die Ewigkeit.

Sechs Sterne

ABSOLUT LOHNENSWERT

Pavement – Wowee Zowee (1995)

Schreckliches Artwork, aber auch: das anspruchsvollste Pavement-Album. Es zieht sich mühsam und eigenartig ambitionslos vorwärts, stolpert schon im Eröffnungstrack über eine Art Lagerfeuergitarre, um gegen Ende in „Flux = Rad“ drei Jahre verspätet Grunge einzubringen. Rückblickend sind es die ruhigeren Lieder des Albums, die es doch noch ins Ziel bringen, wie das sanft psychedelische „Father To A Sister Of Thought“.

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Dreieinhalb Sterne

Pavement – Brighten The Corners (1997)

Zwei Jahre später kehrt Pavement zu ihren Wurzeln zurück, wobei man kaum übersehen kann, dass die Band mittlerweile ihre Instrumente besser beherrscht als zu Beginn. Die beiden wichtigsten Stücke stehen gleich am Anfang: „Stereo“ explodiert in einem von den Seventies inspirierten Fuzz, „Shady Lane/J Vs. S.“ ist einer der markantesten Songs der Band. Aber es lohnt sich weiterzuhören: In „Transport Is Arranged“ erleben wir ein hymnisches Mellotron, und das von Scott Kannberg geschriebene „Date w/ Ikea“ ist eine kluge Fingerübung zwischen Power Pop und den Byrds.

Vier Sterne

Stephen Malkmus & The Jicks – Wig Out At Jagbags (2014)

Ein Album nach einem sehr interessanten Deutschland-Aufenthalt: 2012 und 2013 verbrachte Malkmus mit seiner Familie in Berlin und Köln, führte auf dem WeekEnd-Festival mit der Kölner Band Von Spar den Can-Klassiker EGE BAMYASI neu auf, hochkonzentriert, mit einer Liebe und Dynamik, die die anwesenden Can-Mitglieder beeindruckte. Wenn man das weiß, kann man es auf diesem besten Album der späten Malkmus-Jahre hören, ebenso wie die Liebe zum 70er-Rock, zu Neil Young und auch zu The Velvet Underground, die in anderen Rezensionen prominent erwähnt wurde. Tatsächlich ist es aber so: Ein Song wie „The Janitor Revealed“ ist, was das Auf und Ab von Malkmus‘ Stimme, die Instrumentierung – die englische Sprache hat das Wort quirky dafür, das sich nur schwer übersetzen lässt – und die Wechsel in der musikalischen Dynamik betrifft, eine sofortige Aufnahme in den Kanon. Der schönste Song des Albums: „Houston Hades“. Zunächst Superlärm, dann wie bei Randy Newman oder ähnlich.

Vier Sterne

INTERESSANTE NEBENGEBIETE

Stephen Malkmus – Groove Denied (2019)

Man könnte meinen, Stephen Malkmus würde sich bei seinen Alben keinerlei Beschränkungen auferlegen, immer die offensten Strukturen verfolgen und nutzen. Das vorliegende Album ist die Ausnahme und passt damit natürlich wieder perfekt zu der Unmöglichkeit, Malkmus‘ Werke vorherzusehen. GROOVE DENIED ist ein Elektronik-Album, was stellenweise sehr wörtlich zu nehmen ist, allerdings nicht im Kontext moderner Clubkulturen, sondern eher im Stil des Synth-Pop der Achtziger. Malkmus‘ Stimme hält alles zusammen, auch wenn er sich sehr bemüht, ihr einen anderen, etwas manierierten Dreh zu geben. Songs wie „A Bit Wilder“ und „Viktor Borgia“ haben vor allem deshalb einen sehr eigenen Charakter, der etwas aufweist, was man von sonstigen Malkmus-Arbeiten nicht kennt: fast bemühten Manierismus.

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Vier Sterne

Silver Jews – American Water (1998)

Nicht zu vergessen ist Stephen Malkmus‘ Mitwirkung bei David Bermans Silver Jews, zu deren Gründungsmitgliedern er zählte. Er spielte auf vier Alben mit; wie wichtig die Band Mitte der 90er war, zeigt vielleicht auch eine Textzeile in „People“, nach der sich sogar eine recht bekannte schwedische Indie-Band benannte: Suburban Kids with Biblical Names. Dass Malkmus hier nicht als musikalischer Leiter fungiert, hört man natürlich, Bermans knarziger Melo-Country dominiert. Doch Malkmus nutzt ausreichend Gelegenheiten für Ausbrüche. Das vorliegende Album ist das Großwerk der Band, die keinesfalls als ein Nebenprojekt von Pavement angesehen werden sollte. Der Einfluss war wechselseitig, Berman war zudem der Mann, der den Titel zum Pavement-Debüt beisteuerte. Gemeinsam hört man Malkmus und Berman auf dieser Platte am schönsten in einem Song, der auch auf Pavement zutreffen könnte: „Wenn something breaks, it makes a beautiful sound“, heißt es in „Blue Arrangements“. So wahr.

Jochen Overbeck schreibt für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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