Deutsche Dokumentation über Musik als Folterinstrument gewinnt Internationalen Emmy
Am Montagabend wurde in New York eine deutsche Dokumentation mit dem Titel „Songs of War: Musik als Waffe“, die 2010 produziert wurde, mit einem Internationalen Emmy ausgezeichnet. Das Werk setzte sich gegen Beiträge aus Japan, Brasilien und Großbritannien durch und gewann in der Kategorie Kunstprogrammierung.
Die Dokumentation begleitet den Komponisten Christopher Cerf, der unter anderem über 200 Lieder für die Kindersendung „Sesamstraße“ geschrieben hat.
Cerf äußerte sich schockiert und entsetzt, als er erfuhr, dass seine Musik zur Folterung von Gefangenen in Guantanamo Bay und Abu Ghraib verwendet wurde.
„Ich war einerseits wütend und andererseits, muss ich sagen, auch etwas amüsiert“, erklärte Cerf im Juni gegenüber der Online-Nachrichtenplattform Japan Today. „Es erschien einfach wahnsinnig. Und natürlich war ich auch ein wenig verletzt, dass meine Lieder so schlecht sein sollten, dass jemand dachte, sie könnten auf diese Weise nützlich sein.“
Zusammen mit dem deutschen Filmemacher Tristan Chytroschek machte sich Cerf daran herauszufinden, wie seine Musik bei Folter und Verhören eingesetzt wurde. Sie sprachen unter anderem mit Psychologen, ehemaligen Gefangenen, die mit Cerfs Musik gefoltert wurden, und einem US-Soldaten, der als Wärter in Guantanamo Bay tätig war.
Hier klicken, um den Trailer zu sehen
Die Internationalen Emmys werden von der Internationalen Akademie der Fernsehkunst und -wissenschaften verliehen, die Vertreter aus 50 verschiedenen Ländern hat.
Das letzte Mal, dass eine deutsche Show ausgezeichnet wurde, war im Jahr 2009, als das dreiteilige Doku-Drama „Die Wölfe“ gewann. Dieser Film behandelte Themen rund um die Berliner Blockade, die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung des Landes, wie die Zeitung Süddeutsche Zeitung berichtete.
The Local/mbw
Ähnliche Beiträge:
- 1 Live Krone 2025: Gewinner & Highlights! Wer räumte ab bei der Preisverleihung?
- Jeremy Irons leitet Jury: Britischer Star beim Berliner Filmfestival 2020!
- Berlinale: Pandemie-Filme im Rampenlicht beim berühmten Berliner Filmfestival!
- Deutschland veranstaltet virtuelle Berlinale: Einzigartiges Filmfestival-Erlebnis!
- Oscar-Triumph für deutsches Antikriegsepos: „Im Westen nichts Neues“ räumt ab!

Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.