Königin der Musik: Entdecke die Top Alben im ultimativen Ranking!

Juli 29, 2025

Queen, von links nach rechts: Freddie Mercury, Roger Taylor, Brian May, John Deacon

Entdecken Sie, welche Alben von Queen unverzichtbar sind und auf welche Sie vielleicht verzichten können. Das große Queen-Ranking im Überblick!

Bei kaum einer anderen Band scheiden sich die Meinungen so stark wie bei Queen. Sind sie eher Pop oder Rock? Was ist besser: Die frühen Werke oder die späteren Alben? Mercury, May oder vielleicht doch Deacon oder Taylor? Eines steht jedoch fest: Ein Leben ohne die Musik von Queen ist wie ein Leben ohne Freude – sei es Sex, Science-Fiction oder der Genuss von Stehimbiss, Gummibärchen und Fußball. Die gute Nachricht ist, dass der Einstieg in ihre Diskographie einfacher ist, als man denkt.

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IM SCHOSSE DER (UNERREICHBAREN) GÖTTER

Sheer Heart Attack (1974)

Mit ihrem dritten Album sprangen Queen aus der zweiten Liga direkt auf den Thron der Superstars. Abgesehen von Brian Mays gewagtem Gitarrensolo in „Brighton Rock“ gibt es keinen Moment, der nicht brillant ist. Jeder Song ist mindestens gelungen, wenn nicht sogar meisterhaft. Ein weiterer Grund ist die Kunst der Reduktion: Queen haben es gelernt, ihren Übermut beim Arrangieren zu zügeln, bevor es zu Farcen und Nonsens kommt, und dennoch spielen sie an den Grenzen ihrer beeindruckenden Fähigkeiten als Solisten und als Team. Und dann noch mit einem „Ätsch! Wir können alles!“-Bravado in diverse Genres einzutauchen. Ein Begriff, der oft überstrapaziert wird, hier jedoch vollends zutrifft: Genie. Puristen kritisierten die Band für ihre künstliche und aufgebauschte Art, doch was ist Popmusik, wenn nicht genau das?

Sechs Sterne

A Night at the Opera (1975)

Praktisch eine Weiterführung von SHEER HEART ATTACK: „I’m In Love With My Car“ ahmt „Tenement Funster“ mit mehr Kraft nach, „You’re My Best Friend“ und „Lazing On A Sunday Afternoon“ erscheinen wie Geschwister von „Killer Queen“ und „Bring Back That Leroy Brown“. Alles wirkt ein wenig souveräner und routinierter; die Band kennt ihre Stärken und spielt diese voll aus, ohne Schwächen zu zeigen. Die unterschiedlichen Vorlieben der vier Musiker, die Queen erst zu Queen machten, sind deutlich spürbar. Und die Begeisterung für Nostalgie reicht von den 1920ern und 30ern bis hin zu noch früheren Volksliedern. Andererseits fehlt jegliches Interesse an der „Zukunft“ – was jedoch auf die gesamte Rockmusik des Jahres vor Punk zutrifft. Das Album hat seine Längen: Die alberne Version der britischen Nationalhymne ist überflüssig, und „The Prophet’s Song“ wirkt wie eine bloße Vorlage für „Bohemian Rhapsody“. Aber nach diesem Jahrhundertwerk erinnert sich daran niemand mehr.

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Fünf Sterne

Jazz (1978)

Neben SHEER HEART ATTACK die zweite kreative Explosion der Band. Die stilistischen Muster ihrer Musik sind mittlerweile bekannt; wirklich Neues bieten Queen hier nicht. Doch sie stoßen an alle Grenzen in Bezug auf Dynamik, Tempo, Raffinesse und Humor. Das gilt für nahezu jeden Song: die atemberaubenden Reime in „Let Me Entertain You“, die rasante Geschwindigkeit in „Dead On Time“ (mit Gott, laut den Liner Notes, als Gastmusiker), den Hexenkessel der Arrangements in „Bicycle Race“, die stampfende Hymne „Fat Bottomed Girls“, den textlichen Irrsinn von „Mustapha“ und den egozentrischen Kosmosflug von „Don’t Stop Me Now“. Es gilt aber auch für die kontrastierende nüchterne Melancholie von „Jealousy“, „In Only Seven Days“ und „Leaving Home Ain’t Easy“. Und das alles ohne das Artwork mit dem ausklappbaren Poster eines Nacktfahrradrennens zu erwähnen! JAZZ ist das letzte humorvolle und wirklich triumphale Queen-Album. Nur Roger Taylors allzu verbissene Beiträge „Fun It“ und „More Of That Jazz“ wirken anstrengend – und schienen endgültig zu beweisen, dass Queen alles konnten, nur keinen Funk.

