Im Rahmen des Black History Month stellt The Local eine Liste einflussreicher schwarzer Persönlichkeiten vor, die in Deutschland Spuren hinterlassen haben.
Der Black History Month findet jedes Jahr im Februar statt und wird weltweit gefeiert – auch in Deutschland.
Er wurde 1990 in Deutschland von der Initiative Schwarze Deutsche (ISD) eingeführt.
Tahir Della von der ISD erläuterte The Local die Bedeutung der Anerkennung der Beiträge schwarzer Menschen in Deutschland in der Geschichte und in der heutigen Zeit.
„Widerstand ist ein wichtiger Bestandteil der schwarzen Bewegung und hat auch in Deutschland eine lange Tradition,“ so Della.
„Trotz der Tatsache, dass Menschen der afrikanischen Diaspora – einschließlich Schwarzer Deutscher – seit über 300 Jahren in dieser Region leben, wird Deutschland von vielen immer noch als weiße Nation verstanden.“
„Der schwarze Widerstand ist daher in erster Linie ein Kampf um Anerkennung. Aus diesem Grund wird der Black History Month in zahlreichen Städten in Deutschland abgehalten.“
Della fügte hinzu, dass die Veranstaltung dazu dient, die deutsche Geschichte auf inklusivere Weise zu erinnern.
Auch wenn es sich bei weitem nicht um eine vollständige Liste handelt, hier sind 10 schwarze Personen, die deutsche Geschichte und Gegenwart geprägt haben.
Louis Brody (1892-1951), geboren in Kamerun, war ein deutscher Schauspieler, der mitbegründete und aktiv in der Afrikanischen Hilfsorganisation tätig war, einer Organisation, die sich gegen rassistische Diskriminierung in Deutschland in den 1920er Jahren aussprach.
Seine Filmkarriere war durch mehrere rassistische Rollen in Propagandafilmen während des Nazi-Regimes geprägt, was ihm jedoch finanziellen Halt bot. Dennoch ebnete er den Weg für andere afrodeutsche Schauspieler und arbeitete bis zu seinem Tod weiterhin in Berlin im Filmgeschäft.
Theodor Michael (1925-2019), mit 18 Jahren wurde er aufgrund seiner Hautfarbe staatenlos erklärt und musste in Nazi-Arbeitslagern arbeiten. Er trat ebenfalls oft in Nazi-Propagandafilmen auf, um zu überleben.
Nach dem Krieg studierte er Politikwissenschaften und wurde ein bekannter Journalist, insbesondere als Chefredakteur des Magazins „African Bulletin“. Er war auch als Beamter tätig und setzte sich sein Leben lang für die Anerkennung schwarzer Menschen als Deutsche ein.
Audre Lorde (1934-1992), ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die schwarze deutsche Bewegung und beeinflusste viele schwarze deutsche Autorinnen.
Als Schriftstellerin, Feministin und Bürgerrechtsaktivistin kam Lorde in den 1980er Jahren nach Deutschland und verbrachte die meiste Zeit in Berlin, wo sie Gemeinschaftsveranstaltungen organisierte und schwarze deutsche Frauen zusammenbrachte.
Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Audre Lorde: The Berlin Years 1984–1992“ erforscht ihren Einfluss auf die Bewegung.
May Ayim (1960-1996) war eine solche Schriftstellerin sowie Dichterin, Pädagogin und Aktivistin. Sie veröffentlichte ihre Arbeit als bekannte Sammlung persönlicher Essays unter dem Titel Farbe bekennen, die die Erfahrungen vieler afrodeutscher Frauen in der deutschen Gesellschaft schilderte. Sie half auch bei der Gründung des Berliner Ablegers der ISD.
Das May-Ayim-Ufer entlang der Spree in Berlin-Kreuzberg ist nach ihr benannt.
Weitere Schriftstellerinnen sind Ika Hügel-Marshall, die über ihre Erfahrungen als Schwarze in Deutschland nach dem Krieg schrieb. Alle waren in der Organisation ADEFRA (Afro-Deutsche Frauen) aktiv.
Vera Heyer (1946-1995) begann in den 1970er Jahren mit dem Sammeln und Katalogisieren von Werken afrikanischer, afro-diasporischer und schwarzer Autoren und lud Mitglieder der schwarzen Gemeinschaft in ihre kleine Wohnung in Mainz ein, wo sie eine provisorische Bibliothek einrichtete.
Ihr Traum, daraus eine dauerhafte Bibliothek zu machen, verwirklichte sich nach ihrem Tod mit der Eröffnung des Vera Heyer-Archivs im Jahr 2014.
Die Sammlung befindet sich jetzt in der Each One Teach One (EOTO) Bibliothek im Afrikanischen Viertel in Berlin.
Karamba Diaby (1961-) ist ein SPD-Politiker, der 2013 Geschichte schrieb, indem er zusammen mit Charles Huber von der CDU als erster Abgeordneter afrikanischer Abstammung in den deutschen Bundestag gewählt wurde.
Beide Politiker ebneten den Weg für viele weitere Afrodeutsche, den Bundestag zu erreichen, wobei 2021 vier gewählt wurden, darunter die erste schwarze Frau, Awet Tesfaiesus.
.@Awet Tesfaiesus wurde als erste afrikanisch geborene schwarze Frau in den deutschen Bundestag gewählt. Sie ist Mitglied der Grünen Partei.
Ihr Name, Awet, bedeutet in ihrer Muttersprache Tigrinya ‚Sieg‘
Mehr lesen: https://t.co/mBO4dsukPO pic.twitter.com/7AuDeOmfbL
— BBC News Africa (@BBCAfrica) September 28, 2021
Steffi Jones (1972-) ist eine ehemalige Fußballspielerin, die für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft spielte und später deren Trainerin wurde.
Sie trat in dem Dokumentarfilm Schwarze Adler im Jahr 2021 auf und sprach über ihre Erfahrungen als afrodeutsche Frau im Fußball und machte auf den Rassismus aufmerksam, mit dem sie konfrontiert wurde. Seitdem ist sie eine Verfechterin und ein Vorbild für Frauen und Schwarze im Sport.
Ähnliche Beiträge:
- Warum ist Freitag nur in zwei Bundesländern ein Feiertag? Einschließlich Berlin!
- Oscar-Gewinnerin Autumn Durald Arkapaw: Beste Kamera für „Sinners“!
- Scholz feuert Deutschland im Euro 2022 Finale in London an: Kanzler zeigt Unterstützung!
- Lupita Nyong’o krönt Gewinner: Großes Finale beim Berliner Filmfestival!
- Berlin ehrt Bowie: Gedenktafel vor seiner alten Wohnung enthüllt!

Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.