Trinkgeld in Deutschland: Eine Umfrage zeigt überraschende Ergebnisse
In Deutschland ist es üblich, in Bars und Restaurants zwischen 5 und 10 Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld zu geben, da der Service normalerweise nicht im Preis inbegriffen ist. Weniger üblich ist es jedoch, Trinkgeld an Dienstleister wie Taxifahrer und Hotelangestellte zu geben – ein Gegensatz zu Ländern wie den USA.
Obwohl es in Deutschland Brauch ist, Trinkgeld zu geben, ist dies keineswegs verpflichtend und einige Deutsche verzichten ganz darauf.
Dr. Christian Stegbauer, ein Wissenschaftler der Universität Frankfurt, der 2021 eine Studie zur Trinkgeldkultur in Deutschland durchführte, erklärte in einem Interview mit The Local, dass viele der Befragten angaben, normalerweise kein Trinkgeld zu geben.
Die Ergebnisse einer neuen Umfrage, die von dem Meinungsforschungsinstitut Norstat im Auftrag des Magazins Playboy durchgeführt wurde, zeigen, dass mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Deutschen kein Trinkgeld geben oder höchstens fünf Prozent des Gesamtbetrags, selbst wenn sie mit dem Service zufrieden waren. Die Umfrage, an der 1.017 deutsche Männer und Frauen teilnahmen, ergab, dass 39 Prozent der Befragten zwischen drei und fünf Prozent Trinkgeld geben, anstatt der üblichen zehn Prozent, und 18 Prozent dem Servicepersonal in Restaurants zwischen null und drei Prozent geben.
Im Gegensatz dazu gaben 70 Prozent der Befragten an, sich selbst als großzügig zu betrachten und Geiz als unattraktiv zu empfinden. Zudem scheinen Deutsche beim ersten Date großzügig sein zu wollen, denn laut Umfrage übernehmen 76 Prozent der Männer hier die Rechnung, verglichen mit 25 Prozent der Frauen.
Warum das geringe Trinkgeld?
Die Energiekrise und die Inflation haben laut der Umfrage die Sparsamkeit unter den Deutschen verschärft: 63 Prozent der Teilnehmer sagen, dass sie derzeit sparsamer leben, und 74 Prozent machen sich mehr Sorgen um ihre finanzielle Zukunft als vor der Krise.
Trotz schwieriger Zeiten wollen die Deutschen auf bestimmte Dinge nicht verzichten, an erster Stelle stehen Urlaube (41 Prozent), Besuche in Restaurants und Bars (29 Prozent) sowie persönliche Hobbys (28 Prozent).
Die Bereitschaft, Geld für wohltätige Zwecke zu spenden, scheint jedoch in letzter Zeit nur leicht gelitten zu haben. Ganze 44 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Jahr einen nicht näher bezeichneten Betrag an Bedürftige zu spenden.
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Franziska Neumann ist eine leidenschaftliche Reporterin mit einem Gespür für außergewöhnliche Menschen und Geschichten. Ihre Reportagen auf Inside-Reeperbahn.de verbinden Fakten mit Emotionen und werfen einen besonderen Blick auf das Leben in und um die Reeperbahn.