Fünf Sterne

WE WILL (ZUMINDEST) ROCK YOU

A Day at the Races (1976)

Ein Album, das wie mit Muskelkater spielt: Queen komponieren, arrangieren und spielen tapfer, doch der Funke der Inspiration, die überschäumende Euphorie, fehlt an vielen Stellen. „Tie Your Mother Down“ erinnert an Sweet, „You Take My Breath Away“ wirkt wie „Love Of My Life“ mit einer Überdosis Schlaftabletten, und „Drowse“ (Schlummer) trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Selbst mancher eingefleischte Queen-Fan tut sich schwer, alle Songtitel aufzuzählen – das zweite „Marx-Brothers-Album“ bleibt eine Art Nebelschwaden in Queens großer Ära. Doch die Geringschätzung, mit der es manche als unbedeutende Zugabe zu A NIGHT AT THE OPERA abtun, ist ungerecht. Gerade der fehlende Übermut sorgt für entdeckenswerte Passagen. Brian Mays beatleskes „Long Away“ strahlt demütig-melancholische Schönheit aus, „You And I“ ist mindestens charmant, „Somebody To Love“ trotz seines drögen Finales eine hübsche Vorahnung von „We Are The Champions“, „White Man“ ist auch textlich niederschmetternd heavy, und „The Millionaire Waltz“ bezaubert (abgesehen vom wuchtigen Mittelteil) gerade wegen seiner ostentativen Bescheidenheit, besonders im Vergleich mit seiner Schwester „Bohemian Rhapsody“. Ein Album zum (Wieder)entdecken, das bisher niemanden enttäuscht hat.

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Vier Sterne

News of the World (1977)

Offiziell das Album, mit dem Queen die Stehimbisse und Freizeitheime eroberten. Natürlich sind „We Will Rock You“, „We Are The Champions“ und „Spread Your Wings“ an aufdringlichem Populismus kaum zu überbieten. Doch die wahren Juwelen sind der wehmütige Blues-Boogie „Sleeping On The Sidewalk“, Deacons luftige Ballade „Who Needs You“, Taylors massiver Punk-Mittelfinger „Sheer Heart Attack“, Mays Katzentrauerlied „All Dead, All Dead“ und vor allem der grandiose Dreiakter „It’s Late“. Andererseits hat Freddie Mercury mit dem Sinatra-Pastiche „My Melancholy Blues“ das Manierieren etwas übertrieben (vor allem ohne den nötigen Witz), und die Geräuschorgie „Get Down, Make Love“ darf als einer der missratensten Funk-Versuche in der Musikgeschichte gelten. Das macht die Platte aber nur unwesentlich schlechter; wo gehobelt wird, fallen halt auch mal Blechspäne in die Sahnetorte.

Fünf Sterne

SPREAD YOUR WINGS

Queen II (1974)

Beim ersten Hören erscheint es wie eine aufgeblasene Fortsetzung des streckenweise peinlichen ersten Albums, noch mehr aufgepumpt mit majestätisch-verstiegenen Ideen und Posen, die (deutlich zu hören in „Father To Son“) auf ziemlich banalem Fundament stehen. Doch langsam entwickeln Queen ein Fingerspitzengefühl: „White Queen (As It Began)“ hat fast Stil und entgleist bei allem Geplätscher zumindest nicht mehr in Richtung Dudel-Schrottplatz. „Some Day One Day“ ist fast richtig schön, und „Seven Seas Of Rhye“ rockt etwas holprig, aber immerhin unpeinlich. Wieder gibt es Ansätze, die später ausgebaut wurden (vgl. etwa Taylors „The Loser In The End“ mit „More Of That Jazz“), wieder gibt es, vor allem auf der „schwarzen“ Seite, viel unausgegorenes Zuviel, das die Ansätze zuschüttet, Momente schimmernder Schönheit jedoch verschont. Insgesamt ist aber auch dieses Album verstörend konturlos und die Band als solche nicht wirklich greifbar.

Zwei Sterne

The Game (1980)

Vieles war neu: das Studio in München, Produzent Mack, der Synthesizer, das Vertrauen auf Technik statt spielerische Brillanz. Heraus kam eine seltsame Mischung aus Perfektion und Plunder: „Save Me“ ist klassischer Stadionrock von der Stange, „Crazy Little Thing Called Love“ die wohl gekonnteste Rockabilly-Hommage überhaupt, und mit „Another One Bites The Dust“ bewiesen Queen, dass sie Funk eben doch konnten, wenn auch sehr weiß, aber wie! Dazwischen lungern gesichtslose Nummern wie „Rock It (Prime Jive)“, „Don’t Try Suicide“ und „Coming Soon“ herum; echte Entdeckungen gibt es nicht. Im Grunde eine Triple-Single mit vielen B-Seiten.

Vier Sterne

Hot Space (1982)

Das Album, auf dem Freddie endlich seinen unterdrückten erotischen Energien freien Lauf lassen wollte, gilt als Paradebeispiel für eine Band, die komplett den Faden verliert. Es missfiel selbst May und Taylor, die Mercurys persönlichen Manager für das Kuddelmuddel verantwortlich machten. Kann man anders sehen. Klar, „Staying Power“ ist typisch biederer, zickiger 80er-Plastik-Pseudo-Funk und zündet wie ein Mofa mit Kartoffel im Auspuff. „Body Language“ ist so sexy wie ein Thermomix und ohne Fremdschämen nicht durchzustehen. Aber „Dancer“ (von May!) groovt anständig, wenn auch unbeholfen. „Back Chat“ ist funky, „Cool Cat“ auf sphärische Weise ebenso, und das war’s mit den Dance-Eskapaden. Der Rest ist mal gelungen, mal epochal (etwa „Under Pressure“, gemeinsam mit David Bowie), und mal leicht drüber (die Schmalzballade „Las Palabras De Amor“).

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Drei Sterne

MISFIRE

The Works (1984)

Ein Jahr Pause – und irgendwie hatten sich der alte Witz und Übermut endgültig verabschiedet. Eine drögere Selbstparodie als „Tear It Up“ geht kaum, „It’s A Hard Life“ wirkt als Ballade ebenso (vergeblich) bemüht, „Man On The Prowl“ wärmt „Crazy Little Thing Called Love“ auf, selbst die Hits „Radio Ga Ga“ und „I Want To Break Free“ wirken ideenlos und steif. Sicherlich kein schlechtes Album, aber weitgehend uninspiriert und absolut witzlos.

Zwei Sterne

A Kind of Magic (1986)

Noch ein Fließbandalbum, für „alte“ Queen-Fans von Anfang an (das eklatant stumpfe „One Vision“) kaum zu ertragen. Die für „Highlander“ eingespielte Auftragsarbeit „Gimme The Prize“ hassten Deacon, Mercury und sogar der Regisseur, „Don’t Lose Your Head“ kann Sensible zum Amoklauf anregen. Der Titelsong hat als Formatradiofutter eine gewisse Leichtigkeit, aber bei „One Year Of Love“ möchte man Freddie tröstend in den Arm nehmen und ihm sagen, er müsse das nicht tun (schon gar nicht so einen selbstparodistischen Kitsch wie „Friends Will Be Friends“). Die Band möchte man anflehen, die Synthesizer wieder wegzusperren und die kreative Sau rauszulassen. Wahrscheinlich waren die „alten“ Queen spätestens mit THE GAME einfach leergespielt. Gilt auch für THE MIRACLE, INNUENDO (mit Einschränkungen) und MADE IN HEAVEN sowie alles nach Mercurys Tod, sämtliche Soloalben und Nebenprojekte: Finger weg!

Anderthalb Sterne

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